(Rinteln) Ein Gastbeitrag von Dr. Diana Kolb von der Caritas, Initiatorin der Ökumenischen Woche in Rinteln:
Türen öffnen ist das eine. Herzen öffnen das andere. Während der Ökumenischen Woche 2026 in Rinteln gelang beides. Die Kirchengemeinden St. Nikolai, St. Sturmius, Johannis und Jakobi öffneten ihre Kirchen und Gemeinderäume – und schufen damit Orte, an denen Menschen einander begegnen, miteinander reden, essen, feiern, singen und ihren Glauben teilen konnten.
Den Auftakt bildete ein ökumenischer Wortgottesdienst in der katholischen Kirche St. Sturmius. Gemeinsam wurde gebetet, Gott gefeiert und Gemeinschaft erlebt und sogar Kommunion gefeiert. Bereits hier wurde spürbar, was sich wie ein roter Faden durch die gesamte Woche ziehen sollte: Nicht das Trennende, sondern das Verbindende stand im Mittelpunkt.
Und dieses Verbindende zeigte sich anschließend in ganz unterschiedlichen Formen. Kinder konnten gemeinsam kreativ werden und basteln, während bei den Seniorencafés auch Themen Raum bekamen, die viele Menschen unmittelbar betreffen. Es wurde über Einsamkeit gesprochen, über Klostermedizin ebenso wie über den Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes. Dabei ging es nie allein um Information. Mindestens ebenso wichtig waren das Gespräch miteinander und das offene Ohr füreinander.
Auch die Burghof-Klinik gewährte im Rahmen der ökumenischen Woche Einblicke und öffnete seine Türen um im Gespräch zueinander zu kommen, Brücken zu bauen und Barrieren abzubauen. An vielen weiteren Orten führte der Weg zur Begegnung ganz selbstverständlich über den gedeckten Tisch. Ob beim Café international, in der Wärmeoase oder beim gemeinsamen Essen in der katholischen Kirchengemeinde: Für das leibliche Wohl war gesorgt – und an Gesprächsstoff mangelte es ebenfalls nicht.
Jugendliche fanden ebenso ihren Platz in der Ökumenischen Woche. Geöffnete Chorproben machten Musik zu einem verbindenden Element, während eine Taizé-Andacht Gelegenheit bot, zur Ruhe zu kommen, gemeinsam zu beten und Glauben auf eine andere, stille Weise zu erleben.
Wenn aus Begegnungen Gemeinschaft wird
Dass Kirche auch ausgelassen und fröhlich sein darf, zeigte sich am Samstag bei einem besonderen Höhepunkt der Woche. Zur Frauendisco in der Jakobi-Gemeinde kamen rund 50 Frauen im Alter von einem bis 80 Jahren zusammen. Frauen unterschiedlicher Generationen und Nationalitäten tanzten und feierten miteinander – und vor allem auch sich selbst. Für zwei Stunden wurde die Tanzfläche zu einem Ort, an dem Unterschiede in den Hintergrund und Gemeinschaft und Lebensfreude in den Vordergrund rückten.
Einen ebenso fröhlichen wie passenden Schlusspunkt setzte schließlich ein Kindermusical mit der anschließenden Feier zum Weltkindertag rund um die St.-Nikolai-Kirche. Damit endete eine Woche, in der vom Kleinkind bis zum Senior Menschen unterschiedlichsten Alters ihren Platz fanden.
Initiiert und begleitet wurde die Ökumenische Woche von Jule Sareyka und Dr. Diana Kolb von Diakonie und Caritas. Sie schufen gemeinsam mit den beteiligten Kirchengemeinden den Rahmen für die zahlreichen Veranstaltungen und waren selbst bei einem Großteil davon vor Ort. Sie zeigten, dass auch die Wohlfahrtsverbände bereits ökumenisch wunderbar zusammen arbeiten.
Was nach dieser Woche bleibt, lässt sich allerdings kaum allein an der Zahl der Veranstaltungen messen. Es sind die vielen kleinen Geschichten und Begegnungen: Menschen, die miteinander ins Gespräch gekommen sind. Menschen, die zugehört haben. Menschen, die vielleicht zum ersten Mal eine andere Kirchengemeinde betreten haben und dort mit offenen Armen empfangen wurden.
Rinteln verfügt bereits über eine lebendige ökumenische Tradition. Die gemeinsame Woche hat dieser Verbundenheit noch einmal neue Kraft gegeben. Sie war ein weiterer Schritt auf einem gemeinsamen Weg, auf dem unterschiedliche christliche Traditionen ihre Eigenheiten behalten und zugleich immer wieder entdecken können, was sie miteinander verbindet.
Und dieser Weg führt weiter – auch über die Stadtgrenzen hinaus. Nach der Ökumenischen Woche 2025 in Bückeburg war 2026 Rinteln Gastgeber. Im kommenden Jahr zieht die Ökumenische Woche nach Stadthagen weiter, 2028 soll Bad Nenndorf folgen.
Es lohnt sich also, auch dort die Augen und vor allem die Türen offen zu halten. Denn die Erfahrung aus Rinteln hat gezeigt: Die Ökumenische Woche richtet sich nicht nur an diejenigen, die ohnehin jeden Sonntag in einer Kirchenbank sitzen. Sie möchte ein Angebot für alle sein – für Kinder und Jugendliche, Familien und Senioren, für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Konfession und ebenso für diejenigen, die Kirche vielleicht erst einmal ganz unverbindlich kennenlernen möchten.
Denn manchmal beginnt Gemeinschaft mit etwas ganz Einfachem: einer geöffneten Tür, einem gedeckten Tisch, einem Lied, einem Tanz – oder einem Menschen, der sich Zeit nimmt und zuhört.
(pr; Foto: pr)

























Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.