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Rinteln: Herbstmesse 2021 abgesagt / Stadt hält Auflagen für nicht umsetzbar / Wettbewerbsnachteil gegenüber NRW

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(Rinteln) Das Riesenrad wird sich auch in diesem Herbst nicht in der Weserstadt drehen. Wie die Stadtverwaltung soeben bekanntgegeben hat, fällt auch die Herbstmesse 2021 aus.

Enttäuscht zeigt sich die Stadt Rinteln in einer Pressemitteilung von der neuen Corona-Verordnung, die nun auch Regelungen zur Durchführung von Herbst- und Weihnachtsmärkten aufgenommen hat. Nachdem die ersten Herbstmärkte in der Region schon vor gut drei Wochen abgesagt worden sind, hat die Stadt Rinteln ihre Entscheidung ganz bewusst hinausgezögert und auf eine Lockerung durch die neue Verordnung gehofft, die seit dem 8. Oktober 2021 in Kraft trat.

„Grundsätzlich ist nun auch in Niedersachsen die Durchführung eines Herbstmarktes möglich, allerdings ist nach wie vor ein aufwendiges Hygienekonzept erforderlich. Dieses muss unter anderem Maßnahmen vorsehen, die Zahl von Personen auf der Grundlage der räumlichen Kapazitäten zu begrenzen und zu steuern“, heißt es in der Bekanntgabe. Eine Besucherobergrenze gäbe es zwar nicht, die Stadt Rinteln müsste dennoch dafür Sorge tragen, dass die Besucher der Messe Abstände zu anderen Personen einhalten (1,50 Meter).

„Insbesondere bei schönem Wetter war die Messe in den vergangenen Jahren so gut besucht, dass sich teilweise Menschenmassen durch die engen Budengassen drängelten“, schreibt die Verwaltung weiter. Die Einhaltung des Mindestabstandes würde unter diesen Bedingungen unmöglich. Das Hygienekonzept müsste weiterhin regeln, wie die für Verzehr und Fahrgeschäfte geltende „3G-Vorgabe“ sichergestellt werden soll. Eine Variante zur Überwachung wäre die Einzäunung des Veranstaltungsgeländes mit zentralen Ein- und Ausgängen. Eine Abriegelung der Innenstadt oder Einlassbeschränkungen in so einer Situation ist von Seiten der Stadt nicht möglich und dürfte auch mit anderen Interessen wie zum Beispiel die der Anwohner oder Ladenbesitzer nicht in Einklang zu bringen sein.

 

Die zweite Variante sieht vor, dass das Gelände zwar alle Personen ohne Nachweise betreten dürfen, die Bewirtungsleistungen und Leistungen von Fahrgeschäften aber nur gegenüber Personen erbracht werden dürfen, die über einen Impfnachweis, einen Genesenennachweis oder einen Nachweis über eine negative Testung verfügen. „Die Überwachung dieser Regelungen ist allerdings auf der Herbstmesse nicht praxisnah“, teilt die Stadt weiter mit.

Letztendlich ist aus Sicht der Stadtverwaltung die Umsetzung und Kontrolle eines Hygienekonzeptes und das Einhalten der weiteren gesetzlichen Vorgaben auf der Herbstmesse nicht möglich. Auch der Niedersächsische Städtetag erachtet die Regelungen als unpraktikabel und nicht angemessen.

Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer zeigt sich in Bezug auf die neue Verordnung aus Hannover enttäuscht: „Grundsätzlich begrüßen wir, dass die Landesregierung nunmehr Regelungen zur Durchführung von Herbst- und Weihnachtsmärkten aufgenommen hat. Aus unserer Sicht schießen die Regelungen aber über das Ziel hinaus und ich habe große Bedenken im Hinblick auf die praktische Umsetzung. Zurzeit erleben wir einen echten Wettbewerbsnachteil gegenüber den Städten in NRW. Dort ist die Durchführung öffentlicher Veranstaltungen in den Innenstädten mit weniger Kontrollaufwand möglich.“

Die Stadt Rinteln bedauert eigenen Angaben zufolge die Entscheidung und wird sich nun auf die Planung des Adventszaubers konzentrieren. Bis dahin hofft man seitens der Stadt auf praxisnähere Anpassungen in der Corona-Verordnung. (pr)

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