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Pilotenausbildung über Rinteln: Über die Faszination des Segelfliegens

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Fliegen ist ein uralter Menschheitstraum. In der griechischen Sagenwelt flog Ikarus mit einer Flügelkonstruktion aus Federn und Wachs gen Himmel. Doch er kam der Sonne zu nah, das Wachs schmolz und er stürzte ins Meer. Seither wurde mit viel Erfindungs- und Abenteuergeist versucht, es besser zu machen. Die heutigen Segelflugzeuge fliegen bis zu 1000 Kilometer und auch weiter, nur mit Hilfe der Natur. Fragen an Bernd Konitz, den Ausbildungsleiter im Luftsportverein Rinteln e.V..

Was ist eigentlich das Faszinierende am Segelfliegen?

Die Welt von oben zu erleben und unter Ausnutzung der Sonnen- und Windenergie weite Strecken ohne Motor zurück legen zu können. Einfach das Gefühl von Freiheit zu genießen, das ist das Faszinierende am Segelfliegen. Auch Technik- und Naturbegeisterte werden vom Segelfliegen fasziniert sein.

(Foto: LSV)

Gibt es Altersgrenzen?

Jeder Jugendliche, weiblich oder männlich, ab 14 Jahren und jeder noch Junggebliebene, dem es der Fliegerarzt erlaubt, kann Segelflieger werden. Der Luftfahrerschein wird allerdings erst am 16. Geburtstag ausgehändigt, auch wenn man die Prüfung schon vorher abgelegt hat.

Gibt es einen Flugführerschein?

Ja, nur heißt er Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer. Man bekommt ihn nach einer gründlichen praktischen und theoretischen Ausbildung, die sich in mehrere Abschnitte gliedert. Der Luftsportverein Rinteln e.V. (LSV) hat 8 ehrenamtliche Fluglehrer, die von April bis Oktober an den Wochenenden und Feiertagen für die fliegerische Ausbildung zur Verfügung stehen. Ab dem 19. Januar 2019 findet auf dem Flugplatz ein Theorieunterricht für die Flugschüler statt.

Die A-Prüfung beendet den ersten Ausbildungsabschnitt mit drei Flügen ohne Fluglehrer. Bei der B- und der C- Prüfung sind weitere fliegerische Fähigkeiten nachzuweisen. Erst dann steht die staatliche Luftfahrerscheinprüfung an, die die Ausbildung abschließt.

So strahlt man nach den ersten 3 Alleinflügen: Adrian Glauner zwischen seinen beiden Fluglehrern Norbert Siebert (li.) und Karl-Heinz Pfeiffer (re.). (Foto: pr)

Brauche ich ein eigenes Segelflugzeug?

Nein. Als Mitglied in einem Verein nutzt man die vereinseigenen Segelflugzeuge. Der LSV Rinteln verfügt über fünf Segelflugzeuge.

Welche Kosten fallen für die Ausbildung an?

Grob über den Daumen gerechnet werden sich die Kosten für die Ausbildung (je nach Talent) auf ca. 1.500 bis 2.000 Euro belaufen, allerdings verteilen sich diese auf einen Zeitraum von ca. 2,5 – 3 Jahren.

Wann kann ich mit der Ausbildung anfangen?

Mit der Ausbildung zum Segelflieger kann jederzeit begonnen werden. Sinnvoll ist es zum Beginn einer Flugsaison. Der LSV Rinteln bietet auch einen Schnupperkurs an, bei dem man mit einem erfahrenen Fluglehrer seine ersten Flugstunden absolvieren kann, um ein erstes Gefühl für das Fliegen zu bekommen. Man kann aber auch bereits im Januar mit dem Theorieunterricht beginnen. Um Segelflieger zu werden ist es nie zu spät; Voraussetzung ist das O.K. vom Fliegerarzt. Weitere Informationen erhält man auf der Homepage des LSV Rinteln oder man kommt am Wochenende auf den Flugplatz und spricht die Vereinsmitglieder an.

Das Interview mit Bernd Konitz führte der Pressewart des Luftsportvereins, Dieter Vogt. (pr)

Der Flugplatz in Rinteln. (Archivfoto)

 

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