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Rathausschlüssel erobert: Rintelner Hexen auf Krawattenjagd

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(Rinteln) Sie feiern „Karneval in Rinteln“, sie feiern „tief bis in die Nacht“ und doch hatten die Karnevalisten des RCV auch dieses Mal keine Chancen gegen den Hexenzauber, der ihnen heute pünktlich um 11:11 Uhr entgegensprühte. Es ist schließlich Weiberfastnacht.

Mit einer Extraportion karnevalistischen Frohsinns ließen die Mitglieder des Rintelner Carnevalsvereins die „Schnippel-Aktion“ über sich ergehen und trösteten sich mit prickelndem Schaumwein über den Verlust liebgewonnener Schlipse. In diesem Jahr brachten die Hexen multimediale Verstärkung mit.

Was zunächst den Eindruck einer eigenen, verhexten Videomannschaft machte, entpuppte sich als Regionalteam des Fernsehsenders SAT.1, der einen TV-Beitrag über das närrische Treiben in der Weserstadt gedreht hat. Motto: Karneval geht eben nicht nur in den Hochburgen, sondern auch in Rinteln.

Immer dabei: Die RCV-„Boyband“ Rintelner Jungs, hier mit Prof. Hans W. Hübner am Akkordeon.

Nachdem sich die verhexte Truppe ihren Weg durchs Treppenhaus in den historischen Sitzungssaal des Rathauses gebahnt hatte und die RCV-eigene „Boygroup“, die Rintelner Jungs, ein flottes Ständchen spielte, begrüßte Elferratspräsident Hans-Hermann Stöckl samt vollständigem Fürstenhaus und stellte klar: „Unsere Hexen sind keine schlimme Gefahr, unsere Hexen sind freundlich und gut, unsere Hexen sind keine Teufelsbrut.“

Video: Live vom Einmarsch der Hexen im Rintelner Rathaus

Das Thema Brückentorsaal fand seine Präsenz ebenfalls in der Hexenrede der stellvertretenden Oberhexe Jasmin Seydel: „Ihr Männer behandelt uns weiterhin schlecht, als Frau macht man es Euch doch selten gerecht. Auch das Rathaus hört nicht auf die Stimme der Frauen, sonst würden sie uns nicht das Brückentor klauen.“

Unter den strengen Augen der Fernsehkamera hielt Elferratspräsident Hans-Hermann Stöckl seine Ansprache.

Gegen die Bastion des Frohsinns hatten die Vertreter der Stadtverwaltung nicht einmal den Hauch einer Chance. Dr. Joachim Steinbeck setzte sich mit seinem Beitrag wortgewandt zur Wehr. Doch all die Versuche, eine „geschichtsträchtige Rede“ zu Papier zu bringen, scheiterten: „Drum halte ich es mit meinem Freund Goethe, der da sprach: Getretener Quark wird breit und nicht stark!“ Prompt folgte ein Lob des Elferratspräsidenten: „Für das, was sonst aus dem Rathaus kommt, war das schon sehr ordentlich.“

Auch der Schlips des städtischen Direktors Dr. Joachim Steinbeck musste daran glauben.

Es half alles nichts. Am Ende eroberten die Hexen den symbolischen Schlüssel zum Rathaus und zogen zusammen mit dem RCV singend und feiernd durch die Stadt. Bei Abstechern zur Volksbank und Sparkasse Schaumburg musste so manche weitere Krawatte dran glauben und selbst vor der Spielzeuginsel und dem Unikum machten die Hexen nicht halt.

Statt mit dem Besen reisten diese Hexen mit dem Fahrstuhl.

Ob den Hexenbesen zwischendurch die Luft oder der Treibstoff ausgegangen ist, konnte nicht geklärt werden. Jedenfalls nahm die Truppe größtenteils den Fahrstuhl, statt einfach per Besen in die oberen Stockwerke des Sparkassengebäudes zu fliegen. Manchmal sind auch Hexen einfach nur Menschen.

Bildergalerie: Hexen machen Rinteln unsicher

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