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Rintelner CDU fordert Zehn-Jahres-Konzept: „Rinteln 2030, Bewährtes erhalten, Zukunft gestalten.“

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Die Rintelner CDU beantragt ein Zehn-Jahres-Erhaltungs- und Entwicklungskonzept für die Kernstadt und die Rintelner Ortsteile.

Das Konzept soll den Fokus auf die Sicherung und Fortentwicklung der Schulstandorte sowie der Kindertagesstätten legen, sowie gezielt die unterlassenen Sanierungs- und Unterhaltungsarbeiten in der Infrastruktur zur kurzfristigen Abarbeitung auflisten. CDU-Fraktionsvorsitzender Veit Rauch fordert im Antrag weiterhin, die Entwicklungschancen der einzelnen Ortsteile der Stadt darzustellen. An der Erarbeitung des Konzepts sollen die Ortsräte intensiv beteiligt werden. Ebenso solle eine Beteiligungsmöglichkeit und Einflussnahme der Rintelner Bürger in geeigneter Form sichergestellt werden. „Das langfristige Konzept ist spätestens zur Haushaltsberatung zum Haushaltsjahr 2021 vorzulegen und hat den Zeitraum bis einschließlich des Haushaltsjahres 2030 zu umfassen“, führt Rauch weiter aus und nennt auch einen Slogan:
„Rinteln 2030, Bewährtes erhalten, Zukunft gestalten.“

Veit Rauch (CDU) während einer Ratssitzung (Archivfoto).

In der umfangreichen Begründung schreibt Rauch im originalen Wortlaut:

„In den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten beherrschte das Thema Brückentorsaalkomplex die Ratsarbeit des Rates der Stadt Rinteln sowie die Berichterstattung der regionalen Medien. Bei den notwendigen Diskussionen zu diesem Thema darf aber nicht vergessen werden, dass viele weitere notwendige zukunftsgerichtete Investitionen sowie Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen in der Kernstadt und Ortsteilen notwendig sind.

Engagement, wie beispielsweise gerade aktuell in Möllenbeck, um in einer detaillierten Zusammenfassung aus Sicht des Ortsrates und der Bürgerinnen und Bürger vor Ort Missstände, Versäumnisse, Notwendigkeiten und Chancen für eine zukünftige Entwicklung aufzuzeigen, sind ausdrücklich zu begrüßen und zu unterstützen.

Aus Sicht der CDU-Fraktion ist eine solch geartete Untersuchung für alle Ortsteile und die Kernstadt angeraten, aus der eine längerfristige und verlässliche Planung für einen, über die kurz- und mittelfristige Finanzplanung hinausgehende, Investitions- und Unterhaltungsplan entwickelt werden kann.

Die Finanzierung von Investitionen in die kommunale Infrastruktur wird nicht nur in Rinteln zunehmend schwierig. Trotz des aktuellen Anstiegs der öffentlichen Einnahmen, auch und gerade in Rinteln, sind die strukturellen Defizite bei der Infrastruktur generell nicht kleiner geworden.

So steht die Infrastruktur auch in den örtlichen Medien oft in der Kritik der Bürger. Als Beispiele seien hier nur kurz genannt eine in den Augen der Eltern unzureichende Instandhaltung und Ausstattung von Schulen und Kindergärten oder die zahlreicher werdenden Schlaglöcher in unseren Straßen, die schon häufiger Thema in Leserbriefen oder Anfragen an Ratsmitglieder gewesen sind .

Der Brückentorkomplex beherrscht laut Rauch in den vergangenen Monaten die Rintelner Medienlandschaft. Dabei dürften aber auch Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen in der Kernstadt und Ortsteilen nicht vergessen werden.

Es entsteht der Eindruck, dass in den vergangenen Jahren manch notwendige Unterhaltungsmaßnahme gerade in der Verkehrsinfrastuktur verschoben, gestreckt oder aber sogar völlig unterlassen wurde. Gerade aber eine zeitige Unterhaltung unserer Straßen reduziert erheblich höhere Folgekosten für die Kommune und die weiteren Nutzer. Hier besteht nach Ansicht der CDU-Fraktion erheblicher Handlungsbedarf. Und nicht nur die CDU sieht hier Handlungsbedarf, zumal in einer der letzten Bauausschusssitzungen die zeitige Notwendigkeit von umgehenden Asphaltsanierungen überparteilich von allen im Rat vertretenen Fraktionen festgestellt wurde. Die daraufhin kurzfristig begonnenen Maßnahmen sind aber nur als der sogenannte „Tropfen auf dem heißen Stein“ zu bewerten.

Gemäß aktueller Untersuchungen (DIFU, Landesrechnungshof des Landes Niedersachsen, Bund der Steuerzahler….) übersteigt der kommunale Bedarf an Straßenunterhaltung um ein Vielfaches die jährlich eingesetzten Mittel. Ein erheblicher Investitionsrückstand ist demgemäß auch für die Stadt Rinteln anzunehmen und feststellbar.
Dieser Rückstand an unterlassenen Investitionen birgt unter anderem eine ebenso anzunehmende höhere Kostenbelastung für die Nutzer sowie Produktivitätsverluste für die lokale und regionale Wirtschaft. Darüber hinaus eine steigende Gefährdung der Nutzer und der Umwelt. Zu guter Letzt ist objektiv eine sinkende Akzeptanz und Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürgern bei den öffentlichen Leistungen der Stadt anzunehmen.

Dies kann nicht im Interesse des Rates der Stadt Rinteln liegen.

Hingegen besteht sogar die gesetzliche Pflicht der Unterhaltung nachzukommen.
Gemäß den gesetzlichen Vorschriften des NKomVG sowie der einschlägigen Vorschriften zur Haushalts- und Finanzwirtschaft der Kommunen und Niedersachsen sind die kommunalen Vermögensgegenstände pfleglich und wirtschaftlich zu verwalten. Dazu gehört unstrittig eine ausreichende Instandhaltung (Bericht des Landesrechnungshofes Niedersachsen 2017). Instandhaltungen sind gemäß der DIN 31051 Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung des uneingeschränkten funktionstüchtigen Zustandes eines Anlagegutes.

Handlungsbedarf und eine langfristige Sicherstellung als Voraussetzung ist ebenso für unser örtliches Bildungssystem gegeben und notwendig.

Nachdem nunmehr auch, nach allen Fraktionen im Stadtrat, der Bürgermeister sich endlich einmal eindeutig zum Erhalt der Schulstandorte und Kindertagesstätten in den Ortsteilen geäußert hat, nachdem er im vergangenen Jahr eine generelle Standortdiskussion in die Diskussion gebracht hat, ist eine langfristige Strategie zur Sicherstellung des Rintelner Bildungsangebotes notwendig. Diese umfasst in unseren Augen sowohl eine Planung zur zukunftsorientierten Ausstattung der Schulen und der Schulgebäude an sich, als auch eine notwendige örtliche Planung und Realisierung von neuen Wohngebieten in den einzelnen Ortsteilen, um die jeweils notwendige Schülerzahl sicherzustellen.

Generell ist vor diesem Hintergrund und der Darstellung an nur zwei Infrastukturbereichen Handlungsbedarf auf vielen Gebieten der städtischen Infrastruktur anzunehmen, der in einem gemeinsamen Kraftakt der Politik und der Bürgerinnen und Bürger festgestellt und angegangen werden muss.“ Dazu rufe Rauch im Namen der CDU–Fraktion nachdrücklich auf, wie es abschließend heißt. (pr)

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