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Rinteln soll Fairtrade-Town werden

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Rinteln soll „Fairtrade-Town“ werden und so mit Städten wie Hameln (seit 2018) und Minden (seit 2015) gleichziehen. Die Rintelner Grünen haben den Antrag mit dem Gedanken „Global denken, lokal handeln“ jetzt im Rat zur Abstimmung gestellt. Dabei soll die Stadt mit gutem Beispiel voraus gehen und dazu beitragen, das Konsumverhalten der Bürger nach ökologischen und sozialen Kriterien zu gestalten. Bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen wurde jetzt mehrheitlich beschlossen, eine Steuerungsgruppe zu gründen und sich für eine Bewerbung als Fairtrade-Town zu wappnen.

Dazu müssen fünf Bedingungen erfüllt werden: Per Ratsbeschluss muss eine Unterstützung des fairen Handelns besiegelt werden. Bei Ausschusssitzungen müssen zwei fair gehandelte Produkte angeboten werden, beispielsweise Kaffee oder Tee und Kekse. Eine Steuerungsgruppe mit Mitgliedern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft soll sich um die Koordinierung und Öffentlichkeitsarbeit kümmern. Im lokalen Einzelhandel und Restaurants müssen mindestens zwei Fairtrade-Produkte angeboten werden, drei öffentliche Einrichtungen müssen fürs Label mindestens eine Infoveranstaltung zu fairem Handel pro Jahr durchführen und es müssen mindestens vier Presseartikel über das Thema in den regionalen Medien erscheinen. Zumindest die Umsetzung des letzteren Punktes dürfte angesichts der lokalen Pressevielfalt kein Problem darstellen. Für die Umstellung von Kaffee, Keksen und Cola auf Fairtrade-Ware rechnet die Stadtverwaltung mit Mehrkosten von rund 400 Euro jährlich. Was nicht umgestellt werden kann, muss durch Ersatzkäufe wie Blumen oder Schokolade kompensiert werden. Ratsmitglied Anthony-Robert Lee (CDU) äußerte Bedenken, man könnte mit dem Beschluss übers Ziel hinausschießen und mochte sich nicht so recht mit dem Gedanken anfreunden, sich an ein Abzeichen binden zu müssen. Dr. Ralf Kirstan (FDP) erinnerte daran, dass bei Fairtrade die soziale Komponente mit gerechter Bezahlung der Erzeuger im Vordergrund stehe – nicht die Ökologie. Weiterhin würde der heimische Getränkeproduzent viele Vereine und karitative Projekte unterstützen, wie solle man rechtfertigen, wenn man künftig seine Produkte von den Tischen verbannen würde. Das sei gar nicht das Thema, stellte Astrid Teigeler-Tegtmeier (SPD) klar. Im Verwaltungsausschuss wurde bereits geklärt, dass die Getränke auch weiterhin vom lokalen Lieferanten genutzt werden sollen. Letztlich verteidigte der Antragsteller Christoph Ochs die Philosophie des Antrags. Vielleicht könne man den Getränkehersteller ja sogar dazu bewegen, fair gehandelten Orangensaft anzubieten? Und letztlich plädierte auch Bürgermeister Thomas Priemer für eine Zustimmung auf breiter Front: Die Sinnhaftigkeit von Fairtrade dürfte ohnehin allen bewusst sein, was solle an dem Bekenntnis letztlich schlecht sein..

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