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NABU appelliert an Politik und Behörden: Seeadler muss Priorität haben

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Während der Investor Planet Energy laut NABU-Pressemitteilung an dem Antrag zur Genehmigung von zwei Windkraftanlagen festhält, appellieren die Naturschützer an Fachbehörden und Rintelner Ratspolitiker, sich für den Artenschutz in dieser Sache zu entscheiden: „Der Landkreis Schaumburg und die Stadt Rinteln haben es nun in der Hand, ob seltene Arten wie der Seeadler weiterhin eine Chance im Wesertal haben“, so Dr. Nick Büscher, Vorsitzender der NABU-Gruppe Rinteln.

„Indes ist über unseren Widerspruch noch immer nicht entschieden worden, im laufenden Verfahren beteiligt zu werden. Wir warten dringend auf die Antwort des Landkreises, um notfalls juristisch dagegen vorgehen zu können.“

Derzeit befinden sich die geplante Errichtung der Windkraftanlagen im behördlichen Genehmigungsverfahren. „Soweit uns bekannt ist, hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises bereits ihre Stellungnahme in der Angelegenheit abgegeben – was anscheinend heißt, dass man kein zweites Seeadler-Gutachten für notwendig hält“, so Dr. Büscher weiter.

Aus Sicht des NABU sei die einzige naturschutzfachlich darstellbare Einschätzung die Ablehnung der Anträge, da der Landkreis Schaumburg eine besondere Verantwortung für diese wieder heimisch gewordene Art habe. Die Stellungnahme der Vogelschutzwarte sei laut NABU derart eindeutig, dass man dieses Projekt ohne das Risiko, seitens des Investors in Regress genommen zu werden, ablehnen kann. „Wir haben mittlerweile Antrag auf Auskunft im Rahmen des Umweltinformationsgesetzes gestellt, um die Stellungnahme der Fachbehörde einsehen zu können“, wie Dr. Büscher erläutert.

Vor diesem Hintergrund komme laut NABU den Rintelner Ratspolitikern nun eine besondere Bedeutung zu, eine Resolution gegen dieses Einzelprojekt in Westendorf zu beschließen, was nicht mit der Ablehnung von Windenergie im Allgemeinen gleichzusetzen sei. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn diese naturverträglich realisiert werde, das Projekt in Westendorf zähle laut NABU nicht dazu.

„Es muss eine naturschutzfachlich sinnvolle Entscheidung getroffen werden, hierzu kann nur eine eindeutige wie fraktionsübergreifende Resolution im Rat der Stadt Rinteln ein starkes Signal setzen“, so Dr. Büscher. (pr)

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