(Rinteln) Die Stadt Rinteln will ihre öffentlichen Grünanlagen für den Klimawandel rüsten. Mit einer strategischen Umgestaltung auf hitzeverträgliche Stauden, Bodendecker und ressourcenschonende Bewässerung will die Verwaltung nicht nur das Stadtklima verbessern, sondern auch den Pflegeaufwand und die Wirtschaftlichkeit des städtischen Bauhofs langfristig optimieren.
Warum sehen Beete und Rabatten, Wege und Randstreifen heute nicht mehr so gepflegt aus, wie vielleicht vor 15 oder 20 Jahren noch? Der Leiter des Rintelner Bauhofs, Klaus-Ulrich Hartmann, weiß das genau: „Wir verwenden keine Herbizide als Spritzmittel mehr, müssen uns sehr zeitintensiv bei Pflegemaßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde absprechen und – ganz wichtig – es kehrt heute kaum noch jemand vor der eigenen Tür und entlastet dadurch unsere Mitarbeitenden!“ Dazu stellen längere Hitze- und Trockenperioden sowie zunehmende Extremwetterereignisse die Grünflächenpflege vor immer größere Herausforderungen.
Um diesen Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken, hat die Stadt Rinteln eine umfassende Strategie zur nachhaltigen Entwicklung ihrer öffentlichen Grünflächen beschlossen. Viele bisherige Pflanzflächen – insbesondere offene Bodenflächen ohne flächendeckende Unterpflanzung – sind anfällig für starken Wildkrautaufwuchs und verursachen einen hohen, personalintensiven Pflegebedarf.
Strategische Umgestaltung mit Stauden, Bodendeckern und echten Trockenkünstlern
Zukünftig will die Stadt deshalb verstärkt auf standortgerechte, mehrjährige Stauden, heimische Gewächse sowie geeignete Mineralsubstrate setzen. Durch geschlossene Unterpflanzungen sollen robuste, trockenheitsverträgliche Vegetationsdecken entstehen, die den Wasserbedarf senken und das Stadtgrün verlässlich kühlen. Das schützt nicht nur vor Hitzeinseln, sondern entlastet auch spürbar die Kapazitäten des städtischen Baubetriebshofes.
Der Erfolg dieser Umgestaltung erfordert in der Anfangsphase jedoch Geduld: „In den ersten beiden Vegetationsperioden ist eine intensive Entwicklungspflege mit Wildkrautentfernung, Kontrollen und bedarfsgerechter Bewässerung notwendig“, so Hartmann. Erst nach dieser Anwuchsphase entfalten die pflegeextensiven Stauden ihre volle Wirkung und reduzieren die notwendigen Pflegegänge nachhaltig. Um wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln, soll die Umgestaltung zunächst an ausgewählten Pilotstandorten im gesamten Stadtgebiet starten, warb Hartmann um Unterstützung des Bauausschusses, der für die grundsätzliche Entscheidung, ob solche Umgestaltungen im Stadtgebiet durchgeführt werden sollen, zuständig ist.
Pilotstandorte unter anderem am Parkplatz Wallstraße geplant
Für Einzelstandorte und deren Gestaltung ist eigentlich der jeweilige Ortsrat zuständig. Als Pilotstandort zählt unter anderem der Parkplatz an der Wallstraße. Dort, so Hartmann, trampelten die Parkenden ständig die Rabatten herunter, so dass sich Bepflanzung nicht mehr lohne. Mit Rankgittern und entsprechenden Pflanzen soll Abhilfe geschaffen werden.


Außerdem sind noch die Ortsdurchfahrt in Steinbergen, die Bereiche an der Spitzbubenbrücke, Am Anger in Exten, in der Kendalstraße, am Wilhelm-Busch-Weg sowie an der Großen Tonkuhle als Pilotstandorte im Gespräch. Nach erfolgreicher Evaluierung sollen schrittweise weitere Grünflächen nach denselben fachlichen Grundsätzen umgestaltet werden. Der Bauausschuss folgte den Anregungen Hartmanns. Jetzt wird noch der Verwaltungsausschuss darüber beraten.
(Text: ot; Fotos: vu)






























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