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Rinteln: Jugendliche Mountainbiker wollen BMX-Bahn wiedereröffnen

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(Rinteln) Da wurde der Verwaltungssitz im historischen Gebäude doch glatt zum „Radhaus“: Eine Gruppe jugendlicher Mountainbike-Fahrer nahm (mit Rädern) an der gestrigen Ortsratssitzung teil, um ihr geplantes Projekt vorzustellen und sich das erste „Okay“ aus der Politik abzuholen. Die ehemalige BMX-Bahn am Heinekamp soll wieder aktiviert und zu einer Mountainbike-Strecke aufgerüstet werden. Mountainbike-Begeisterte haben es schwer, ihrem Sport nachzugehen, so die Jugendlichen. Im Wald würden sie nicht gern gesehen und eventuell aufgeschüttete Rampen schnell von Mitarbeitern des Forstamtes, Wanderern und Hundebesitzern zerstört. Von der Skaterbahn am Schulzentrum würden sie ebenfalls weggeschickt. Einer der Jugendlichen brachte es auf den Punkt: „Wenn ich Fußball oder Tennis spielen will, finde ich an jeder Ecke Angebote. Als Mountainbiker werde ich verjagt.“

In einer ausführlichen Erklärung führte die Gruppe, die allein in Rinteln aus 12 Aktiven besteht und darüber hinaus in der Region bis nach Stadthagen und Hameln vernetzt ist, ihre Pläne aus: Die alte BMX-Strecke aufschütten und das Gebiet östlich davon mit einbeziehen, damit eine kleine Strecke für Anfänger und eine größere Piste für Fortgeschrittene entstehen kann. Dazu müsse man unbedingt frische Erde nehmen, keinesfalls Baustellenmaterial. Hier sei die Gefahr von möglichen Glassplittern im Bauschutt zu groß. Auf der fertigen Bahn gibt es verschiedene Streckenabschnitte, sogenannte „Lines“, wo gesprungen und gefahren werden kann. Gebaut werden soll spontan vor Ort, die Anlage sei „an sich keine große Wissenschaft“, ließen die Jugendlichen wissen. Es könne zwar sein, dass nach heftigeren Regenfällen Abschnitte repariert und aufgefüllt werden müssten. Dies wollten die Fahrer aber in Eigenregie bearbeiten und plädierten ebenso für eine Anbindung an die Müllabfuhr. Einen Haftungsausschluss sowie Helm- und Protektorenpflicht zum Schutz der Fahrer führten die Initiatoren ebenfalls auf.

Die jugendlichen Mountainbiker, hier vier aus der Gruppe, machen sich für eine Wiedereröffnung der BMX-Bahn am Heinekamp stark. (Von links: Louis Peters, Max Ruppelt, Tom Röwer, Ole Boegner)

In den Reihen des Ortsrates herrschte Zustimmung auf breiter Front. Angesichts der aktuellen Diskussion darüber, wie man Rinteln für Jugendliche attraktiver gestalten und junge Menschen am Wegzug hindern kann, kam die Initiative der engagierten Mountainbiker wie gerufen. Dr. Gert Armin Neuhäuser (WGS) regte allerdings an, der Verwaltung in die Beschlussvorlage auch eine Frist hineinzudiktieren, damit das Thema nicht im Sande verlaufe. Schließlich, so Neuhäuser, habe man es ja auch geschafft, binnen weniger Wochen detaillierte Planungsentwürfe zu vielen möglichen Stadthallenstandorten zu veröffentlichen. Somit sollte es möglich sein, die Reaktivierung der BMX-Bahn samt Finanzierung bis zur nächsten Ortsratssitzung Ende August zu planen. Neuhäuser erinnerte auch äußerst diplomatisch daran, dass man beim Bewegungspark im Kapellenwall 53.000 Euro ausgegeben habe, ohne dass jemand aus der Zielgruppe große Wünsche geäußert habe. Und dessen Nutzung habe noch „deutliches Entwicklungspotenzial“. In Bad Salzdetfurth, südlich von Hildesheim, gebe es bereits einen „Prototypen“ solch eines Bikeparks, war zu erfahren. Möglicherweise lassen sich daraus auch städteübergreifend Informationen zu Bau und Planung austauschen.

Helma Hartmann-Grolm (SPD) mahnte ebenfalls, nicht zu viele Bedenken aus Reihen der Politik vorzutragen, sondern jetzt den Startschuss für das Projekt zu geben, damit es in die nächste Runde der Planungen gehen könne. Aus der Sachdarstellung wird nämlich auch deutlich: Ohne Sponsoren wird es nicht gehen. Die sollen die Jugendlichen, genau wie ein Maß an Eigenleistung mit Schaufel und Schippe, selbst in die Hand nehmen. Dass es klappen kann, zeigt das Beispiel der Skaterbahn. Die Anlage am Schulzentrum war im Oktober 2016 nach einem Umbau wiedereröffnet worden. Rund 45.000 Euro waren aus Spenden und Haushaltsmitteln zusammengekommen.

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