(Rinteln) Am Samstagnachmittag fand der angekündigte Aktionstag der Rintelner Silvesterinitiative e.V. für mehr E-Scooter-Sicherheit im Straßenverkehr statt.
Die beteiligten Unterstützer und Sponsoren hatten sich auf dem Parkdeck des Marktkauf Familie Pointmayer in der Konrad-Adenauer-Straße eingefunden, um die medial vorab lang angekündigte Aktion zu starten.
Am Stand der Fahrschule Radler erklärten die Fahrlehrer Ayhan Yalcinkaya und Jens Steggewenz grundlegende Verkehrsregeln, die auch für E-Scooter wichtig sind. Im Anschluss gab es eine eindrucksvolle Demonstration, wozu ein Schutzhelm bei einem Unfall gut ist: Eine Wassermelone mit Helm – aus rund 1,5 Meter Höhe auf den Beton fallengelassen – blieb unversehrt. Dann der Versuch ohne Schutzhelm mit vorhersehbarem Ergebnis: Die Melone platzt. Die plakative Botschaft: „Das könnte Euer Kopf bei einem Unfall sein“.


Die Rintelner Polizei war vor Ort, zur Beratung und zum Sicherheits-Check der elektrisch betriebenen Kleinstfahrzeuge, die besonders unter Heranwachsenden einen Boom erleben. Ein Blick in die Statistik zeigt: Derzeit besitzen deutsche Haushalte rund 1,4 Millionen E-Scooter. Besonders in Städten haben sich die Flitzer ihre treue Fangemeinde erarbeitet. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten: Die Berichte von Verkehrsunfällen mit verletzten E-Scooter-Piloten häufen sich. Besonders ein schwerer Fall aus Rolfshagen hat die Silvesterinitiative dazu veranlasst, die aktuelle Aktion unter dem Motto „Lieber uncool als tot“ ins Leben zu rufen. Denn obwohl die E-Scooter Geschwindigkeiten von 20 km/h erreichen, sind die oftmals jugendlichen Fahrer ohne Helm unterwegs.

Die Gründe mögen vielschichtiger Natur sein – ob Verlust der Coolness, Verlust der perfekten Frisur oder andere – gesetzlich vorgeschrieben ist das Tragen eines Helms auf dem E-Scooter nicht. Das sorgt, in Verbindung mit dem manchmal zu beobachtenden Verhalten im Straßenverkehr, regelmäßig für hitzige Diskussionen in den sozialen Medien. Dann wird es schnell unsachlich, Forderungen vom Totalverbot für die Gefährte bis hin zu Vergleichen mit Rowdys auf E-Bikes (für die ebenfalls keine Helmpflicht gilt) machen die Runde.

Sicherheit im Straßenverkehr sei das Größte, was man sich und seinen Kindern wünschen könne, sagte Annika Schwick vom Vorstand der Rintelner Silvesterinitiaive. Bürgermeisterin Andrea Lange, Schirmherrin der Aktion, wies auf die gestiegenen Unfallzahlen in Zusammenhang mit E-Scootern hin: Ein Anstieg von 5.860 Unfällen in 2020 auf 12.509 Unfälle im Jahr 2024 werde (bundesweit – Anm. d. Red.) verzeichnet. Daher sei es wichtig, für den Umgang zu sensibilisieren.

Schwache Resonanz auf Aktion – trotz attraktiver Preise
Die Resonanz blieb allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück, wie man seitens der Organisatoren feststellen musste. Und auch ein gewisses Maß an Enttäuschung war einigen Beteiligten an diesem Samstagnachmittag anzusehen. Zu Erinnerung: 50 Helme sollten an Jugendliche Fahrer ausgegeben werden, verbunden mit einer Belohnungsaktion: Wer innerhalb eines mehrmonatigen Zeitraums mit Helm und Nummer im Straßenverkehr gesehen und registriert wird, erhöht seine Chancen auf wertvolle Preise. Als Hauptpreis winkt ein Gutschein über 2.000 Euro für PKW-Fahrstunden bei der Fahrschule Radler, gefolgt von einem voll ausgestattetem E-Scooter für 1.000 Euro von von der LVM-Versicherungsagentur Heiko Vieth, sowie ein 500-Euro-Gutschein für Fahrstunden und weiteren Preisen.

Schulen als Multiplikator: Die Silvesterinitiative geht jetzt in die Aufklärungs-Offensive
Wenige Teilnehmer bei Aussicht auf wertvolle Prämien – die Formel erhöht zwar die Gewinnchancen, ist aber nicht im Sinne des Erfinders. Aus diesem Grund soll die Aktion mit Unterstützung der Stadt Rinteln an die weiterführenden Schulen im Stadtgebiet herangetragen werden, wie im Nachgang zu erfahren war.
(Text & Foto: vu)






























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