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Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Rinteln-Stadthagen mit Wasserstoffzug?

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Eine Bahnfahrt von Rinteln über Obernkirchen nach Stadthagen ist während der Saison zu ausgewählten Zeiten mit dem Schienenbus des Fördervereins Eisenbahn Rinteln Stadthagen e.V. (FERSt) möglich. Seitens der WGS und des Ortsrates Steinbergen wird jetzt beantragt, die Aussichten auf eine Reaktivierung der Bahnstrecke für den Personennahverkehr zu prüfen.

Mit dem Schienenbus des Fördervereins Eisenbahn Rinteln Stadthagen sind regelmäßige Ausflüge auf der Bahnstrecke möglich.

Wie der stellvertretende WGS-Fraktionsvorsitzende Heinrich Sasse dazu ausführt, sei der Landkreis Schaumburg seit kurzem als „Wasserstoffregion“ anerkannt. Dieses Alleinstellungsmerkmal gelte es, mit Leben zu erfüllen. Daher solle die Verwaltung einen Sachstandsbericht dazu erstellen, wie groß die Aussichten auf eine Verknüpfung beider Punkte wären: Die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Rinteln-Stadthagen mit wasserstoffbetriebenen Personenwagen.

Im Antrag wird dies damit begründet, die Verkehrsstruktur an „starken Linien“ orientieren zu wollen, die „die Zentren entlang der Siedlungsachsen schnell und dicht getaktet miteinander verbinden“. So sei es mit der Schienenverbindung zwischen Minden und Hannover oder der S-Bahn entlang des Deisters bereits umgesetzt worden. Weiterhin könne die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Bahn grundlegende Bedeutung beim Erreichen der Klimaneutralität des Landkreises haben, heißt es weiter. Dafür solle eine Kooperation mit den Unterzeichnern einer Resolution, die vom Steinberger Ortsrat verabschiedet wurde, eingegangen werden, in der man sich beim Landkreis für eine Weiterentwicklung des Nahverkehrsplans einsetzt und beim Land Niedersachsen für eine Reaktivierung des Schienennahverkehrs möglichst mit batterie- oder wasserstoffbetriebenen Triebwagen. Dabei soll der Antrieb möglichst vollständig aus erneuerbaren Energien aus der Region erfolgen, nicht durch fossile oder nukleare Energieträger.

Sasse räumt ein, die Strecke habe vor einigen Jahren keine Anerkennung als förderwürdiges Projekt erhalten. Die sei „nur knapp“ nicht geschehen und das Thema Umwelt war seinerzeit noch nicht in aller Munde. Unter anderem sei der Bedarfsnachweis „nicht ausreichend“ gewesen und allein das Herrichten der Gleiskörper und der örtlichen Bahn-Infrastruktur dürfte „eine teure Sache“ werden, stellt Sasse fest. Durch die weltweite Klima-Diskussion müsse man dieses Projekt jetzt aber zumindest noch einmal prüfen. Angesichts der politischen Grundstimmung von EU, Bund und Land zum Thema Klimaverbesserung und mögliche Fördergelter müsse man sich fragen „wann, wenn nicht jetzt?“.

Ein Wasserstoff-Triebwagen fährt mit Hilfe von Elektromotoren. Der Strom wird in einer Brennstoffzelle aus Wasserstoff erzeugt und in Batterien gespeichert. So sind Reichweiten von bis zu 1000 Kilometern möglich. Eine Oberleitung wird nicht benötigt, dafür aber eine Wasserstoff-Tankinfrastruktur. Als erster „Wasserstoffzug“ ist der in Salzgitter gebaute „Coradia iLint“ des auf Elektro- und Wasserstoffbetriebene Züge spezialisierten Herstellers Alstom auf einer Strecke von rund 100 Kilometern zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude unterwegs. Das Modell erreicht Höchstgeschwindigkeiten bis zu 140 Stundenkilometern. Ab 2021 sollen 14 wasserstoffbetriebene Züge in Deutschland unterwegs sein, gefördert vom Bundesverkehrsministerium.

 

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