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Kraniofaziale Therapie: Das Konzept

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(Exten) Mit der kraniofazialen Therapie werden Patienten mit Beschwerden am Kiefer, im Gesicht und am Schädel behandelt. „Typische Leitsymptome sind Zähneknirschen, Schmerzen aller Art im Gesicht und am Schädel, Migräne, Tinnitus und Schwindel“, weiß Milena Grüger, Physiotherapeutin beim Rehaplus Therapiezentrum Exten.

In der ersten Behandlung erstellt der Therapeut einen ausführlichen Befund mit einer Behandlungshypothese und filtert begleitende Faktoren heraus, die die Beschwerden des Patienten hervorgerufen haben können. Die Halswirbelsäule wird dabei mit untersucht, da diese über Muskelketten mit dem Gesichts- und Hirnschädel verbunden ist. Während der Behandlung wird der Patient mit manualtherapeutischen Techniken behandelt.

Dazu gehören passive Zusatzbewegungen am Kiefer, Mobilisationstechniken der einzelnen Schädelknochen zueinander und neurodynamische Techniken zur Mobilisation der Nerven. Mittels der Triggerpunktbehandlung wird die Kaumuskulatur sowohl intra- als auch extraoral behandelt. Bei Auffälligkeiten der HWS werden zusätzlich Mobilisations- und Dehntechniken an der Halswirbelsäule ausgeführt.

Milena Grüger, Physiotherapeutin beim Rehaplus Therapiezentrum Exten.

Um den Behandlungserfolg auch nach abgeschlossener Therapie weiter zu halten, bekommt der Patient ein Eigenübungsprogramm an die Hand. Dieses enthält Spiegelübungen, Übungen zur Knackverminderung, zur Koordinationsverbesserung und zur Dehnung der Kaumuskulatur. Außerdem wird der Patient darin geschult, parafunktionelle Aktivitäten wie das Zähneknirschen im Alltag zu erkennen und mit einer Ersatzhandlung zu verknüpfen, um sich dieses abnormale Verhalten abzutrainieren. Nach jeder Behandlung wird die Behandlungshypothese dahingehend überprüft, ob die gewählten Techniken die Beschwerden des Patienten lindern konnten. Die Hypothese wird daraufhin beibehalten, verworfen oder angepasst, um den bestmöglichen Behandlungserfolg für den Patienten zu erreichen.

Die kraniofaziale Therapie kann die Lebensqualität bei folgenden Krankheitsbildern verbessern: Myofaziale Störungen des Kausystems, Myoarthropathien des Kausystems, Okklusionsstörungen, atypische Schmerzen von Kopf, Ohr, Gesicht oder Mund, unerklärliche Zahnschmerzen, Tinnitus, Trigeminusneuralgie, Schleudertrauma, Halswirbelsäulen-Syndrom, Schiefhals, Verletzungen am Schädel, Migräne, Spannungskopfschmerz, Zähneknirschen. (pr/Foto: pr)

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