(Auetal) Wenn im September die Landesstraße 449 zwischen Ottensen und Rehren saniert wird, dann beschreitet der Geschäftsbereich Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) neue Wege.
Verwirklicht wird im Rahmen dieser Maßnahme ein Pilotprojekt, bei dem eine neue, spannungsabbauende Zwischenschicht im Straßenbelag zum Einsatz kommen wird mit dem Ziel, den Belag widerstandsfähiger und weniger anfällig für Rissbildungen werden zu lassen.
Gelingen soll dies durch die spezielle Zusammensetzung des dazu verwendeten Materials und dessen damit verbundene Wirkung auf andere Schichten. Im Ergebnis soll das hochelastische Material eine spannungsabbauende Membran sein, eine Schicht zwischen anderen Ebenen des Straßenbelags. Seine Anwendung findet das Material vor allem auf rissigem Untergrund. Nun also auch im Straßenbau im Weserbergland.
„Das Pilotprojekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung unterstützt und ist in Zusammenarbeit mit Prof. Dr.-Ing. Buttgereit von der Jade Hochschule Oldenburg entstanden“, so Markus Brockmann, der Leiter des Hamelner Geschäftsbereiches. Der Kontakt zur Hochschule kam durch ihn zustande, der weitere Weg war dann recht unkompliziert, so Brockmann weiter.
Erprobt wird die neue Vorgehensweise nicht im gesamten Baubereich, sondern in einem Abschnitt der Maßnahme; der andere wird nach herkömmlicher Art bearbeitet bzw. saniert. Nach Ablauf eines Testzeitraums werden die beiden Abschnitte dann miteinander verglichen. „Von dem neu verwendeten Material erhoffen wir uns unter anderem ein gutes Kälteverhalten des Straßenbelages, eine zusätzliche Verfestigung, eine nahezu vollständige Abdichtung und somit weniger Risse im Belag“, so Brockmann über die erhofften Ergebnisse.
Die Verarbeitung wird übrigens nicht maschinell, sondern per Hand erfolgen. Dazu wird die Fahrbahn zunächst gesäubert, dann wird das neue Material per Hand aufgetragen, anschließend wird abgesplittet und dann die neue Asphaltschicht eingebaut. „Auf Dauer erhoffen wir uns dadurch eine effizientere Art der Straßensanierung und damit verbunden natürlich eine gewisse Kostenersparnis“, sagt Brockmann.
Der Beginn der Maßnahme soll im September erfolgen, ein genaues Datum wird später veröffentlicht. Saniert wird unter Vollsperrung. Die Umleitung (von Ottensen ausgehend) erfolgt über die L 370 (Beckedorf), die Kreisstraße 31 (Riepen), die K 48 (Ohndorf) und die K 47 (Rehren). Anwohnern wird das Erreichen ihrer Grundstücke ermöglicht, kurzzeitige Sperrungen (wenn nötig) werden rechtzeitig von der Baufirma vor Ort mitgeteilt. (pr)






















