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Montessori-Schule in Rinteln? Vorstoß der Grünen im Stadtrat

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Die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Rinteln will das Thema Montessori-Schule in Rinteln bei der nächsten Ratssitzung auf die Tagesordnung bringen. Ein entsprechender Antrag des Fraktionsvorsitzenden Christoph Ochs ist Bürgermeister Thomas Priemer vor wenigen Tagen zugegangen.

„In der Stadt Rinteln besteht ein Bedarf an der Einrichtung einer reformpädagogisch ausgerichteten Grundschule. Es haben sich zahlreiche Eltern in einer Initiative zusammengeschlossen und für mehr als 45 Kinder Interesse an einer Beschulung in einer Montessori-Grundschule bekundet“, heißt es in dem Antrag. Mit einem solchen Angebot würde die Stadt für junge Familien zusätzliche Attraktivität gewinnen und jungen Eltern Wahlfreiheit ermöglichen, argumentieren die Grünen. Die Verwaltung soll daher die Errichtung einer Montessori-Grundschule ermöglichen und prüfen, inwieweit die Stadt selbst als Schulträger fungieren kann, welche Standorte in Frage kommen und ob bestehende Grundschulen ein solches Reformangebot als Zweig oder Komplettumstellung anbieten können.

Die öffentliche Diskussion zeige inzwischen, dass unabhängig von Standortdiskussionen ein Bedarf an alternativen, reformpädagogischen Schulkonzepten in Rinteln bestehe, heißt es in der Antragsbegründung. Bereits in einer kurzfristig durchgeführten Bedarfsermittlung zeigten Eltern von rund 45 Kindern Interesse an einer Montessori-Beschulung (wir berichteten).

„Dass dieses Interesse durchaus ernst gemeint ist und auch durchaus schon länger besteht, zeigt auch die Tatsache, dass bereits seit vielen Jahren täglich Kinder aus Rinteln nach Minden zur Freien Waldorfschule pendeln und so rund 2 Stunden pro Schultag im Auto verbringen, da die Familien mit dem Bildungsangebot in Rinteln nicht zufrieden sind“, führen die Grünen weiter aus und argumentieren, eine Montessori-Schule bereichere eine Kommune durch größere Schulvielfalt und mache sie besonders für junge Familien attraktiver.

Abschließend heißt es: „Allgemein ist in Deutschland eine starke Zunahme von Montessori-Schulen zu beobachten, wobei die meisten dieser Schulen sich leider in privater Trägerschaft befinden. Eine private Trägerschaft bedeutet für die Familien, dass Schulgeld bezahlt werden muss und häufig noch zusätzlich Mitarbeit, sowie die Gewährung eines Darlehens und einer Bürgschaft zu leisten sind, damit die Schule betrieben werden kann. Diese von den Familien zu erbringenden Leistungen sorgen jedoch dafür, dass sich unter den Schulkindern nur ein eher homogener Teil der Bevölkerung wieder findet, was aus grundsätzlichen sozialpolitischen Überlegungen vor allem in der Grundschule abzulehnen ist und nicht das Ziel der Stadt Rinteln sein dürfte.

Das hohe Interesse an der Montessori-Pädagogik und das Problem einer privaten Trägerschaft haben auch andere Städte wie z.B. die niedersächsischen Städte Stade und Meppen erkannt und Montessori-Grundschulen in kommunaler Trägerschaft gegründet bzw. eine bestehende Zweigstelle auf die Montessori-Pädagogik umgestellt. Die Erfahrungen beider Städte zeigen, dass diese Schulen sehr gut angenommen werden und die Kosten für die Unterhaltung der Grundschulen vergleichbar mit denen der anderen Grundschulen sind.

In anderen Bundesländern finden sich deutlich mehr Montessori-Schulen in kommunaler Trägerschaft. So gibt der Montessori Dachverband Deutschland e.V. an, dass Deutschland- weit rund 45 % aller Montessori-Schulen in kommunaler Hand sind.

Eine Montessori-Schule soll jedoch nicht als Standortbedrohung für die anderen Grundschulen wahrgenommen werden. Darum ist es wichtig, die bestehenden Grundschulen in den Entstehungsprozess einzubinden. So könnte es durchaus sein, dass eine der bestehenden Grundschulen hierin auch die Möglichkeit sieht, zusätzlich Profil zu gewinnen und sich langfristig zu stärken.“ (pr)

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