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Qualifizierten Nachwuchs an der Quelle abholen: BBS und Stadt Rinteln unterzeichnen Kooperationsvertrag

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Der frühe Vogel fängt den Wurm. Dieses Sprichwort gilt auch bei Vertragsunterzeichnungen, so wie jetzt zwischen der Stadt Rinteln und den Berufsbildenden Schulen (BBS). „Wir haben vor, junge Menschen dauerhaft an unsere Stadt und die Umgebung zu binden“, erklärte Bürgermeister Thomas Priemer, „genauso ist die BBS auf stabile Schülerzahlen angewiesen“.

„Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist der enge Kontakt zu Ausbildungsbetrieben“, fuhr BBS-Schulleiter Herbert Habenicht fort, „und die Stadt Rinteln ist ein solcher Betrieb.“ Stimmt, ergänzte Priemer, mit rund 500 Arbeitsplätzen vom Tischler bis zum Ingenieur und 14 Ausbildungsberufen sei der „Konzern Stadt Rinteln“ mit seinem Engagement auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt der drittgrößte Arbeitgeber im Stadtgebiet.

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Von links: Günter Potthast (stv. Schulleiter der BBS), Herbert Habenicht (BBS-Schulleiter), Thomas Priemer (Bürgermeister), Linda Mundhenke (Demografiebeauftragte) bei der Unterzeichung.

Dass es immer schwerer wird, Auszubildende und junge Fachkräfte zu gewinnen, davon können Firmenchefs ein Lied singen. Immer mehr versuchen daher, Schüler bereits in den Abschlussklassen „abzuholen“. Diese enge Zusammenarbeit zwischen (möglichem) Arbeitgeber und BBS ist einer der Bestandteile der neuen Kooperationsvereinbarung, die Bürgermeister Thomas Priemer und BBS-Schulleiter Herbert Habenicht jetzt unterzeichneten. Mit der Stadtverwaltung, den Bäderbetrieben und Stadtwerken bietet Rinteln eine ganze Reihe von Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Durch die Zusammenarbeit mit der BBS sollen Schüler bereits frühzeitig darauf aufmerksam gemacht und so frühzeitig junge Fachkräfte gewonnen werden.

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Im Bereich Sozialpädagogik läuft die Kooperation bereits. Sozialassistenten bekommen während der Ausbildungszeit zum Erzieher Stellen als Vertretungs- und Ergänzungskräfte in den städtischen Kindertagesstätten angeboten. Im Rahmen der mehrfach pro Jahr stattfindenden Treffen bekomme er daher auch schon mal von Kita-Leiterinnen Hinweise auf besonders gute und geeignete Arbeitskräfte, merkte Priemer an: „Darüber hinaus ist der Ruf unserer Einrichtungen gut, es wird sich um die Praktikanten gekümmert, sie werden sinnvoll gefördert.“

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Im Fachbereich Holz-, Glas- und Metalltechnik sieht die Kooperationsvereinbarung vor, Schülern den Bau und die Gestaltung von beispielsweise Spielgeräten, Sitzmöglichkeiten oder Skulpturen für Kreisel und Parks zu ermöglichen. Bei der Umsetzung sollen die Schüler dann vom Bauhof der Stadt begleitet werden. Aber auch in Sachen Gesundheit, Pflege oder Informatik soll näher zusammengerückt werden. Aktionstage zu Suchtprävention, gesunder Ernährung oder Demenz sind denkbar, ebenso wie die Projektthemen im Bezug auf die Homepage der Stadt Rinteln und mögliche App-Projekte.

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In Sachen Flüchtlingsintegration merkte der stellvertretende Schulleiter Günter Potthast an, der Weg, junge Flüchtlinge in den Ausbildungsmarkt zu integrieren, gestalte sich länger, als zunächst gedacht. Es gebe sicherlich auch die „Überflieger“ mit herausragenden Leistungen, doch der „normale“ Zustand seien eben oft 17-jährige mit drei- bis vierjähriger Schulvorbildung, unter ihnen ein Drittel sogar Analphabeten. Man tausche sich daher intensiv mit der IGS und dem Ernestinum aus um zu sehen, welche Schüler optimal für welche Schulform geeignet seien, überlege in gemeinsamen Sitzungen, wo es die optimalen Förderungen gebe. Daraus gehen auch neue Klassenformen hervor. Beispielhaft dafür seien die neuen „Sprint Dual“ Klassen, in denen die jungen Flüchtlinge ein bis anderthalb Tage pro Woche Unterricht bekämen und etwa dreieinhalb Tage Praktikum in einem teilnehmenden Betrieb absolvieren würden.

Generell, so Potthast und Habenicht, verteilten sich Studierende eben oft in der Weltgeschichte. Das läge aber auch schlichtweg daran, dass es in Rinteln nicht so viel Bedarf an Ingenieuren gibt wie beispielsweise in Berlin. Hier vor Ort, so war man sich einig, seien qualifizierte Facharbeiter eher gefragt. Und die Kooperationsvereinbarung ist ein Baustein auf dem Weg dahin, diese zu gewinnen – und hier zu behalten.

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