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Projekt „#wesererleben“: Änderungen bei Plänen für den Alten Hafen in Rinteln vorgestellt

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(Rinteln) Das Projekt „Weser erleben“ stand gestern erneut im Ortsrat auf der Tagesordnung. Heute berät der Bauausschuss.

Gegenüber den ersten Planungsvorstellungen sind die Verschönerungsabsichten am Alten Hafen gereift und konkretisiert. Einiges ist jedoch auch von der Realität eingeholt worden. So zeigte eine Untersuchung des verschlammten Hafenbeckens, in dem kaum eine Wasserströmung herrscht, regelrechte Artenarmut an Fischen – bis auf Glasaale. Es gebe laut Gutachten starke Schwankungen des pH-Wertes und eine Sauerstoffsättigung, so Landschaftsarchitekt Wolfgang Hanke während der Präsentation. Ein Fischereibiologe wagt die Prognose: Durch weitere Verschlammung werden sich die Lebensbedingungen für Fische weiter verschlechtern.

Das Becken des Alten Hafens ist stellenweise ausgetrocknet. Das Foto zeigt die Ansicht von der Fußgängerbrücke in Richtung Weserbrücke, aufgenommen am 7.9.22. Der Weserpegel beträgt 80 Zentimeter.

Auch eine Fledermaus-Untersuchung hat es gegeben. Ergebnis: Wasserfledermäuse fliegen fast ausschließlich zum Blumenwall aus. Ein Veranstaltungskonzept müsse in Einklang mit den nachtaktiven Insekten und Fledermäusen gebracht werden. Die Brutvögel halten sich wiederum sehr stark im Bereich der Extermündung auf.

Eine schwimmende Bühne bringt nichts, wenn sich kaum noch Wasser im Hafenbecken befindet

Der stark schwankende Wasserpegel würde weiterhin dazu führen, dass eine ursprünglich geplante, schwimmende Bühne bei Niedrigwasser im Sommer praktisch auf dem Flussbett aufliegt, was wiederum für eine Konzertatmosphäre mit erforderlicher Sichtbeziehung zwischen Publikum und Künstler nicht gerade förderlich wäre. Eine Bühne auf Stelzen („aufgeständert“) würde dieses Problem zwar lösen, aber gleichzeitig ein neues schaffen: Sie würde mit 250.000 Euro einen großen Teil der Gesamtkosten verursachen. Ein aufgeschüttetes Hafenbecken wäre an dieser Stelle deutlich preiswerter.

Die Spundwände sind zwar laut Untersuchung in Ordnung, eine vormals vorgeschlagene, schwimmende Bühne – sie wäre im Hafenbecken hinten montiert – würde bei dem niedrigen Wasserstand auf dem Grund des Beckens aufliegen.

Die Brücke über die Neue Ecker als Verbindung zwischen Weserpromenade und „Bombeck´s Eck“ müsste neuen Planungen zufolge doppelt so lang werden (10 Meter), um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Aus Denkmalschutzgründen muss die 2,20 Meter breite und inklusive der Brüstung 1,10 Meter hohe Stahlkonstruktion mit Holzhandlauf möglichst filigran gearbeitet werden.

Die Brücke bei „Bombeck´s Eck“ soll zehn Meter lang werden und über die Mühlenexter führen (unten im Bild, Archivfoto)

Hier rechnet das Planungsbüro 0.9 aus Minden mit 50.000 Euro Kosten zuzüglich 120.000 Euro für die barrierefreie Erschließung der Berme, also des anschließenden Böschungsweges, der nach den neuen Planungen übrigens durchgängig bis zum Steg erfolgen soll, der wiederum auf die Südseite verlegt wurde. Eine Rampe für einen barrierefreien Zugang zur (reduzierten) Sandsteintribüne ist aufgrund des Höhenunterschiedes und der erforderlichen Länge nicht machbar, stattdessen sehen die Planer einen Plattformlift an der Treppe vor.

Bei so wenig Wasser im Alten Hafen wäre auch kein Durchkommen für Boote mehr möglich.

Während sich die Diskussion (wie zu dem Thema bereits zuvor) in immer feineren Details verfing, wunderte sich der Zuschauer und Berichterstatter, wie all die Pläne denn bis zum April 2023 baufertig in die Tat umgesetzt werden sollen. So lautete nach bisherigem Kenntnisstand nämlich die Förderbedingungen. Cordula Lüdtke-Dommel vom Tiefbau- und Umweltamt der Stadt Rinteln löste die Frage auf und bringt Hoffnung: Man habe die Zusage über eine Terminverlängerung bis zum Ende des Jahres 2023 erhalten, hieß es. (vu)

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