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Rintelner Aktionsbündnis sammelt Unterschriften für Volksbegehren / Kritik von „Land schafft Verbindung“

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(Rinteln) Am Samstagvormittag hatte sich das Rintelner Aktionsbündnis Artenvielfalt auf dem Marktplatz zusammengefunden, um Unterschriften fürs Volksbegehren „Artenvielfalt.Jetzt!“ zu sammeln. Das niedersachsenweite Volksbegehren soll laut NABU den grassierenden Artenrückgang stoppen. „Regional haben sich Aktionsgruppen wie in Rinteln gegründet, die durch verschiedene Aktivitäten darauf aufmerksam machen, dass in Sachen Natur- und Artenschutz endlich gehandelt werden muss“, erläuterten Dr. Nick Büscher und Uta Fahrenkamp für das Rintelner Aktionsbündnis.

Viele Menschen blieben am Unterschriftenstand stehen, um sich die Ziele des Volksbegehrens erläutern zu lassen und Fragen zu stellen. „Viele Menschen sind ganz gezielt auf uns zugekommen und haben unterschrieben“, wie Büscher verdeutlicht. Den Menschen sei Büscher zufolge klar, dass es um unsere Artenvielfalt in Niedersachsen schlecht bestellt und eigentlich bereits Fünf nach Zwölf ist. Viele Insekten-, Säugetier- und Vogelarten sind in den vergangenen Jahrzehnten stark im Bestand zurückgegangen, Allem voran Kiebitz, Feldhase und eine Vielzahl von Hautflüglern und Käfern. Mittlerweile ist die Hälfte der 11.000 niedersächsischen Tier- und Pflanzenarten bedroht.

Am Samstag machte das Aktionsbündnis auf dem Marktplatz aufs Volksbegehren aufmerksam und sammelte Unterschriften. (Foto: NABU/Kathy Büscher)

Das Volksbegehren mit konkreten Gesetzesänderungen zum Niedersächsischen Naturschutzgesetz, zum Wassergesetz und zum Waldgesetz setzt sich laut einer Pressemitteilung des NABU zum Ziel, „die Vielfalt in der Kulturlandschaft durch Hecken, Feldgehölze und Blühstreifen sowie artenreiches Grünland zu schützen, mit weniger Pestiziden und mehr Ökolandbau die landwirtschaftliche Nutzung naturverträglicher zu gestalten sowie naturnahen Wald zu fördern.“

Während es in Rinteln auch möglich ist, an festen Anlaufstellen zu unterschreiben, sei man an diesem Samstag laut NABU durchaus erfolgreich in den Dialog mit den Bürgern getreten: „Mit fast 150 Unterschriften, die wir binnen zwei Stunden gesammelt haben, sind wir sehr zufrieden, die meisten Menschen sind überzeugt, dass sie mit ihrer Unterschrift das Richtige tun“, freut sich Fahrenkamp. Die positive Resonanz aus der Bevölkerung lässt die Akteure im Rintelner Aktionsbündnis hoffen, einen wichtigen Beitrag zu den niedersachsenweit geforderten 610.000 Unterschriften zu leisten. Wer in Rinteln das Volksbegehren unterstützen möchte, hat weiterhin in Rintelner Geschäften Gelegenheit dazu, beispielsweise im Bioladen Querbeet, im Bistro GreenBee sowie in der Buchhandlung Buch & Wein.

„Land schafft Verbindung“ übt scharfe Kritik an Vorgehensweise

Drei Landwirte kritisierten das Volksbegehren. Mittig: Anthony Robert Lee, Sprecher von „Land schafft Verbindung“.

Kritik gab es von einigen Landwirten und von Vertretern der Vereinigung „Land schafft Verbindung“, die sich am Samstag ebenfalls auf dem Marktplatz einfanden. Deren Sprecher, Landwirt Anthony Robert Lee aus Möllenbeck, machte vor Ort darauf aufmerksam, dass das Volksbegehren in Gang gesetzt worden sei, obwohl es einen mit NABU, BUND, Landwirtschaftskammer, Umweltministerium und Landvolk einen schriftlich dokumentierten Entwurf über einen „niedersächsischen Weg“ gebe, der gerade in ein Gesetz gegossen werde. Das Hauptproblem sehen die Kritiker des Volksbegehrens laut Lee darin, dass die Landwirte für die Entwicklungen auf ihren Flächen eine Entschädigung erhalten sollen, die abhängig von der Haushaltslage des Landes ist. „Die Entschädigung ist hierbei nie garantiert“, so Lee, „beim niedersächsischen Weg ist die Entschädigung über das Wasserhaushaltsgesetz garantiert.“

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