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Ratssitzung „light“? Wie geht es in der Nordstadt weiter?

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Manch einer kam sich angesichts der Wortmeldungen einiger politischer Vertreter vor, wie in einer kleinen Ratssitzung. Und doch: Allzu großes Interesse an der Auftaktveranstaltung zur Nachnutzung der britischen Liegenschaften in einer Gesamtgröße von insgesamt 13 Hektar scheint es in der Rintelner Öffentlichkeit nicht gegeben zu haben. Falscher Zeitpunkt? Ist es angesichts der Nutzung der Prince-Rupert-School als Flüchtlingsunterkunft noch zu früh, um das Thema zu diskutieren? Gerade einmal rund 30 Zuschauer fanden sich im leer wirkenden Brückentorsaal ein, um der Präsentation der Erkenntnisse beizuwohnen, darunter zahlreiche bekannte Akteure auf dem politischen Parkett. Dipl-Ing. Nicole Pöppelmann und Geschäftsführer Rolf Junker vom Planungsbüro Junker + Kruse berichteten von den ersten Ergebnissen.

Unterm Strich bietet das Areal eine gute Lage zwischen Wald und Weser, eine große Fläche und gute Erschließung. Jedoch gibt es kaum kommerzielle Einrichtungen, keine öffentlichen Einrichtungen und keinerlei Ortsmittelpunkt. Die Fläche sah Junker als gute Chance, die Flächen wirkten wie ein Trennriegel in der Nordstadt. Wenn man es schaffen könnte, diese Trennfläche aufzuheben und eine sinnvolle Nutzung zu planen, dann wäre dies eine Möglichkeit um die Nordstadt wieder „zusammenwachsen“ zu lassen. Rund zwei Drittel der Einwohner Rintelns wohnten ohnehin schon in der Nordstadt, was jetzt noch fehle, sei eine urbane Stadtmitte für die Nordstadt. Mit Treffpunkten und Angeboten zur Freizeitgestaltung. Dafür wäre das Areal 1, das Gelände der ehemaligen Prince-Rupert-School, mit seiner waldnahen Lage geeignet. Auf die Flächen 2 und 3 könnte man beispielsweise Nahversorger ansiedeln, genau wie touristische Einrichtungen oder schlicht und einfach nur Wohnraum schaffen. Doch auch da ist aufgrund demografischer Entwicklungen langfristig mit einem Rückgang der Einwohnerzahlen gerechnet werden. Bis 2025 könnte sich die Bevölkerung Rintelns auf rund 23.700 reduziert haben, so schätzt die Analyse. Freiwerdender Wohnraum wäre die Folge, auch in der Nordstadt. Und ob man potenziellen Häusebauern die Renovierung von Alt-Immobilien schmackhafter machen könnte, als den Bau eines neuen Gebäudes (wie in der Fragestunde diskutiert), sei dahingestellt.

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Die Hanglage stellt aber auch Hürden dar. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Einkaufen – bergab kein Problem. Doch volle Einkaufstüten bergauf bugsieren? Nicht für alle, die ihre Einkäufe gern fußläufig erledigen, ein attraktiver Gedanke. In der Fragestunde entwickelte sich eine Diskussion darüber, was denn eigentlich sinnvoll sei. Ein Hostel oder eine Jugendherberge? Wer solle die nutzen? Und wen solle man als Investor finden, wenn bei Übernachtungspreisen um die 29 Euro kaum etwas zu verdienen sei? Auch das Thema Nahversorger sei doch mit dem Einkaufszentrum „Große Tonkuhle“ abgedeckt, befand man von anderer Stelle. Überhaupt: Die Vorstellung, große Liefer-LKW würden durch die Wohnstraßen an der Kurt-Schumacher-Straße fahren, gruselte so manch Anwesenden. Die Umgehungsstraße zerteilt dieses Gebiet, Lärmschutz sei ein Thema. Obwohl, vor vielen Jahrzehnten entstanden dort auch Häuser, trotz Bundesstraße. Doch Zeiten ändern sich, Menschen auch. Was ist mit der Prince-Rupert-School als IGS-Standort? Schwierig, da das Gebäude auf ein anderes Schulsystem mit kleinen Klassen ausgelegt ist, so befand man. Zu steil für Fahrräder und Touristen, zu dicht besiedelt für Einkaufszentren, zu gefährlich – würde man ein weiteres Mal Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen, wie schon mit der „Großen Tonkuhle“ geschehen?

Was kann man nach dieser Auftaktveranstaltung also als Fazit ziehen? Die Aussage, was richtig ist und was falsch, gleicht einem Blick in die berühmte Glaskugel. Fest steht nach wie vor: Wirklich neue Erkenntnisse gibt es nicht. Diskussionsbedarf umso mehr. Denn um die Veränderungen herbeizuführen, braucht es ein Zeitfenster von etwa 10 – 15 Jahren. Und Vorhersagen für die unmittelbare Zukunft tätigen, das kann man im Spielcasino tun. Aber selbst dort gewinnt meistens die Bank. Fortsetzung folgt.

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