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Rinteln soll Glasfaser-Gebiet werden: Nachfragebündelung gestartet

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(Rinteln) In der Weserstadt läuft seit Kurzem eine Glasfaser-Offensive. Die „Deutsche Glasfaser“, ein Unternehmen auf Expansionskurs, hat auch in Rinteln mit der Nachfragebündelung begonnen.

Diese Phase läuft seit dem 15. Januar und endet am 26. März diesen Jahres. In dieser Zeit haben Rintelner Haushalte die Möglichkeit, einen Auftrag über einen Glasfaser-Anschluss nach dem „FTTH“-Prinzip (Fiber To The Home; Glasfaser bis ins Haus, also die „letzte Meile“) zu erteilen. Das Unternehmen hat dazu eine Unterteilung des Gebiets in 16 Abschnitte, sogenannte „Polygone“ vorgenommen. Insgesamt gibt es in Rinteln 6750 Wohneinheiten, die mit einem solchen Glasfaser-Hausanschluss ausgerüstet werden können.

Bedingung: Mindestens 40 Prozent von ihnen während der Bündelungsphase einen Auftrag unterschreiben. Dann startet die Ausbauphase, teilte Projektleiter Christof Milek bei einem Pressegespräch im Rathaus mit. 15 bis 20 Millionen Euro plant das Unternehmen an Investitionen im hiesigen Raum. Doch erst wenn genügend Aufträge eingegangen sind, werden daraus Verträge. Sollten nicht genügend Rintelner Haushalte Interesse zeigen, erfolgt auch kein Ausbau. Das, so Milek, sei allerdings in den wenigsten Fällen („1 von 10“) vorgekommen. Das Unternehmen hat die Glasfaser-Technologie bereits in einer dreistelligen Anzahl von Kommunen umgesetzt.

Die Argumente liegen laut der Deutschen Glasfaser in der schnelleren Übertragungsgeschwindigkeit, geringeren Störanfälligkeit und Zukunftssicherheit eines solchen Breitband-Anschlusses. Deutschland sei in Sachen Glasfaser „Entwicklungsland“ in Europa, andere Länder seien weit voraus, erklärte Milek. Das gelte insbesondere für die jahrzehntealte Kupfertechnologie, die bei bisherigen Telekommunikationsanschlüssen zum Einsatz komme und aus der nicht mehr herauszuholen sei.

Wichtig für Neukunden: Die Anschlusskosten (ab 750 Euro) entfallen, sofern man sich während der Nachfragebündelung für einen Auftrag entscheidet. Es fallen zwar Aktivierungsgebühren in Höhe von 69,99 Euro an, dafür gelten in allen Tarifen während der ersten 12 Monate vergünstigte Preise.

Den Kontakt mit potenziellen, neuen Kunden in Rinteln sucht die Deutsche Glasfaser online, mit Infos per Post und der direkten Ansprache an der Haustür. Weiterhin eröffnet in der kommenden Woche ein Info-Punkt in der Mühlenstraße (montags bis freitags von 10-13 Uhr und von 14-18 Uhr, samstags nach Vereinbarung) und ein Info-Mobil wird ebenfalls unterwegs sein, um über die Möglichkeiten und Bedingungen für einen Glasfaser-Anschluss zu informieren. Nach einer erfolgreichen Bündelung dauert es ungefähr ein Jahr, bis die Anschlüsse verlegt sind.

Weitere Infos und Beratung bei der Deutschen Glasfaser unter 02861 / 813 3410 oder im Internet unter www.deutsche-glasfaser.de

Die Stadt Rinteln hat den Kooperationsvertrag mit der Deutsche Glasfaser im vergangenen Jahr (damals unter Amtsinhaber Bürgermeister Thomas Priemer) geschlossen, erklärte Bürgermeisterin Andrea Lange. Diesen gelte es jetzt, mit Leben zu füllen, Glasfaser gehöre künftig zu jeder Immobilie dazu. Die Stadt werde dies als Partner unter Wahrung der wettbewerbsrechtlich neutralen Position unterstützen, so Lange. Eine erste Informationsveranstaltung fand bereits statt – aufgrund der aktuellen Corona-Situation als Videokonferenz. 280 Zuschauer nahmen daran teil.

Mit großen Plakaten und Werbung an Straßenlaternen, wie hier zu sehen, wirbt die Deutsche Glasfaser für den Ausbau.

Das Vorhaben, Rinteln mit Diensten der Deutschen Glasfaser zu versorgen, gilt übrigens nicht für die gesamte Stadt. Bei Abfrage der erwähnten „Polygone“ wird ersichtlich: Einige Straßen in der Nordstadt fehlen. Ebenso ist die gesamte Stadt südlich der Weser nicht für einen Ausbau durch die Deutsche Glasfaser vorgesehen. Projektleiter Milek führt „wirtschaftliche Gründe“ für die Abstinenz in diesen Bereichen an.

In den genannten Gebieten seien allerdings auch keine Verträge mit anderen Anbieten über einen Ausbau abgeschlossen, teilt Anja Friedrich vom Amt für Zentrale Dienste und Finanzen mit. Die Stadtverwaltung habe von der Deutschen Glasfaser bisher nur die Aussage erhalten, das die Entscheidung aufgrund rein wirtschaftlicher Gesichtspunkte erfolgt sei.

Der Landkreis Schaumburg habe auf Nachfrage der Verwaltung seinerzeit mitgeteilt, dass nun auch eine Förderung vom Bund für den Glasfaserausbau in so genannten „Grauen Flecken“, also Gebieten mit einer Internetversorgung von weniger als 100 Mbit/s möglich ist, allerdings nur in den Gebieten, in denen bisher keine Förderung eingeflossen ist, führt Friedrich weiter aus. Der Landkreis plane außerdem, nachdem die derzeit laufenden privatwirtschaftlichen Ausbauaktivitäten der Deutschen Glasfaser abgeschlossen seien, ab 2023 mit der Beantragung von Fördermitteln für die „grauen Flecken“ zu beginnen. Hierbei sollen all die Gebiete in den Ausbau mit Glasfaser aufgenommen werden, die von der Privatwirtschaft nicht versorgt wurden.

Anzumerken sei dabei, dass die Kabel-TV Anschlüsse von Vodafone, die das Kerngebiet der Stadt Rinteln versorgen und bereits eine Versorgung mit 1Gbit/s ermöglichen, von der Förderung ausgeschlossen sind. (vu)

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