(Rinteln) Es ist Donnerstag, 2. April, 11.15 Uhr. Der Stadtverband des Wählerbündnisses „Rintelner Interessen“ hat eingeladen zu einer Pressesitzung im Rintelner Rathaus in den dortigen Ratssaal. Doch die Tür bleibt verschlossen.
Um die politische Neutralität des Rathauses zu wahren, seien politische Veranstaltungen im Rathaus nicht möglich, heißt es aus dem Rathaus. Also ab ins nahe Museum Eulenburg, wo Dr. Stefan Meyer kein Problem damit hat, einen Museumsraum für eine halbe Stunden zur Verfügung zu stellen.
45 Jahre – parteilos – verheiratet und ein Kind
Im Museum konnte der parteilose Kautscha dann seine politischen Inhalte in Form einer vorbereiteten Rede vorstellen. Der 45-Jährige ist verheiratet, hat einen Sohn und ist selbstständiger Handwerksmeister mit einem Gerüstbaubetrieb. Nach Bundeswehr und Ausbildung zum Industriekaufmann habe er seinen Gerüstbaumeister gemacht und 2015 den elterlichen Betrieb übernommen.
Warum will Kautscha unbedingt Bürgermeister werden?
Die Antwort darauf lässt in Kautschas Rede nicht lange auf sich warten: Rinteln habe katastrophale Finanzen und er sei der Ansicht, dass man im Rathaus den Überblick verloren habe. „46,5 Millionen Euro Schulden! Das ist zuviel. In der freien Wirtschaft hätte man damit schon Konkurs anmelden müssen und der Betrieb wäre abgewickelt worden!“
Dem Finanz-Irrsinn der Stadt wolle er im Falle einer Wahl ein Ende bereiten: „Ich bin eine echte Alternative zu den beiden weiteren Kandidaten Andrea Lange und Dr. Fabian Horn“, so Kautscha.
Was würde er im Falle einer Wahl tun?
Die Stadt sei ein Dienstleistungsbetrieb für die Bürger und er wolle nach der Prämisse „Machen statt verwalten“ handeln und jede städtische Auf- und Ausgabe auf den Prüfstand stellen. Gewerbesteuer müsse gesenkt werden, Betriebe brauchten wieder Luft zum Atmen und seine einfache Formel für mehr Wohlbefinden in der Stadt laute: Ordnung plus Sauberkeit gleich Sicherheit. Er wolle sich aktiv gegen Leerstände in der Innenstadt einsetzen, das Ordnungsamt vermehrt in der Stadt in Präsenz setzen und offene Forderungen der Stadtverwaltung in Höhe von 4,2 Millionen Euro eintreiben lassen.

Fairness eingefordert: Auch in der Ratsarbeit
Im Wahlkampf setzt Bastian Kautscha auf Fairness, ebenso in der Ratsarbeit: „Es wird hart am Wind gesegelt, man muss sich nach Debatten aber wieder in die Augen schauen können und ein Bier zusammen trinken!“ Beim städtischen Personal würde er genau hinschauen, wofür wieviel Geld ausgegeben werde und wo man einsparen könne.
„Ich schaue aus unternehmerischer Sicht auf mein Personal!“ Allerdings: „An der Arbeit für Kinder wird nicht gespart!“
Was unterscheidet Kautscha von Horn?
Anfangs hatte Bastian Kautscha noch die Hoffnung, dass die CDU ihn bei seiner Kandidatur unterstützt. Die CDU entschied sich aber mit Dr. Fabian Horn für einen eigenen Kandidaten.
Er werde auch nicht in Richtung der CDU nachtreten: „Die Aufgabe von Veit Rauch von der CDU ist es, die Bündnisse im Rat klein zu halten und daher verstehe ich seine Entscheidung!“
(Text & Fotos: ot)




























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