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Mitgliederversammlung und echter Einsatz bei der Ortsfeuerwehr Rinteln

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(Rinteln) Zum Ende der Jahreshauptversammlung bekamen die zahlreichen Gäste einen leibhaftigen Eindruck davon, wie schnell sich eine Einsatzlage entwickeln kann:

Von einem Augenblick auf den anderen schrillten die Alarmmelder der Ortsfeuerwehr Rinteln. Zahlreiche Einsatzkräfte stürmten von ihren Plätzen, besetzten Einsatzfahrzeuge und brausten mit Blaulicht und Sirenen davon.

Viel zu tun für die Ortsfeuerwehr Rinteln

Zuvor konnte Ortsbrandmeister Sebastian Westphal jede Menge Teilnehmer in den Feuerwehrhallen an der Seetorstraße zur Mitgliederversammlung begrüßen und auch den Familien und Arbeitgebern seinen Dank aussprechen. Zwar mussten die Ehrenamtlichen der Ortsfeuerwehr Rinteln im Jahr 2025 zu nur wenigen großen Einsätzen ausrücken, hatten dafür aber jede Menge kleinerer Alarme abzuarbeiten. Insgesamt 252-Mal waren sie im Einsatz und damit an rund 76 Prozent des Einsatzgeschehens im Stadtgebiet beteiligt. Dieses teilte sich in 78 Brandeinsätze (70 Kleinbrände oder Entstehungsbrände, 4 Mittelbrände, 4 Großbrände), 27 Brandsicherheitswachen, 95 technische Hilfeleistungen wie beispielsweise Türöffnungen und sonstige Tätigkeiten zur Menschenrettung und bei Verkehrsunfällen.

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Ortsbrandmeister Sebastian Westphal.

52-Mal entpuppten sich die Alarmierungen als Fehlalarme, teils verursacht durch fälschlicherweise ausgelöste Brandmeldeanlagen oder Deospender. Unterm Strich macht das 6814 Gesamtpersonalstunden, nicht eingerechnet Aus- und Fortbildungen sowie Verwaltungsarbeiten. Von 123 Mitgliedern in vier aktiven Abteilungen befinden sich 84 in der Einsatzabteilung. Westphal hob in seiner Zusammenfassung einige, aus Feuerwehrsicht herausragende, Einsätze des vergangenen Jahres hervor. Darunter die Brände im Auetal und im Kalletal. Bei letzterem unterstützte die Ortsfeuerwehr Rinteln die dortigen Wehren an zwei Tagen bei der Brandbekämpfung.

Erfreulich wenig A2-Einsätze

Unterstützung gab es auch bei zwei schweren Verkehrsunfällen in Steinbergen und zwischen Westendorf und Deckbergen. Erfreulich sei, dass die Einsatzzahlen im verhältnismäßig kleinen Rintelner Autobahnabschnitt gesunken seien. Die sechs Alarme, die auf der A2 aufliefen, teilten sich in drei Brände und zwei Fehlalarmierungen auf. Ein Mal hatte sich eine Frau in einer Toilette eingesperrt und musste befreit werden. Lautstark ging es hingegen bei einem Amtshilfeeinsatz an der Weser zu. Hier bat die Polizei um Unterstützung in einem Einsatz wegen des Verdachts auf Angeln ohne Erlaubnis. Die Beamten wurden von den Einsatzkräften mittels Boot auf die andere Weserseite gefahren, im Nachgang gab es noch eine lautstarke Auseinandersetzung mit den Anglern.

Für die Nachwuchsgewinnung ist die Kinderfeuerwehr zuständig und Leiterin Stephanie Stasitzek wusste von begeisterten Kommentaren aus Reihen der sechs Mädchen und 12 Jungen zu berichten. An jedem zweiten Donnerstag (außer in den Ferien) beschäftigt sich die nächste Generation mit den verschiedensten Themen von Brandschutz über Verkehrsregeln bis hin zu Zeltlager. Für große Begeisterung sorgte eine Lieferung neuer Sweat-Jacken, möglich gemacht durch die Volksbank in Schaumburg und Nienburg.

