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Kuckuck und Seeadler begrüßen die Naturinteressierten in Varenholz

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(Kalletal) Nach der sehr erfolgreichen Veranstaltung im Vorjahr – damals gab es auch ein Stelldichein mit Fischadler, Seeadler & Co. – versprach auch die am zweiten Maiwochende angekündigte Wanderung eine spannende und abwechslungsreiche Exkursion in die Altabgrabung Varenholz zu werden.

Mehr als 20 Naturinteressierte sind der Einladung des Kieswerkes H. Eggersmann und des NABU Rinteln gefolgt, um sich durch das Naturkleinod führen zu lassen. Unter der Leitung von Birgit Knopfe, die sich unternehmensseitig für die Entwicklung des Natur- und Artenschutzes in der Altabgrabung engagiert, sowie dem Ornithologen Jörg Haddasch, der die Teiche im Weserbogen bei Varenholz bestens kennt und eine herausragende Artenkenntnis besitzt, begann die mehr als zweistündige Exkursion in das ehemalige Kiesabbaugebiet.

Kieswerk H. Eggersmann und NABU Rinteln stellen die Altabgrabung in Varenholz vor

Bereits zu Beginn der Wanderung konnten die naturinteressierten Gäste den Kuckuck in der Nähe hören. Ausgestattet mit Ferngläsern und Kameras wanderte die Gruppe entlang des Weges und blieb am ersten Teich stehen, an dem sich der Betriebshafen befindet. „Hier haben sich bereits einige Brutpaare an Wasservögeln angesiedelt“, erläuterte Birgit Knopfe. Eine Teilnehmerin bemerkte in der Luft einen Seeadler, der über den Wasserflächen kreiste. Weiter ging es auf sandigen Wegen zu einem Beobachtungspunkt, wo die Teilnehmer stehenblieben, um nachzuschauen, welche Vögel sich auf den Inseln im Wasser niedergelassen haben. Ähnlich wie im Naturschutzgebiet „Auenlandschaft Hohenrode“ entwickelt sich hier die Vogelwelt zu einem abwechslungsreichen Refugium, das als Natur aus zweiter Hand durch Kiesabbau entstanden ist.

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„Am Fuß der Insel ist eine seltene Zwergmöwe zu sehen“, erzählte Haddasch begeistert den Besuchern. Durch ihre Ferngläser schauten die Naturinteressierten neugierig zur Insel. Dort entdeckten sie auch ein Paar der seltenen Austernfischer. „Da jagt eine Flussseeschwalbe“, bemerkte der Ornithologe zufrieden. Einer der Teilnehmer bemerkte in den Bäumen auf der gegenüberliegenden Uferseite darüber hinaus ein Seeadlerpaar, das sich dort niedergelassen hatte. Weiter auf dem Weg ist ein Sumpfrohrsänger gut am Gesang zu erkennen – ein seltener Gast, braucht dieser doch einen ganz bestimmten Lebensraum, wie er hier zu finden ist.

 

In der Altabgrabung sind zusätzlich viele kleine Teiche und Pfützen vorhanden, in einer davon befinden sich Laichschnüre. „Die sind wahrscheinlich von einer Kreuzkröte“, wie man begeistert feststellte. Der Lebensraum für die in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen seltene Kröte ist hier ideal.

Ein besonderes Highlight erwartete die Besucher schließlich: Birgit Knopfe öffnete einen Weidezaun und bat die Exkursiongruppe, einzutreten: „Hier werden ganze 70 Hektar mit Galloways beweidet“, wie sie stolz erläutert. In der offenen Kulturlandschaft, die aus Wiesen und Sträuchern besteht, entdeckten die Naturinteressierten gleich mehrere Neuntöter – diese brauchen eine halboffene Landschaft, wie sie hier durch die Beweidung erhalten wird. In mehreren Gruppen grasten an diesem Vormittag Kälber und Alttiere der Galloways, welche Familie Bachmann aus Strücken zur extensiven Beweidung hier betreut und die für eine offene Struktur der Landschaft sorgen.

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Mit vielen eindrucksvollen und auch überraschenden Beobachtungen verabschiedeten Jörg Haddasch und Birgit Knopfe die Gäste und freuten sich über das große Interesse an der Wanderung durch die Altabgrabung Varenholz, welche mehr als nur eine Natur aus zweiter Hand darstellt.

(pr; Fotos: pr)

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