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Marktplatz und Kirchplatz: So geht es mit den Brunnen in Rintelns Stadtzentrum weiter

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(Rinteln) Es dürften sich wohl einige ans vergangene Jahr erinnern, als auf den zahlreichen Schnappschüssen aus Rintelns Stadtzentrum ein wichtiges Detail fehlte:

Der Marktplatzbrunnen sprudelte den größten Teil des Jahres nicht mehr. Seit dem 20. Juni 2025 war die Brunnenanlage vor dem Bürgerhaus stillgelegt. Eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung brachte die Erkenntnis, dass ein Ventil defekt sei. Die Reparatur gestalte sich jedoch schwierig, so musste „Rintelns gute Stube“ – so wird der Marktplatz in der Weserstadt umgangssprachlich genannt – ohne Wasserspiel auskommen.

Jetzt hat der meteorologische Frühling unübersehbar deutlich an die Haustür geklopft und unweigerlich stellt sich die Frage, ob es dieses Jahr klappt mit dem kühlen Nass im Zentrum.

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Seit dem 20. Juni trocken: Aufgrund eines Defekts wurde die Brunnenanlage am Rintelner Marktplatz zum Sommer 2025 abgestellt.

Die gute Nachricht erreicht Rinteln-Aktuell.de aus dem städtischen Bau- und Betriebshof. Dort informiert Bauhof-Betriebsleiter Klaus-Ulrich Hartmann auf Nachfrage, dass die Brunnenanlage repariert sei. Ursache für den Defekt sei ein defektes Brunnenventil gewesen, das wohl noch aus der Zeit stammt, als der Brunnen gebaut wurde. Seitens der Erbauer hat man eine für die Nachwelt etwas ungewöhnliche Montage gewählt: Das Ventil war einbetoniert, so Hartmann. Nur das Drehrad guckte heraus.

Nicht nur ungewöhnlich, sondern auch alles andere als wartungsfreundlich: Das Ventil musste aufwendig herausgestemmt werden, um passenden Ersatz montieren zu können. Das hat ein Brunnenbaubetrieb durchgeführt. „Der Brunnen geht planmäßig im Frühjahr an den Start“, so die positive Rückmeldung.

Hintergrundinfos zu den Marktplatzbrunnen

Die Brunnenanlage auf dem Rintelner Marktplatz, so wie man sie in ihrer heutigen Form kennt, wurde 1985 in Betrieb genommen. Sie ist über 40 Jahre alt. Die Einweihung fand laut dem „Rintelner Stadtlexikon“ am 19./20. Oktober 1985 statt. Angelegt wurden die Brunnen im Rahmen der Marktplatzsanierung. Wo vorher Autos parkten und fuhren, sollte der Bereich künftig Fußgängern vorbehalten bleiben. Wie im Lexikon weiter nachzulesen ist, kosteten die Bauarbeiten und die Pflasterung des Marktplatzes 1,2 Millionen Deutsche Mark (DM). Der Marktplatzbrunnen stellt symbolisch die Weser mit ihrem Flusslauf dar.

Und am Kirchplatz?

Weniger gut sind die Nachrichten für den Glasbläserbrunnen auf dem Kirchplatz. Darüber hat Rinteln-Aktuell.de am 4. September berichtet. Geändert hat sich am Brunnen seitdem wenig, jedoch werde das Thema weiterhin verfolgt, heißt es auf aktuelle Nachfrage. Bauhof-Chef Klaus-Ulrich Hartmann erklärte damals: „Für eine Sanierung müssen umfangreiche Leistungen (z.B. Schachteinbauten) erbracht werden, weil die Bedingungen für die Wartung und Elektrik nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen“. Ein weiteres Problem: Ein funktionierender Brunnen muss auch mit der inzwischen hohen Menge an Blüten und Laub der Lindenbäume zurechtkommen, die im Rahmen der Altstadtsanierung auf dem Kirchplatz gepflanzt wurden und inzwischen eine stattliche Größe erreicht haben. Dadurch, dass die Brunnentechnik technisch inzwischen überholt ist (die Pumpen standen direkt im Wasser), habe sich auch die Problematik mit ständigen Verstopfungen durch Laubblätter und Kügelchen ergeben. Der Glasbläserbrunnen muss jedes Mal geleert werden um die Pumpen anschließend aus dem Wasser zu holen, zu reinigen und dann alles wieder in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenzubauen. Zusätzlich komme es zu Verstopfungen und Algenbildung im Wasser, dadurch fielen die Pumpen öfters aus und seien defekt.

Am Glasbläserbrunnen stand die Brunnentechnik im Wasser. Die Lindenbäume, die im Zuge der Altstadtsanierung vor fast 40 Jahren gepflanzt worden sind, haben eine beträchtliche Größe erreicht und produzieren viel Laub und viele Blüten, die im Wasser des Brunnens landen und die Pumpen verstopfen.

Eine der Überlegungen sei inzwischen, ein externes Gehäuse zu schaffen, eine Art „Pumpenraum“ in dem die Pumpe trocken und gut erreichbar installiert werden könne. Gut erreichbar und mit eigenem, wartungsfreundlichen Filter. Das löse jedoch nicht das Problem des Laubes und der Blüten, die von den Bäumen immer von oben ins Wasser regnen, so Hartmann. Außerdem sei ein weiterer „Anbau“ aufgrund der Platzverhältnisse bei Veranstaltungen auf dem Kirchplatz nicht so ohne Weiteres zu realisieren.

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Fazit: Während das Wasser auf dem Rintelner Marktplatz bald wieder sprudelt und die Brunnenanlage wieder zum beliebten und bekannten Fotomotiv macht, wird es am Kirchplatz wohl noch eine Weile dauern bis es wieder heißen kann: „Wasser marsch“.

Gut zu wissen: Wie alt ist der Glasbläserbrunnen?

Der Glasbläserbrunnen steht bereits seit dem Jahr 1939 auf dem Kirchplatz. Er wurde der Stadt Rinteln anlässlich der 700-Jahr-Feier von der Glasfabrik gestiftet. Wie im „Stadt Rinteln Lexikon“ nachzulesen ist, soll der Brunnen die Glasfabrik Hermannshütte in der Stoevesandtstraße symbolisieren. Der Brunnen ist demnach vom Bildhauer „Kubica“ nach einem Entwurf der Bremer Künstler und Architekten Otto Blendermann und Alfred Langel aus Obernkirchener Sandstein hergestellt. Die Figur soll einen Glasbläser bei der Arbeit zeigen. Die Körperhaltung mutet zwar etwas seltsam an, jedoch ist zu erkennen, dass hier ein Glasballon bearbeitet wird.

 

(Text & Fotos: vu)

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