Bürgermeisterin Andrea Lange.

Aktiver Nachwuchs-Pool ist die Grundlage für eine starke Feuerwehr

Den Jahresrückblick der Jugendfeuerwehr zeigten Adrienne Bronner und Heinrich Gerking in Form einer modernen Präsentation mit Bildern und Videomaterial. So nahm die Jugendtruppe an einer Baumpflanz-Challenge teil und dokumentierte den ganz besonderen „Einsatz“ in bewegten Bildern. Mit drei weiblichen und elf männlichen Mitgliedern und einer hohen Fluktuation ist die Mannschaft ständig in Bewegung: Fünf ehemalige Kinderfeuerwehrmitglieder kamen hinzu, drei wiederum wurden aus dem Nachwuchspool in die Einsatzabteilung der „Großen“ übergeben. Ob Ori-Marsch in Enzen, Stadtwettkampf in Exten oder Kreisjugendfeuerwehr-Wettbewerb in Lindhorst – an Programm mangelte es im vergangenen Jahr nicht. Weiterhin standen Ferienspaßaktionen und der Besuch im polnischen Gdów auf der 2025er Tagesordnung. Auch im neuen Jahr geht es munter weiter mit Wettbewerben, einem Bowlingprogramm und dem Kreiszeltlager in Stadthagen. Interessierte können jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr vorbeischauen.

Ortsbrandmeister Sebastian Westphal (links) mit (von rechts) Sophia Elstner, Jannes Blaue, Kevin Kahn und Daniel Fritz.

Ohne modernes Video, dafür mit ganz viel Humor präsentierte Horst Werner für die Altersabteilung den geselligen Jahresrückblick mit Verlesen einer Speisenvielfalt, die „die alten Acht“ als Rahmenprogramm ihrer Zusammenkünfte absteckten: Wurst- und Käseplatten, Flammkuchen, strammer Max & Moritz, Brettljause und Rinderrouladen. Daneben gab es einen Ausflug zur Rettungswache in Lemgo, für dieses Jahr ist ein Besuch in Celle geplant.

Ulrike Bödeker (li.) wurde in die Altersabteilung der Feuerwehr aufgenommen.

Damit hatte Werner die Lacher auf seiner Seite und Ortsbrandmeister Westphal gab zu, er habe „allein vom Zuhören ein bis zwei Kilo zugenommen“. Zuwachs bekam die Altersabteilung in Form der ersten Hauptfeuerwehrfrau Ulrike Bödeker, übrigens eine Premiere für die Feuerwehr.

Von links: Heinrich Gerking, Jan Lohmann, Christian Weichert, Tim Hundenborn, Christoph Babatz mit Stadtbrandmeister-Vertreter Markus Meier und Ortsbrandmeister Sebastian Westphal.

Stadt nimmt viel Geld für die Feuerwehr in die Hand

Bürgermeisterin Andrea Lange hob in ihren Grußworten die Bedeutung des ehrenamtlichen Feuerwehr-Engagements hervor: „Ohne Euch würde kein Fahrzeug ausrücken, wenn Menschen in Not sind.“ Sie dankte den Mitgliedern und ihren Familien für ihre Einsatz- und Hilfsbereitschaft. Die Verlässlichkeit sei kein Selbstläufer, sondern erfordere Weiterentwicklung und verlässliche Rahmenbedingungen und Menschen die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. Fassungslos zeigte sich Lange angesichts eines publik gewordenen Anschlags auf DRK-Rettungswagen, bei dem Radschrauben an Fahrzeugen durch Unbekannte gelöst worden waren. Jeder Angriff oder Sabotage auf Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst seien absolut inakzeptabel, so Lange.

Von links: Sebastian Westphal mit Stefan Appel, Michael Fritz, Andreas Fehse, Marten Danger, Ralf Eckel und Martin Welsch.

