(Rinteln) Auf Mitgliederversammlungen des Stadtmarketingvereins Pro Rinteln wird immer wieder ersichtlich, wie aktiv die „Marketing-Maschine“ im Hintergrund tätig ist.
Damit im Stadtbild Veranstaltungen und Events wie selbstverständlich über die Bühne gehen können, ist hinter den Kulissen ein gut eingespieltes Team nötig. Das ist inzwischen wieder vollzählig, wie der erste Pro-Rinteln-Vorsitzende Thomas Gieselmann auf der jüngsten Jahreshauptversammlung informierte. Jüngster Neuzugang ist Ulrike Köhler für die Abteilung „Draisine“ und komplettiert damit die Mannschaft um Stadtmanagerin Imke Bachmann, sowie den Mitarbeitern Michael Lohmann und Esther Navarette-Fabisch.

Stichwort „Fahrraddraisine“. Das beliebte Freizeit-Fortbewegungsmittel ist Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich. Der Trend geht „in Richtung Süden“, so beschrieb es Pro-Rinteln-Geschäftsführer Dirk Ackmann in seinem Bericht bildlich. Oder übersetzt: Es wird nicht besser. Der Fuhrpark ist in die Jahre gekommen (rund 17 Draisinen sind noch am Start), gesetzliche Vorschriften machen das Sauberhalten der Strecke nicht unbedingt einfacher (Thema Beseitigung von Brombeerrauken und Riesenbärenklau) und auch die Einstellung einiger Kunden, geliehene Gegenstände mit Sorgfalt zu behandeln und im gleichen Zustand wieder zurückzugeben, habe sich verändert.
Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Der Streckeneigentümer Verkehrsbetriebe Extertal (vbe) hält weiter zur Draisine, die Touristikverbände ebenso und durch das engagierte Mitwirken von Bürgermeisterin Andrea Lange habe man sich erfolgreich um Fördermittel in Höhe von rund 270.000 Euro beworben. Somit kann es mit der Investition für Fahrraddraisinen der nächsten Generation in Höhe von rund 300.000 Euro losgehen.

Im vergangenen Jahr und auch in diesem hat der Stadtmarketingverein eine Fülle von Aktionen auf die Beine gestellt. Seit diesem Frühjahr ist auch die neue Stadtmanagerin Imke Bachmann mit an Bord und brachte neue Ideen mit. So soll es zunächst ein Theaterprojekt namens „Aufgetischt“ geben (Bachmann ist Theaterpädagogin), das mit seinem Ausbaupotenzial möglicherweise als Neustart für das ursprünglich geplante Restaurant-Märchenprojekt „Tischlein deck Dich“ dienen könnte. Die beliebte Gutscheinwährung „Rinteln 5er“ – oder über die Stadtgrenzen hinaus als „Schaumburg 5er“ bekannt, ist ein gern genutzes Präsent und auf dem Weg der Digitalisierung. Erste Gespräche dazu soll es bereits mit dem „Bodega“-Betreiber Arif Sanal geben, der mit „Happy Gast“ eine digitale Lösung für Restaurant- und Shop-Betreiber anbietet.
Neu in diesem Jahr war der erstmals organisierte „Street Food Markt„, der in 2026 eine Neuauflage erfahren soll – diesmal allerdings in Eigenregie von Pro Rinteln. Auch wird an einer Art „Krimi-Draisinentour“ gearbeitet: Von Rinteln bis ins Extertal mit der Fahrraddraisine fahren und dabei einen Kriminalfall lösen – die erfrischende Idee löste im Pro-Rinteln-Publikum anerkennendes Kopfnicken aus.
Selbstverständlich ist hinter den Kulissen nicht alles Eitel Sonnenschein. Das neue Sicherheitskonzept für Veranstaltungen mit Betonsperren und Sicherheitsdienst samt Autos belaste auch die Planungen von Pro Rinteln, so Vorsitzender Thomas Gieselmann. Glücklicherweise springt die Stadt ein und stellt die großen „Klötze“ hin: „Die fährt man nicht mal eben so an Ort und Stelle, dafür braucht man großes Gerät“.

Etwas Sand ins Getriebe der gut geölten Maschine streut das Thema Finanzen. Rechnet man die Fördergelder aus dem Programm „Perspektive Innenstadt“ nicht heraus, schließt der Verein jedoch mit einem Überschuss ab. Die Vorgehensweise, Mitgliedsbeiträge bis zu einer Obergrenze von 100.000 Euro durch die Stadt zu verdoppeln, bleibt bestehen. Daher rechnet der einstimmig verabschiedete Haushalt für 2026 mit einer „schwarzen Null“.
Doch wie jedes Jahr verursacht die Weihnachtsbeleuchtung in der Rintelner Innenstadt Kosten, die nur zum Teil durch Spenden von Firmen und Privatleuten wieder aufgefangen werden. In der vergangenen Saison mussten zudem einige der Stahlseile zwischen den Häusergiebeln ausgetauscht werden, was das Defizit noch deutlicher ausfielen ließ. So warb Gieselmann dann am Ende auch noch einmal eindrücklich um neue Mitglieder zur Stärkung des Vereins und kündigte mit „Verein erleben“ gemeinsame Aktionen an, darunter die Wiederbelebung der Kegelabende und vereinsinterne Draisinenfahrten.

Wahlen bei Pro Rinteln: Es bleibt größtenteils alles beim Alten
Wenig Neues beim Thema Wahlen: Turnusmäßig wurden die allermeisten Posten ohne Gegenstimme und Gegenvorschläge für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Claudia Döpke ist erneut die zweite Pro-Rinteln-Vorsitzende, Dirk Ackmann bleibt Geschäftsführer, Susanne Steinbeck ist weiterhin Beisitzerin für den Bereich Sport & Gesundheit und Andrea Lange (als Vertreter war Wirtschaftsförderer Daniel Jakschik anwesend) repräsentiert weiterhin die Stadtverwaltung im Vereinsvorstand. Neu im Kassenprüfer-Team ist Ansgar Haverkamp, der die Nachfolge von Ulrich Seidel antritt und die Buchführung des Vereins zusammen mit Bodo Budde auf Herz und Nieren unter die Lupe nehmen wird.
(Text & Fotos: vu)































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