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Rinteln „ROK“t: Oberstufen-Kooperation von IGS, BBS und Ernestinum startet

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Vor rund einem Jahr haben wir über die Rintelner Oberstufen Kooperation (ROK) berichtet. Das Vorhaben wurde jetzt per Unterschrift besiegelt.

Die  Rintelner IGS, Berufsbildenden Schulen (BBS) und das Gymnasiums Ernestinum arbeiten jetzt bei der Umsetzung des Bildungsauftrags im Bereich der gymnasialen Oberstufe zusammen. Derzeit gibt es zwei gymnasiale Oberstufen – die des Ernestinums und am Beruflichen Gymnasium der BBS. Im Schuljahr 2021/21 erreichen die IGS-Schüler die Klasse 11 und können, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen, in die gymnasiale Oberstufe eintreten. Bereits in den Klassen 9 und 10 sollen die Schüler künftig über die Möglichkeiten einer Beschulung in der gymnasialen Oberstufe informiert werden. Gemeinsame Lehrerfortbildungen gewährleisten, dass der Übergang in die Oberstufen der entsprechenden Schulen reibungslos verläuft.

Bereits jetzt tauschen die Schulen Lehrkräfte im Rahmen einer Abordnung aus, um die Angebotsvielfalt zu sichern und den Lehrern der IGS den Unterricht an den beiden gymnasialen Oberstufen zu ermöglichen. Als Resultat stehen den Schülern künftig ab der fünften Klasse alle Wege zum Abitur offen. Unabhängig von der gewählten Schulform werden sie von vertrauten Lehrern bis zur 13. Klasse begleitet. Bereits die aktuelle Zusammenarbeit der IGS und der BBS hat gut funktioniert, bestätigen die Schulleiter bei einem gemeinsamen Pressetermin zur Unterzeichnung der Vereinbarung. BBS-Schulleiter Herbert Habenicht ist die Freude deutlich anzusehen: „Heute ist ein Glückstag für Rinteln und die Umgebung, denn hier wird Bildungsvielfalt festgehalten.“ Dezernatsleiterin Heike Bickmann von der Niedersächsischen Landesschulbehörde ist es „das Vorzeigemodell für Niedersachsen und darüber hinaus“ und landesweit einmalig in seiner Form. Sie unterstreicht, das Vorhaben werde nicht durch einen Sonderstatus realisiert, sondern ausschließlich durch Abordnungen von Lehrkräften. Die Schulen blieben in ihrer Eigenständigkeit erhalten, es gebe keine Verschmelzung von Schulformen.

Vordere Reihe, von links: Herbert Habenicht (BBS-Schulleiter), Katharina Augath (Kreisrätin), Torsten Rudolf (IGS-Schuldirektor), Lars Büttner (Oberstufenkoordinator am Ernestinum). Hintere Reihe, von links: Günter Potthast (stv. BBS-Schulleiter), Thomas Piepho (Abteilungsleiter Berufliche Gymnasien der BBS Rinteln), Heike Bickmann (Niedersächsische Landesschulbehörde)

Die Zahl der Studienabbrecher sei groß, lebenslanges Lernen sei die Voraussetzung für „agile Arbeitnehmer und Führungskräfte“ in der Zukunft, sagte Bickmann. Da kommt es auf die optimale Berufsvorbereitung an. Und auf die richtige Wahl des Bildungswegs mit der passenden Oberstufe. Diese kann am Ernestinum mit naturwissenschaftlichen, gesellschaftswissenschaftlichen, musisch-künstlerischen oder sprachlichen Schwerpunkten oder an der BBS/IGS-Oberstufe mit Schwerpunkt auf Wirtschaft, Gesundheit und Soziales oder Sozialpädagogik begangen werden.

Die Rintelner Oberstufen Kooperation hat ihren Ursprung auf einer Schulleiter-Besprechungsrunde des Landkreises Schaumburg, berichtet der stellvertretende BBS-Schulleiter Günter Potthast. Vor vier Jahren war er mit dem IGS-Leiter Torsten Rudolf angesichts der demografischen Entwicklung und des zu erwartenden Schülerrückgangs ins Gespräch gekommen. Seitdem wurden die Absichten zur Zusammenarbeit in zahlreichen Sitzungen vertieft und konkretisiert. Es galt, rechtliche Hürden aus dem Weg zu räumen. Das Vorhaben stieß beim Landkreis und der Landesschulbehörde auf offene Ohren. Extrem positiv fiel dabei die Kooperationsfreude und Abstimmung der drei beteiligten Schulen auf, bestätigte Kreisrätin Katharina Augath: „Da gab es keine Engstirnigkeit und Gegeneinander der Schulen.“ Keine Selbstverständlichkeit, wie zu erfahren war. Aber ein Umstand, der Türen öffnete und jetzt die Kooperation für Bildungsvielfalt in Rinteln besiegelte.


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