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Rinteln droht der „Brüxit“: Rintelner Carnevalsverein startet mit Frohsinn ins neue Jahr

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Europa steht der „Brexit“ bevor. Und was auf der großen politischen Bühne vonstatten geht, funktioniert im beschaulichen Rinteln erst recht: Rinteln droht der „Brüxit“, also der Austritt aller Veranstaltungen aus dem Brückentorsaal. Dem traditionellen Festspielhaus der Rintelner Narren geht es an den Kragen: Wie Elferratspräsident Hans-Herrmann Stöckl beim Neujahrsempfang des Rintelner Carnevalsverein (RCV) mit spitzer Zunge formulierte, hätten „nebulöse Gutachter an den Haaren herbeigezogene Brandnester unter den Decken, Tretminen auf den Toiletten und hitzige Gefahrenquellen an den Theken ausgemacht“. Seitdem werde „der Brückentorsaal dem Verfall preisgegeben“.

Weibliches „Regierungstrio“ beim Rintelner Carnevalsverein: Fürstin „Petra die Starke“ (Petra Seidel) aus dem Haus der Ahornklippe, „Kanzlerin Susanne die Erste“ (Susanne Schultheiß) und Tillin „Silvia die Erste“ (Silvia Bräuer) von der Spielzeuginsel.

Der Stadtrat zeige sich zerrissen, die „rote Armee“ wolle den Saal „gegen den Willen der Bevölkerung vorschnell aufgeben“. Eine neue „Feldherr-Halle“, so Stöckl, solle auf grünen Auen am Rande der Stadt aus dem Boden gestampft werden, „koste es, was es wolle“. Derweil sorgten sich „einige rote Untergrundkämpfer“ um die Betonfundamente des Brückentorsaals, die in nur vier Jahrzehnten vom Weserhochwasser zersetzt worden seien, so Stöckl verdutzt. Demnach müsse die Weserbrücke, deren Fundamente seit 1927 vom Weserwasser umspült werden, mit sofortiger Wirkung gesperrt und begutachtet werden. Am besten jedoch: Weserbrücke abreißen und neu bauen. Als Standort schlug der Elferratspräsident die Burgfeldsweide vor. Mit Humor und dem Motto der neuen Session „Da fällt mich doch der Sack von‘n Wagen!“ (historischer Rintelner Ausdruck der Verwunderung) wollen die Rintelner Narren nun auch diese Herausforderungen meistern.

Drückte mit seiner Ansprache dorthin, wo es wehtut: Elferratspräsident Hans-Herrmann Stöckl forderte einen Neubau der Rintelner Weserbrücke an der Burgfeldsweide.

„Regiert“ werden sie dabei vom neuen Fürstenhaus, dem Dreigestirn in weiblicher Hand: Fürstin „Petra die Starke“ (Petra Seidel) aus dem Haus der Ahornklippe, „Kanzlerin Susanne die Erste“ (Susanne Schultheiß), die mit Vorliebe Bäderwelten genießt und Tillin „Silvia die Erste“ (Silvia Bräuer) von der Spielzeuginsel, dem Vergnügungszentrum mitten in der Stadt lösen die Regentschaft von Fürst Thomas Gieselmann, Kanzler Joachim Spohr und Tillin Annette Hinze ab.

Die „Rintelner Jungs“ sorgten für musikalische Untermalung beim Neujahrsempfang.

Frisch gestärkt tritt der RCV seine 2019er Session an. Es wird gleichzeitig die letzte im Brückentorsaal sein: Am Samstag, 16.2.2019, 15 Uhr, gibt es dort „Karneval am Nachmittag“. Am Sonntag, 17.2.2019, ist ab 15 Uhr Zeit für den Kinderkarneval und der Höhepunkt der Karnevalssession findet am 23.2.2019 ab 19:30 Uhr mit der großen Karnevalsparty und Prunksitzung statt.

Wo die Närrinnen und Narrhalesen künftig ihr buntes Treiben abhalten werden, steht noch in den Sternen. Wie RCV-Vorsitzender Sebastian Westphal mitteilte, laufe die Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort für die vier Events mit rund 1.200 Gästen auf Hochtouren: „Im Gegensatz zu den Briten und dem Brexit gehen wir nicht ganz freiwillig.“ Bleibt nur festzustellen: „Da fällt mich doch der Sack von‘n Wagen!“

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