Damit die Feuerwehr zukunftsfähig bleibt, wird ein Feuerwehrbedarfsplan entwickelt. Der Entwurf soll im ersten Quartal des Jahres vorgestellt werden. Lange berichtete auch über das geplante Logistikzentrum im Industriegebiet Süd, in dem Hygieneeinheit, Logistik und Lager untergebracht werden sollen. Das Budget in Höhe von 4,9 Millionen Euro sei in verschiedenen Gremien und Sitzungen beschlossen worden. Spätestens Anfang des zweiten Quartals sollen die Planungsstände erneut vorgelegt werden. Für den Brandschutz sei im Haushalt des Jahres 2026 ein Zuschussbedarf von 2 Millionen Euro ausgewiesen und im Feuerwehrwesen seien Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 2,955 Millionen Euro vorgesehen. Dies seien Investitionen „in die Widerstandsfähigkeit unserer Stadt“ und in die Sicherheitsarchitektur.

Alexander Thürmer (li.) nimmt die Beförderung zum 1. Hauptfeuerwehrmann von Marco Behrens entgegen.

Grote: Überlastung des Ehrenamtes droht

Großes Lob für die Arbeit der Nachwuchsfeuerwehren gab es auch von Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote. Dieser wird, wie bereits berichtet, nach 22 Jahren seiner Amtszeit Ende Februar in den Ruhestand gehen und es war eine der letzten Jahreshauptversammlungen mit seiner Teilnahme. Die Grußworte nutzte Grote um noch einmal auf die Veränderungen in der Gesellschaft (sachliche Diskussionen seien, gerade in den sozialen Medien, kaum noch möglich), die steigende Bürokratie und die teilweise Überlastung des Ehrenamtes aufmerksam zu machen. Zukünftig würden wohl zunehmend Hauptamtliche nötig werden.

Von links: Benjamin Bürger, Noemi Wehr, Finn Luca Köpke, Jonas Klappauf und Tiit Rollnik.
Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote.

Markus Meier präsentierte in Vertretung für Stadtbrandmeister Tim Schinz weitere Einsatzstatistiken und Mitgliederzahlen der Feuerwehren und wies auf bevorstehende Änderungen bei Dienstgraden hin. Aus dem „Löschmeister“ wird künftig der „Brandmeister“ und der Brandmeister wird zum Brandinspektor.

Während der Jahreshauptversammlung mussten einige Feuerwehr-Einsatzkräfte ausrücken.

Beförderungen:

Zur Feuerwehrfrau/Feuerwehrmann wurden befördert:
Finn Luca Koepke, Noemi Wehr, Tiit Rollnik, Benjamin Bürger, Jonas Klappauf

Zur Oberfeuerwehrfrau und zu Oberfeuerwehrmännern wurden befördert:
Sophia Elstner, Mike Hubmann, Jannes Blaue, Daniel Fritz, Kevin Jahn

Zum 1. Hauptfeuerwehrmann wurden befördert:
Alexander Thürmer, Michael Wessel

Zum Löschmeister wurden befördert:
Heinrich Gerking, Tim Hundenborn, Jan Lohmann, Christian Weichert, Christopher Babatz

Zum Hauptlöschmeister wurde befördert:
Benjamin Pätzolt

Zum 1. Hauptlöschmeister wurden befördert:
Andreas Fehse, Stefan Appel, Ralf Eckel, Michael Fritz, Marten Danger, Maik Bauhaus, Martin Welsch

Zum Brandmeister wurden befördert:
Ingo Frommelt, Sascha Schäfsmeier-Fischer

Heiko Ludwig erhielt von Markus Meier die Ehrennadel für 40-jährige Feuerwehrmitgliedschaft.

Ehrungen:

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:
Matthias Mühlenhoff, Jan Lohmann, Hendrik Leibig, Christopher Babatz

Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:
Heiko Ludwig, Maik Bauhaus

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:
Manfred Bödecker, Rainer Kuhlmann

Für 60-jährige Mitgliedschaft wurde geehrt:
Dieter Bettermann

sowie Ingo Frommelt für langjährige Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter, seit 2008 bei der Ortsfeuerwehr und seit 2019 bei der Stadtfeuerwehr tätig.

Für seine langjährige Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter wurde Ingo Frommelt (li.) ausgezeichnet.

(vu)

 

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