(Möllenbeck) Viele aktive Schiedsrichter sind am Samstag, 25. Juli, in Möllenbeck, im Rahmen der Rintelner Stadtmeisterschaft, zusammengekommen, um nochmals die Verdienste von Rolf-Dieter Buschhorn als Schiedsrichter des Fußballkreises Schaumburg zu würdigen.
Er hat sage und schreibe 53 Jahre dem Schiedsrichterwesen die Treue gehalten und war und ist Schiedsrichter aus Überzeugung und Leidenschaft.

Doch wie fing alles an? Die wenigsten wissen es; mit Hilfe von Zeitzeugen wie Friedhelm Springinsguth konnte die Geschichte erzählt werden.
Am 12.06.1973 hat er zusammen mit dreizehn weiteren Schiedsrichteranwärtern im Auetal, in dem Hotel unterhalb des Sportplatzes erfolgreich seine Schiedsrichterprüfung absolviert. Der Kreislehrwart hieß damals Jochen Lober und der KSO (Kreisschiedsrichterobmann) war Helmut Rohrsen.
Apropos KSO, in den ganzen 53 Jahren hat er lediglich vier Kreisschiedsrichterobmänner durchlebt. Von 1973 bis 1978 Helmut Rohrsen, von 1978 bis 1989 Helmut Schiller, von 1989 bis 2024 Wilhelm Kläfker, das sind 35 Jahre, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen und die letzten beiden Jahre Frank Wieggrebe.
Anfangs hat Buschhorn die Schiedsrichterei eher als reines Hobby angesehen, denn er hat vornehmlich noch beim SV Hattendorf in der Bezirksklasse gekickt. Mit damals 29 Jahren wart er schließlich ja auch noch im besten Fußballer-Alter.
Aber nach und nach schlug sein Herz immer stärker für die Schiedsrichterei und schnell wurde er eine feste Größe in der Familie der Schaumburger Unparteiischen.
Anfang der 70iger wurden die Ansetzungen noch mit Brieftauben versandt. Der damalige KSO Helmut Schiller schrieb im Jahre 1978 Postkarten, auf denen er Ansetzungen für zwei bis drei Wochen vermerkte. Antworten, sprich die Ansetzungen bestätigen musste man gar nicht. Euer Schlag von Schiedsrichtern war absolut zuverlässig. Rückgaben waren ein absolutes Fremdwort.
Auch Rolf hat nie nein gesagt. Im Gegenteil, wenn Not am Mann war, hast er auch oftmals zwei Spiele am Tag gepfiffen.
Danach kam Wilhelm Kläfker als KSO mit dem Rolf-Dieter Buschhorn eine innige Freundschaft verbindet. Wilhelm schwenkte um, von Postkarten zu Briefen – der Beginn des Datenschutzes. Auch hier gab es Ansetzungen für drei bis vier
Wochen.
Mittlerweile ist der Fußballkreis im digitalen Zeitalter angekommen. Computer sind verständlicherweise nicht sein Ding. Aber mit Hilfe der Enkel und auch Dirk Haskamp und Thorsten Schulte wusstest er stets, welcher Sportplatz anzusteuern war, um seine Berufung auszuüben.
Als Schiedsrichter war er in den ganzen 53 Jahren lediglich für den SV Hattendorf und dem SC Auetal tätig.
Seine Charaktereigenschaften sind Loyalität, Pflichtbewusstsein, Herzlichkeit, Belastbarkeit, Empathie, aber auch Zielstrebigkeit. Das eigentliche Ergebnis hast er nie aus den Augen verloren.
Bei seinen Schiedsrichterkollegen hast er eine hohe Akzeptanz, sein Wort hat Gewicht. Er ist gesellig und sehr beliebt.
Es ist schwierig zu sagen, wie viele Spiele er in seinem Leben geleitet hat. Jedenfalls war er die letzten 40 Jahre ein sogenannter „Vielpfeifer“, der teilweise auch mal über 100 Spiele in einer Saison gepfiffen hat. Urlaub war und ist für ihn ein Fremdwort. Schätzungen zufolge dürfte er in seiner Schiedsrichterkarriere zwischen 4000 und 4300
Spiele geleitet haben. Eine unvorstellbare Anzahl.
Mit roten Karten hat er nicht umher geworfen. Obwohl er sich immer ans Regelwerk gehalten hat, musste er selten Platzverweise aussprechen. Wenn Rolf Buschhorn Referee war, wurde sich benommen und somit auch nicht gemeckert.
Es bleibt schwierig zu sagen, wie Schiedsrichter und auch die Verantwortlichen vom Fußballkreis ihm ihre große Wertschätzung entgegenbringen können. Die Ehrennadeln des NFV für 15-, 25- und 40-jährige Schiedsrichtertätigkeiten hat er längst erhalten. Auch die goldene Ehrennadel des Fußballkreises kann er sein Eigen nennen.
Zum Ausklang seiner außergewöhnlichen Karriere rund um das Schiedsrichterwesen bekam Rolf-Dieter Buschhorn einen Geschenkkorb mit vielen Leckereien wie Honig und Marmelade, mit deftigen Sachen, wie Mettwurst und Würstchen aber auch gesunden Lebensmitteln wie leckeren Säften und Obst zu überreicht. Letzten Endes ist in diesem Präsentkorb auch eine große Schachtel Schokolade, zutreffenderweise mit dem Namen „Merci“, enthalten.
Die Schiedsrichterkollegen sagen „Merci, lieber Rolf“, „thank you“ und „Danke für dein mehr als ein halbes Jahrhundert langes Wirken in unserer Mitte“.
(Quelle: Frank Wieggrebe; KSO NFV Kreis Schaumburg / Fotos: pr)



























Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.