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Neue Abwasserleitung in ehemaliger Flutmulde zwischen Dingelstedtwall und Ost-Contrescarpe ist fertig

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(Rinteln) Die Bagger sind weg, die Oberfläche ist wieder eingesät. Hier und da wird noch ein neuer Zaun gezogen, ansonsten ist die Baumaßnahme fertig. Darüber informiert der Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln in einer Pressemitteilung.

In einem schmalen Streifen zur Gartenseite der Häuserreihen im Dingelstedtwall und Ost-Contrescarpe hat der Abwasserbetrieb einen neuen Kanal für Abwasser gebaut. Genutzt hat er dafür das Bett der alten Flutmulde der Weser – und nicht, wie heute sonst meistens üblich, die Straße.

„Auf rund 750 Metern haben wir den alten Kanal aus den 1960er-Jahren in derselben Trasse wieder auf Vordermann gebracht“, sagt Diplom-Ingenieurin Grit Seemann, technische Leiterin des Abwasserbetriebes und fügt an: „Möglich war das nur durch die gute Kooperation der Anlieger. Dafür bedanken wir uns herzlich im Namen des Abwasserbetriebes. Wir wissen das Entgegenkommen und die Geduld der Grundstücksbesitzer und Anwohner wirklich zu schätzen.“

Auf der anderen Seite hat diese heute unübliche Lösung den Hausbesitzern etliche Kosten für neue Hausanschlüsse von der Straßenseite erspart. Und auch Belastungen durch Verkehrsbehinderungen oder Sperrungen konnten weitgehend vermieden werden, da die Straßen nicht aufgegraben werden mussten. „Dafür waren wir mit großen Baumaschinen bei den Menschen im Garten. Das erforderte eine besondere Sorgfalt sowie eine sehr genaue Planung und detaillierte Abstimmung mit den Eigentümern“, resümiert Seemann. Sie lobt die beteiligten Baufirmen für die präzise und rücksichtsvolle Durchführung. „Alle waren sehr darauf bedacht, den Baustreifen einzuhalten und Bepflanzungen zu schützen.“

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Der neue Abwasserkanal zwischen Dingelstedtwall und Ost-Contrescarpe ist bis auf wenige Restarbeiten fertig. Den Schotterweg erstellt der Abwasserbetrieb Rinteln für spätere Wartungsarbeiten. Die unübliche Lösung abseits der Straße ersparte den Anliegern teure neue Hausanschlusskosten. (Foto: pr)

„Miteinander statt gegeneinander“

Die Sanierung so umzusetzen, sei die einfachste, zeitsparendste und günstigste Lösung für alle gewesen. Denn die Gebäude seien jetzt wieder über ihre bisherigen bestehenden Abwasserleitungen an den neuen Abwasserkanal angeschlossen. „Auf den Grundstücken selbst mussten keine Gräben für neue Hausanschlüsse gezogen werden. Das wäre der Fall gewesen, wenn wir den neuen Kanal in die Straße umverlegt hätten“, erläutert Grit Seemann. Stattdessen jedoch mussten die Eigentümer zum einen bereit sein, dass der Abwasserbetrieb jeweils eine Breite von drei Metern rechts und links vom bestehenden Kanal in der ehemaligen Flutmulde für die Bauarbeiten nutzen durfte. Für Bepflanzungen, Hütten und Zäune, die nicht wiederhergestellt werden konnten, wurden die Besitzer entschädigt. Um künftig jederzeit ungehindert für Wartungs- und Reparaturarbeiten an den neuen Kanal zu gelangen, haben sich die Anlieger bereit erklärt, einen Streifen von jeweils einem Meter beidseitig des Kanals den Abwasserbetrieben dauerhaft zur Verfügung zu stellen – entweder durch eine Eintragung im öffentlichen Baulastenverzeichnis oder Verkauf.

Intensiver Dialog

Vor etwa fünf Jahren hat der Abwasserbetrieb die betroffenen Grundstücksbesitzer über die anstehende erforderliche Sanierung des Abwasserkanals informiert; diese wussten um den maroden Zustand des alten Steinzeugkanals. Im weiteren Verlauf der Planung fanden Informationsveranstaltungen für die Anlieger statt und viele Gespräche mit jedem Einzelnen. „Wie die Sanierung aussehen könnte, und welche Alternative die beste ist, haben wir mit Fachplanern im Vorfeld genau eruiert und geprüft sowie mit jedem Anlieger ausführlich besprochen“, beschreibt Grit Seemann die Planungsphase.

Dass der alte Kanal vollständig entfernt und durch einen neuen in der alten Trasse ersetzt wurde, hat drei Gründe: Erstens hat das vermehrte Auftreten von Starkregenereignissen dazu geführt, dass der Querschnitt der Rohre heute aus Sicherheitsgründen um einiges größer sein muss als noch in den 1960er Jahren. Zweitens war das Bauwerk an manchen Stellen so tief abgesunken, dass ein gerader Verlauf nicht mehr gegeben war und es immer wieder zu Verstopfungen kam. Und drittens können die anliegenden Häuser durch den Erhalt des Verlaufs, ihre Grundstückentwässerung behalten und müssen sie nicht teuer und auf eigene Kosten neu von der anderen Seite her verlegen. „Ein intensiver Dialog mit den Anliegern war für das Gelingen des Projekts von entscheidender Bedeutung“, betont sie, „durch eine frühe und kontinuierliche Kommunikation können viele Missverständnisse und Unklarheiten von vornherein vermieden werden.“

Historisch gewachsene Besonderheit

Üblicherweise laufen die Abwässer von Privatgrundstücken in die Kanäle in den öffentlichen Straßen, die sich vor den Häusern befinden. Sowohl Zustand als auch Funktion der privaten Entwässerung, ist dabei Sache der Eigentümer und Eigentümerinnen. Es ist ungewöhnlich, dass das Abwasser zwischen Dingelstedtwall und Ost-Contrescarpe hinter den Häusern zusammenläuft, hat aber seine Gründe. Denn früher drohte am Stadtrand Rintelns Weser-Hochwasser. Diese Gefahr wurde einst durch den Flutgraben entlang der Stadt abgehalten; inzwischen lässt sich ein Überlaufen der Flüsse aber durch andere Maßnahmen verhindern. Dadurch kann die historisch gewachsene Entwässerung der anliegenden Grundstücke in die tiefer gelegene Flutmulde auch zukünftig mit dem neuen Abwasserkanal sorgenfrei betrieben werden. (pr)

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