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Kultusminister Grant Hendrik Tonne überreicht „Europaschule“-Urkunde an BBS Rinteln

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(Rinteln) Die Berufsbildenden Schulen Rinteln (BBS) dürfen als eine von 183 Institutionen nun offiziell den Titel der zertifizierten „Europaschule in Niedersachsen“ tragen.

Der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne überreichte heute im Rahmen einer kleinen Feierstunde die Urkunde und übergab bei dieser Gelegenheit 13 Europapässe an die BBS-Schüler, die ein Praktikum im europäischen Ausland absolvierten.

Niedersachsens Kulturminister Grant Hendrik Tonne (li.) überreichte BBS-Schulleiterin Lita Gooßen (re.) die Urkunde und das Abzeichen „Zertifizierte Europaschule“.

Die BBS leisteten einen herausragenden Beitrag zu einer weltoffenen Erziehung, die man in Schulen vermittele, sagte Tonne in seiner Ansprache. Sie vermittelten positive Lebenserfahrungen und stärkten die Grundwerte.

Viele Errungenschaften in Europa würden inzwischen als selbstverständlich angesehen, darunter auch das freie Reisen („es wird eine Zeit nach Corona geben“). So gebe es beispielsweise die Möglichkeit, seit 75 Jahren in Frieden leben zu können, so Tonne. Andere Generationen hätten diese Chance nicht gehabt. Diese Werte dürfe man nicht als selbstverständlich gegeben hinnehmen, sondern es müsse sich jeder weiterhin dafür einsetzen. Populisten lebten davon, Angst zu machen. Europaschulen setzten dem Mut, Neugier und Zuversicht entgegen.

13 Schülerinnen und Schüler der BBS Rinteln erhielten „Europässe“ fürs Absolvieren eines Praktikums im europäischen Ausland.

Allein 132 Schüler aus den fluggerätetechnischen Berufen nahmen bisher an den Projekten teil, die seit 2008 mit Partnern in Belgien, England, Frankreich, Spanien und den Niederlanden angeboten werden, berichtete BBS-Schulleiterin Lita Gooßen . Insgesamt 250 BBS-Schüler, darunter aus den Bereichen Erziehung, Altenpflege und Wirtschaft, schnupperten in diesem Rahmen in die Betriebsabläufe im EU-Ausland hinein. Einige von ihnen schilderten die gemachten Erfahrungen anlässlich der Urkundenübergabe.

Schüler aus verschiedenen Fachbereichen schilderten ihre Erfahrungen beim Auslandspraktikum.

Interessant dabei: Ob Fluggerätemechaniker, Erzieher, Industriekaufleute oder angehende Altenpfleger – sie empfanden den Arbeitsalltag in den Gastländern Dänemark, Spanien oder Irland allesamt als entspannter, weniger hektisch und weniger anstrengend als üblich. So gebe es in dänischen Kitas weniger Druck von Eltern, werde bereits in Horteinrichtungen vieles digital umgesetzt und fange man in Spanien gern mal etwas später mit dem Tagesablauf an, als hierzulande. Altenpflegerinnen berichteten, in einer Wohneinrichtung in einem Vorort von Dublin (Irland) gebe es einen Personalschlüssel von sieben oder acht Mitarbeitern, die für 28 Heimbewohner zuständig seien. Entsprechend sei das Arbeitsklima trotz 12-Stunden-Schichten angenehmer und körperschonender.

Hintere Reihe, von links: Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Bürgermeister Thomas Priemer, Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers. Vordere Reihe, von links: BBS-Schulleiterin Lita Gooßen, Landtagsabgeordneter Karsten Becker, stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm.

Durch die Corona-Situation lief in diesem Jahr einiges anders, schilderte BBS-Schulleiterin Lita Gooßen. Zwar seien in 2020 zwei Dutzend Auslandspraktika beantragt gewesen, doch hätten beispielsweise Praktikanten ihren Aufenthalt in Deutschland abbrechen müssen oder durften nicht aus dem Osterurlaub zurückkehren. Daher seien die Planungen ins nächste Jahr übertragen worden, „in der Hoffnung, dass dann mehr Normalität auch in Europasachen zurückkehrt“. (vu)

Die BBS Rinteln kooperieren mit einer Reihe von Partnerschulen in Europa.

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