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Krematoriums-Optik, Baumflächennotstand und eine „Luxusstraße“ im Industriegebiet

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(Rinteln) Von düsteren Fassaden über knappe Pflanzflächen bis hin zu saftigen Baukosten: In der jüngsten Sitzung des Rintelner Bauausschusses schenkten sich Politik und Verwaltung nichts.

Besonders die Preisexplosion beim Ausbau der Siemensstraße und das Design des Hallenbads sorgten für hitzige Debatten.

Ist das ein Hallenbad oder ein Krematorium?

Auf der Sitzung sorgte die Optik des Hallenbads „Rinorca“ für Unmut. Prof. Dr. Gert Armin Neuhäuser (RI) sparte nicht mit deutlichen Worten und hinterfragte die Farbgebung des Gebäudes, das nicht nur mit seinem Namen Fragen aufwerfe. Die schwarze Fassade erinnere ihn vielmehr an ein Krematorium oder ein Mausoleum als an ein einladendes Hallenbad.

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Die Farbgebung der Außenhaut sorgte für Unmut im Bauausschuss. Prof. Dr. Gert Armin Neuhäuser (RI) fühlte sich von der „Rinorca“-Optik an ein Krematorium erinnert. (Foto: vu)

Rückendeckung erhielt er vom Bauausschussvorsitzenden Matthias Wehrung (CDU), der klarstellte: „Das kann so nicht auf Dauer bleiben!“ Baudezernent Stefan Eggert-Edeler wiegelte die Kritik an der Verwaltung ab und stellte klar, dass die Entscheidung über den Anstrich eigenständig von den Bäderbetrieben getroffen worden sei.

Platznot im Generationenpark: Baum-Patenschaften als Rettungsanker?

Ein weiteres Thema war die Flächenerweiterung für den Rintelner Generationenpark. Die Suche der Stadt nach einer zusammenhängenden Fläche von über 5.000 Quadratmetern im näheren Bereich der Kernstadt blieb bislang erfolglos. Zwar reichen die bestehenden Kapazitäten noch für etwa drei Jahre, doch eine langfristige Lösung muss her. Baudezernent Eggert-Edeler brachte als Ausweichmöglichkeit Patenbäume auf der Streuobstwiese des NABU in Hohenrode ins Spiel, die Eltern künftig als Familienbäume angeboten werden könnten. Kay Steding (CDU) forderte hingegen den Blick über den Rand der Kernstadt hinaus: Man solle auch in den Ortsteilen nach geeigneten Grundstücken suchen, um die Gleichberechtigung der Dörfer zu wahren.

Apfelbäume am Rintelner Generationenpark an der Kasseler Straße im Rintelner Süden(Archivfoto). Dem Projekt geht langsam aber sicher die Fläche aus.

850.000 Euro für 260 Meter Straße: Streit um die Siemensstraße

Ein Streitpunkt des Abends war der geplante Ausbau der Siemensstraße, der Hauptzufahrt zum Firmengelände des Traditionsunternehmens Stüken. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, die Straße direkt voll auszubauen, anstatt vorerst nur eine Baustraße anzulegen. Für Erstaunen und Unmut sorgte allerdings die Kalkulation: Statt der ursprünglich angesetzten 600.000 Euro plus 200.000 Euro soll die Maßnahme dann 850.000 Euro kosten.

Für Matthias Wehrung eine Rechnung, die nicht aufgeht. Angesichts von 850.000 Euro für „mickrige 260 Meter Straße“ rechnete er vor, dass Rinteln kurz vor einer Haushaltssperre stehe und sich solche „Goldrandlösungen“ schlicht nicht mehr leisten könne. Sogar auf den Bürgersteig könne man verzichten, da es an der Straße ohnehin nur einen Anwohner gebe – Ratsherr Steding mit seiner Familie.

Statt 800.000 Euro soll der Ausbau des 260 Meter langen Stücks der Siemensstraße nun 850.000 Euro kosten. Dieser Preissprung sorgte im Bauausschuss für heftige Kritik. (Foto: ot)

Planer Stefan Weinkopf vom gleichnamigen Planungsbüro verteidigte die Summe vehement. Die Preisentwicklung auf dem Baumarkt sei schlicht „unheimlich“. Er betonte, dass die geplante Oberflächenwasserversickerung immer noch günstiger sei als eine Verrohrung: „Ich könnte auch politische Preise errechnen, aber hinterher würde es dann doch teurer werden!“ Auch Prof. Dr. Neuhäuser übte fundamentale Kritik an der Planung: Es sei potenziellen Interessenten für Industrieflächen im Gebiet Süd kaum zu vermitteln, wenn sie erst über die maroden Trassen der Braasstraße und Dieselstraße holpern müssten, um dann auf eine bis ins Feinste ausgebaute Siemensstraße zu stoßen.

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Entscheidung fällt am Mittwoch

Trotz der deutlichen Bedenken und Finanzierungssorgen votierte der Bauausschuss am Ende mit sechs Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen für den Vollausbau. Das letzte Wort ist damit allerdings noch nicht gesprochen: Am morgigen Mittwoch, den 30. September, entscheidet der Verwaltungsausschuss final über die Umsetzung der Baumaßnahme.

(ot)

Mehr zum Rintelner Hallenbad „Rinorca“:

„Rinorca“: Neuer Name für Rintelner Hallenbad offiziell enthüllt

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