(Rinteln) Lange wurde darüber spekuliert, welchen Namen denn Rintelns Hallenbad in Zukunft tragen würde. Heute, am „Tag des Bades“, zu dem die Bäderbetriebe Rinteln eingeladen haben, wurde das gut gehütete Geheimnis bekanntgegeben.
Kurz nach 14 Uhr wurde die Abdeckplane durch Bürgermeisterin Andrea Lange und Bäderbetriebe-Geschäftsführer Ulrich Karl – unterstützt durch zwei Bäderbetriebe-Mitarbeiter auf dem Dach des Gebäudes – fallen gelassen. „Vielleicht noch ein Hinweis. Es wird nicht Karlsbad heißen, es wird auch nicht Karl-Lange-Bad heißen“, scherzte Karl wenige Augenblicke zuvor und spielte damit auf die Spekulationen im Vorfeld an.

Die Plane fiel: „RINORCA“ war dort in großen weißen Buchstaben zu sehen – mit dem Zusatz „Sport- und Familienbad“. Wobei dem einen oder anderen Besucher der Veranstaltung die Verwirrung zunächst ins Gesicht geschrieben schien. „Rinora? Rinoria?“ Doch der abgebildete Killerwal soll den Buchstaben „C“ darstellen, daher: „Rinorca“. Ein in den sozialen Medien veröffentlichtes Foto sorgte bereits für aufgeregte Diskussionen auf der Facebook-Seite von Rinteln-Aktuell.de.

Der neue Name steht fest – eine Führung durch das Hallenbad zeigt erste Eindrücke vom Umbau
Das Kunstwort sei aus Reihen der Mitarbeiter vorgeschlagen worden, zusammengesetzt aus „Rinteln“ und einem Tier, dem „Orca“. Für Gesprächsstoff ist gesorgt. Doch abseits der Namen, die bekanntlich nur Schall und Rauch sind, bot sich den Anwesenden oftmals zum ersten Mal ein Blick hinter die Kulissen der Baustelle. In kleinen Gruppen übernahmen Vertreter der Bäderbetriebe und der Bauplaner geführte Rundgänger, offerierten so einen aufschlussreichen Blick über die Baustelle und verfestigten den Eindruck: „Hier ist so gut wie nichts unangetastet geblieben“.
Das 1976 eröffnete Hallenbad wurde im Grunde niemals umfänglich saniert, immer nur repariert. Ulrich Karl gab etliche Einblicke in die Anfänge der Diskussion um einen Neubau (ein entsprechendes Grundstück würde benötigt), einen Abriss mit den dann verbundenen Kosten und einen ebenfalls nötigen Neubau und letztlich die heiß diskutierte und politisch im Rat getroffene Entscheidung für eine Kernsanierung. Mit – inklusive Reserve – rund 17,9 Millionen Euro ist der Umbau zu einem Bad auf dem aktuellen Stand der Technik gewiss kein Schnäppchen, doch man liege „voll im Budget“, bekräftigte der Bäderbetriebe-Chef.

Automaten-Gastronomie und gewonnener Platz fürs Kinderbecken
Plötzlich einsetzender, starker Regen verlagerte die Aktivitäten schnell ins Innere, wo es weitere Informationen zu hören gab. So zum Beispiel zum Thema Schwimmbadgastronomie. Diese sei kein lohnenswertes Geschäft für die Betreiber, darum sei man bei der Planung auf Automaten-Gastronomie umgestiegen. Der frei gewordene Raum kommt jetzt dem Kinderbecken zu Gute.

An den Kassen gibt es künftig Armbänder als Eintrittskarten, damit können auch die Spinde verriegelt und geöffnet werden und am Wasserautomaten wird (kostenlos) gesprudeltes und stilles Wasser angeboten. Zu den künftigen Eintrittspreisen gab es in dieser Phase allerdings noch keine Informationen.
Wie bei einem Umbau dieser Größenordnung nicht unüblich, stießen die Baufirmen auf so manche Überraschung im Bestand. Da ging es beispielsweise um Träger, die „einfach so“ endeten. 90 Meter lange Fluchtwege im Keller, nur zwei Ausgänge und das Hallenbad als einziger Brandabschnitt stellen für den Brandschutz aus heutiger Sicht einen Albtraum dar – um nur einige Details zu nennen.
Wann wird „Rinorca“ eröffnet?
Doch die Bauprofis sind solchen „Kummer“ gewohnt, ebenso den Umgang mit Verzögerungen auf der Baustelle. Inzwischen werde im Schichtbetrieb gearbeitet, so Karl. Und um endlich eine Antwort auf die wohl am häufigsten gestellte Frage nach der Wiedereröffnung zu geben: Man plane fest, das Rintelner Hallenbad Rinorca noch in 2026 zu eröffnen, so Karl. Allerdings liege auch der 31.12. noch immer im Jahr 2026, schob der Bäderbetriebe-Geschäftsführer nach.

(Text & Fotos: vu)



























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