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Neubau eines Gebäudes mit Dialysezentrum und Wohnungen in der Klosterstraße geplant

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(Rinteln) In der Klosterstraße, am südlichen Ende der Rintelner Fußgängerzone soll ein neues Gebäude mit einer Dialysepraxis (Dialyse = Blutwäsche) im Erdgeschoss und 37 Wohnungen entstehen. Die Firma IMMAC Wohnbau aus Hamburg stellte die Pläne jetzt im Bauausschuss vor.

Da der betroffene Bereich (in den Gebäuden befinden sich der „TEDI“ und die Schaumburger Zeitung) im Bebauungsplan „Stadtmitte“ als Kernbereich überplant ist, wären die Planungen aufgrund der Vorhaben nicht realisierbar. Daher hat der Investor um eine Teilaufhebung des entsprechenden Bebauungsplans gebeten und um die Aufstellung eines Bebauungsplans, der die planungsrechtlichen Voraussetzungen schafft. Laut jetziger Planung sollen im ersten und zweiten Stock des Gebäudes 30 Wohnungen für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte entstehen. Im Dachgeschoss sind sieben größere, familientaugliche Wohnungen geplant.

Wo jetzt diese beiden Gebäude in der Klosterstraße stehen, ist der Neubau eines Wohn- und Geschäftsgebäudes mit Dialysezentrum im Erdgeschoss geplant.

Pläne, die nicht bei allen gut aufgenommen wurden. Uta Fahrenkamp (Grüne) stellte die Frage in den Raum, inwieweit eine ambulante Dialysestation an dieser Stelle zur Innenstadtentwicklung beitragen soll. Der öffentliche Raum sei vor Jahren zur Fußgängerzone zurückgebaut worden, jetzt fürchte man eine Zunahme des Verkehrs am südlichen Ende der Stadt. Bei 64 Dialysepatienten und jeweils vier Fahrten täglich sah sie auch ohne Berücksichtigung der Wohnungen im Gebäude ein Verkehrsproblem auf die südliche Altstadt zukommen und erinnerte an die Verkehrsproblematik an der jetzigen Dialysestation in der Mühlenstraße. Kritik gab es von Fahrenkamp auch am Gutachten, in dem teilweise falsche Straßenbeläge bei der Ermittlung von Lärmwerten angeführt wurden. Ebenso sei für die Kreuzstraße eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern angegeben, diese sei aber als Spielstraße ausgewiesen und auf maximal 7 km/h beschränkt.

Blick auf den jetzigen Gebäudekomplex an der Klosterstraße/Ecke Kahlergasse.

Selten einmütig zeigten sich dagegen die Vertreter von SPD, CDU und WGS. Dieter Horn (SPD) begrüßte die Pläne für eins Dialysestation in Zentrumsnähe und hielt den zusätzlichen Verkehr für „sehr wohl zumutbar“. Er befürchtete vielmehr, dass der Stadt an dieser Stelle möglicherweise ein weiteres Mal ein Investor „durch die Lappen“ gehen könnte. (In Anlehnung an den Brückentorsaal und die gescheiterten Investorenpläne – Anm. d. Red). Auch von Seiten der CDU gab es breite Zustimmung, der sich die WGS laut Jens Maack anschloss. Kay Steding (CDU) bekräftigte, man werde die Pläne positiv begleiten und relativierte, gerade Bewohner im Stadtzentrum würden nur wenig mit dem Auto fahren. Außerdem seien zusätzliche Parkplätze hinter dem Volksbank-Gebäude geplant. Sein Parteikollege Heinz-Jürgen Requardt befürchtete, ein weiterer „Ramschladen“ im Zentrum der Stadt sei keine bessere Alternative. Ein Dialysezentrum gehöre nicht ins Industriegebiet und das Fahrpersonal, so seine Prognose, würde sich im Zeitraum der Behandlung in der Innenstadt aufhalten. Bürgermeister Thomas Priemer wies darauf hin, dass bereits bei der Vorplanung großer Wert auf die Entzerrung der Verkehrsströme gelegt wird. So solle der Verkehr zur Dialysepraxis über den Parkplatz hinter der Volksbank geführt werden. Zustimmung gab es auch aus den Reihen des Seniorenbeirats. Letztendlich kam es zur Abstimmung. Bis auf die Gegenstimme aus Reihen der Grünen stimmten alle Ausschussmitglieder für die Aufstellung des Bebauungsplans. Nächste Station ist der Verwaltungsausschuss, ehe das Thema am 26.9. im Rat auf den Tisch kommt.

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