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Neue Fachkoordinatorin für Kindertagesstätten in Rinteln, Hessisch-Oldendorf und Auetal

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Rinteln, das Auetal und Hessisch-Oldendorf haben zum 1. April diesen Jahres eine Qualitätsoffensive gestartet um Kindertagesstätten auf ein gleichmäßig hohes Niveau zu bringen. Bereits im Vorfeld war im Rahmen des „nifbe“-Programms (Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung) für den Zeitraum eines Jahres die Basis geschaffen worden um gemeinsame Ziele zu definieren und Ergebnisse zu erzielen.

Da das Programm aus finanziellen Gründen ausgeschöpft war, haben sich die beteiligten Kommunen dazu entschlossen, die Arbeit durch eigenes Personal weiterzuführen. Die Vorstellung dieses neuen Programms wurde jetzt durch die Bürgermeister von Rinteln, Hessisch-Oldendorf und dem Auetal, Karl-Heinz Buchholz, Harald Krüger und Thomas Priemer vorgenommen.

Denise Fischer aus dem Auetal wurde als Leiterin dieser Qualitätsoffensive und Fachkoordinatorin für die Kindertagesstätten, zunächst für zwei Jahre befristet, eingestellt um die Rahmenbedingungen in den KiGas und KiTas im Rahmen des neu geschaffenen Aufgabenfelds zu verbessern.

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(Von links) Karl-Heinz Buchholz, Denise Fischer, Thomas Priemer und Harald Krüger bei der Vorstellung des Pilotprojekts zur Verbesserung der Qualitätsstandards in Kindertagesstätten.

Harald Krüger, Bürgermeister von Hessisch Oldendorf, wies auf die gestiegenen Ansprüche der Eltern an die Kinderbetreuung hin. 2013 hat er jede der Einrichtungen vor Ort begleitet und festgestellt, dass es seitens der Elternschaft durchaus hohe Ansprüche gibt und es Kindertagesstätten gibt, die bevorzugt nachgefragt werden.

„Das Programm soll nicht dazu führen, dass die Kindergärten vereinheitlicht werden“, so Thomas Priemer, „so wie es zum Beispiel Waldkindergärten gibt, integrative Kindergärten und andere, sollen alle in ihren Besonderheiten erhalten bleiben. Lediglich die Qualitätsstandards sollen gemeinsam steigen.“

Auch Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz betonte, dass es im Gegensatz zu externen, zeitlich begrenzten Coachings, hierbei auf die Beständigkeit ankomme. Im täglichen Umgang mit den Anforderungen und Aufgaben gehen solche Dinge wie Verbesserungsprogramme sonst oft unter, das Pensum sei zu breit aufgestellt.

Fischer, seit gut sechs Wochen mit der neuen Aufgabe betreut, hat zu Beginn des Pilotprojekts zunächst einmal alle 24 beteiligten Kindergärten und KiTas besucht, Erwartungen abgefragt und hatte trotz durchweg positiver, erster Resonanz auch mit vereinzelter Skepsis zu kämpfen: „Ich war in dem Kindergarten, wo ich auch meine Ausbildung zur Erzieherin gemacht habe. Jetzt stand ich plötzlich über den Kollegen, die mich ausgebildet hatten.“ Alle drei Monate trifft sich eine Lenkungsgruppe um Zwischenergebnisse zu besprechen. Ein eingeführtes Gütesiegel namens „QiP“ (Qualität im Prozess) soll dabei helfen.

Das KiTa-Gesetz basiert auf einer uralten Grundlage, so Priemer. Es sieht eine Erst- und eine Zweitkraft pro Kindergruppe vor. Bei einer Einrichtung mit vier Gruppen macht das eine Anzahl von acht Erzieherinnen. In der Praxis zu wenig, man braucht in der Regel auch Springerkräfte als Urlaubsvertretung, ebenso als Vertretung im Krankheitsfall. „Ich behaupte, man braucht inzwischen nicht acht, sondern 15 Mitarbeiter für vier Gruppen“, ergänzte Priemer. Eine Änderung des Gesetzes wäre eine Möglichkeit, die Situation zu entschärfen, allerdings ist die Lösung eher unwahrscheinlich. Dabei machten die Kommunen schon erheblich mehr als gesetzlich vorgeschrieben. Würde der Gesetzgeber die Bedingungen ändern und mehr zusätzliche Betreuerinnen zur Pflicht machen, müsste er die Schaffung der Stellen auch bezahlen.

Dabei gehe die Stadt durchaus auf individuelle Wünsche der Eltern ein. Buchholz: „Wenn bei uns zehn Eltern eine verlängerte Kinderbetreuung wünschen, dann machen wir das auch. Nur muss der Bedarf auch da sein.“ Bei zwei oder drei Anfragen müsse man nach Individuallösungen suchen, so Krüger, diese Last könne nicht allein dem Steuerzahler aufgebürdet werden. Sogenannte „Zubuchungen von Stunden“ seien ebenfalls möglich, so Priemer, um ein Höchstmaß an Flexibilität zu erreichen. Die zusätzliche Verwaltungsarbeit sei groß, aber die Eltern nehmen das Angebot dankend an.

Obwohl in Kürze eine Überarbeitung des Kindertagesstätten-Gesetzes ansteht, ohne klare Signale aus Berlin ist eine Aufstockung auf drei Erziehungskräfte pro Gruppe nicht zu erwarten.

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