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Nachtwächter, Narren, Maria Crohn, Udo Jürgens und weitere Stimmungskanonen bei RCV-Prunksitzung

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Sie haben es wieder getan: Die Narren des Rintelner Carnevalsvereins ließen bei der diesjährigen Party mit Prunksitzung nichts unversucht, um die 270 Zuschauer im ausverkauften Brückentorsaal mit einem kunterbunten Blumenstrauß aus Musik, Gags, Lachsalven und Stimmungsraketen zu unterhalten. Für den RCV war es die letzte Veranstaltung in diesen Räumlichkeiten. Wie bereits mehrfach an dieser Stelle berichtet, soll im kommenden Jahr die Abrissbirne kreisen und dem Nussbaum-Ambiente den Garaus machen.

So war es nicht weiter verwunderlich, dass der Rintelner Nachtwächter (wieder grandios verkörpert von Elferratspräsident Hans-Hermann Stöckl) an seinem rustikalen Rednerpult die Gelegenheit zum verbalen Rundumschlag gegen Baupläne und Co. nutzte. Vom „Umbau des Bettenturms zum First Class Resort und Spa Hotel mit extravagantem Delikatessenrestaurant oben drauf“ berichtete Stöckl:

Scharfzüngige Abrechnung mit Altstadtsanierung und Brückentorsaal: Der „Rintelner Nachtwächter“.

„Der Gourmet stiert dann mit Hochgenuss, auf unsern schönen Weserfluss.
Und sieht behaglich schmatzend schön im Sitzen, am Weserufer die Kellner der Bodega flitzen.
Der neue Saal und das ist nicht geprahlt, in voluminösem glamourösem Prunk erstrahlt.
Bald wird von München bis Berlin, die Schickeria an die Weser ziehn.
Ins Wahrzeichen der Hip Giganterie:
Rinteln hat dann die Weserphilharmonie.
Der Bürgermeister ist schon jetzt begeistert,
wie er das wieder „priemer“ meistert!“

Der „Nachtwächter“ klagte sein Leid, dass niemand die „Rintler Bürger“ nach ihrer Meinung gefragt habe, es niemanden gestört habe, wenn das Publikum laut röhrt und es beim Feiern und Tanzen warm und trocken sei. Und wenn man „mal ganz schnell zum Pinköln“ müsse, rutsche man ins „tiefste Klo von Rintöln“.

Ob Umgestaltung des Kollegienplatzes, die Academia Rinteln, Verlust des alleinigen Standorts der Sommer-Uni oder Altstadtsanierung und Denkmalschutz – es gab an dem Abend kaum ein Thema, das der Rintelner Nachtwächter nicht aufs Korn nahm und zur Abrechnung brachte. Abseits der wortgewaltigen Auseinandersetzung mit Kultfaktor und festem Bestandteil jeder RCV-Prunksitzung unterhielten unter anderem die Fürstengarde, Tanzmariechen und Wesernixen und natürlich die graziösen Klosterelfen (das Männerballett, das für keusche und enthaltsame Lebensweise im Kloster und elfengleiche Bewegungsabläufe über die Grenzen hinaus bekannt ist).

Maria Crohn voll in ihrem Element: Mit Gags und Gesang das Publikum begeistert.

Für musikalische Unterhaltung und reichlich zweideutige Gags sorgte der Travestiekünstler Maria Crohn („beim Saufen kommt immer der Kerl durch“) mit seinem (ihrem?) zweiteiligen Auftritt. Alle Nostalgiker und Retro-Fans schmolzen beim „Udo Jürgens“-Double dahin wie ein Stück Butter im Rampenlicht und erinnerten sich, egal ob mit „17 Jahr, blondes Haar“, Perücke oder „66 Jahren“ daran, „Niemals in New York“ gewesen zu sein, während sie an „griechischem Wein“ oder Weizenbier nippten. Und als sich nach Mitternacht die Veranstaltung ihrem Ende zuneigte und ein Meer von Luftballons den Saal flutete, kam bei dem einen oder anderen Besucher eine Portion Wehmut durch. Wo die Narren, der Nachtwächter und die Gäste im kommenden Jahr feiern, steht (noch) in den Sternen. Möglicherweise ja trotz der erfrischenden Außentemperaturen im Zelt. Dank der tollen Atmosphäre dürfte niemandem so schnell kalt werden.

(Fotos ohne „Rinteln-Aktuell.de“-Logo mit freundlicher Unterstützung von Radio Rinteln)

Bildergalerie RCV-Prunksitzung am 3.2.2018 im Brückentorsaal Rinteln:

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