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Projekt „Wolfskinder“: Nur der Himmel blieb derselbe – Ostpreußens Hungerkinder

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Am heutigen Samstag, 10. November 2018, ab 15:00 Uhr wird der Historiker Dr. Christopher Spatz im großen Saal der Stadtmission Rinteln, Waldkaterallee 1a, 31737 Rinteln, einen Vortrag über die ostpreußischen „Wolfskinder“ halten und dabei auch vom aktuellen Stand seines Projekts berichten. Daneben wird eine Ausstellung auf 14 Schautafeln gezeigt, die die Thematik ergänzend erläutert.

Es handelt sich um eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Landsmannschaft der Ostpreußen, Westpreußen und Danziger, Ortsgruppe Rinteln, und der Evangelischen Stadtmissionsgemeinde Rinteln.

Historiker Christopher Spatz berichtet über Einblicke in eine unglaubliche Erfahrungswelt

„Der Kampf ums Brot war kein menschlicher mehr“ heißt es in dem Buch, das von einer großen humanitären Katastrophe nach dem Zweiten Weltkrieg berichtet. Im nördlichen Ostpreußen starben über 100.000 Menschen an Seuchen und Unterernährung. Kinder waren plötzlich auf sich allein gestellt, kamen in sowjetische Heime oder flohen nach Litauen und wurden zu „Wolfskindern“. Von der Tragödie dieser Mädchen und Jungen nahm die Welt jahrzehntelang nahezu keine Notiz. Erst in den 1990er-Jahren wurde die Öffentlichkeit auf ihre Schicksale aufmerksam. Damit begann ein neuerlicher Kampf um die ideelle und politische Anerkennung ihres unerhörten Leids.

Der Historiker Christopher Spatz hat die Wege der damaligen Bettelkinder rekonstruiert und die Betroffenen in seinem Buch selbst zu Wort kommen lassen. In mehr als 50 Einzelinterviews erzählen die zwischen 1930 und 1940 Geborenen, wie sie das Unmögliche schafften und diese Zeit durchstanden. Ihre Erinnerungen sind ein erschütterndes, aber lebensbejahendes Dokument. Sie bieten Einblick in eine unglaubliche Erfahrungswelt.

Christopher Spatz promovierte nach dem Studium der Geschichte und Germanistik 2015 an der Berliner Humboldt-Universität zur Identität der ostpreußischen Wolfs- kinder. Er forscht weiterhin zur Zwangsmigration im östlichen Mitteleuropa und der Beziehungsgeschichte Deutschlands zu Litauen, Russland und Polen. Daneben ist er in den Bereichen Traumafolgen, Erinnerungstransfer und Familiengedächtnis tätig sowie Gründer der Preußischen Denkfabrik.

Weitere Informationen unter: https://www.myheimat.de/2698711 (pr)

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