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Pastor Roggenkamp kehrt nicht nach Krankenhagen zurück

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(Krankenhagen) Kurz vor Weihnachten luden Vertreter der Landeskirche zu einem Pressegespräch ein, in dem es um die Pfarrstellenbesetzung in der Kirchengemeinde Krankenhagen gehen sollte. Wie bereits mehrfach berichtet, wurde der Pfarrverwalter in Ausbildung, Tobias Roggenkamp, abberufen und führt seine Ausbildung künftig in der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde in Hameln fort. Der Fall riss tiefe Gräben zwischen Kirche, Vorstand und Gemeindemitgliedern im Ort. Auf einer Gemeindeversammlung wurde heftig, lautstark und emotional über die Gründe von Roggenkamps Absetzung diskutiert. Die Gerüchteküche brodelte munter vor sich hin, auch, weil es von Seiten der Kirche keine Aufklärung gab. Man berief sich auf vertrauliche Details der Ausbildung, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürften, und „mauerte“. Eine Liste mit über 330 Unterschriften von Gemeindemitgliedern, die sich für den Verbleib ihres Pastors einsetzten, wurde überreicht. Die Kirche berief am 19. Dezember ein Treffen mit Mitgliedern der Unterschrifteninitiative ein. Die Hoffnung, jetzt endlich Klarheit zu erlangen, erfüllte sich jedoch nicht.

Von links: Kirchenrat Mathis Burfien, Superintendent Andreas Kühne-Glaser, Leiterin der Personalabteilung der Landeskirche, Dr. Nicola Wendebourg und stellvertretender Pressesprecher Benjamin Simon-Hinkelmann beim Pressegespräch.

Die Vertreter der Landeskirche gaben zu verstehen, dass sie die Anforderungen des Ausbildungsberufs zum Pfarrverwalter unterschätzt hätten. Durch das vielfältige Anforderungsprofil sei die Begleitung durch einen erfahrenen Mentor wichtig, stellte sich im Nachinein raus. Da die Pastorenstelle in Krankenhagen vakant gewesen sei, hätte es diese Möglichkeit nicht gegeben. Der bisherige Kirchenvorstand habe viele Aufgaben übernommen, die normalerweise ein Pastor getätigt hätte. In der Vakanzzeit habe man gelernt, die Dinge „selbst in die Hand zu nehmen“, hieß es. Das habe sich mit dem neuen Vorstand geändert, wodurch die Defizite deutlich wurden. „Ich hab ihm zugetraut, dass er das schafft“, erinnert sich Superintendent Andreas Kühne-Glaser an die Anfänge und gibt Fehler zu, „heute würde ich sagen, ich hab´s ihm zugemutet.“ Die Initiative zur Absetzung Roggenkamps ging nicht vom Kirchenvorstand aus, erklärte Kühne-Glaser weiter, die Entscheidung habe die Ausbildungsleitung der Landeskirche getroffen.

Die Kirche hat inzwischen reagiert und den Ausbildungsgang verändert. In Hameln steht Roggenkamp eine erfahrene Pastorin als Mentorin zur Seite. An einer Tatsache ändert dies jedoch nichts: Tobias Roggenkamp wird auch nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung nicht zur Kirchengemeinde Krankenhagen zurückkehren, stellte die Landeskirche klar. In einem mit Kirchenvertretern abgestimmten Statement lässt Roggenkamp erklären: „Ich habe gerne in Krankenhagen gearbeitet. Doch für die Kirchengemeinde Krankenhagen und für mich war es Zeit für einen Neuanfang. Ich wünsche allen Gemeindemitgliedern, dass sie auch in Zukunft an der Kirche Jesu Christi bauen. Und gerade jetzt vor Weihnachten hoffe ich sehr, dass sie dieses gemeinsam und in einem christlichen Miteinander tun.“ Er selbst war weder beim Pressegespräch noch beim Treffen am 19.12. anwesend, wie die Vertreter der Landeskirche erklärten.

Kühne-Glaser gibt zu, eine Reihe von Fragen angesichts der Situation um Pastor Roggenkamp nicht beantworten zu können und bittet aus Gründen der Vertraulichkeit um Verständnis. In Krankenhagen ist seit einigen Wochen Pastor Justus Conring als fester Ansprechpartner für die Gemeindemitglieder tätig, diese Zuständigkeit soll auch auf absehbare Zeit Bestand haben.

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