(Rinteln) Wer am Alten Hafen in Rinteln spazieren geht, stolpert derzeit über auffällige rote Holzpflöcke im Uferbereich.
Dahinter steckt ein Doppelprojekt: Während die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung die Messstation für die Zukunft rüstet, führt der Blick in die Geschichte zu einer unerwarteten Sicherheitsmaßnahme am Boden.
Auffällig und nicht zu übersehen stecken die roten Markierungen im Ufergelände des Alten Hafens. Sie kündigen eine Infrastrukturmaßnahme für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) am Weserpegel Rinteln an: Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser stellt den Rintelner Pegel neu auf. Um die Station mit modernster Mess- und Steuertechnik auszustatten, muss in einem ersten Schritt ein neues Leerrohr im Erdreich verlegt werden.
Doch bevor Bagger anrollen und die Leitungen gezogen werden können, gilt ein eiserner Grundsatz: Sicherheit geht vor. Fünf der eingerammten Pflöcke markieren nämlich keinen gewöhnlichen Trassenverlauf, sondern potenzielle Verdachtsflächen für Kampfmittel.
Der Grund für den Einsatz liegt Jahrzehnte zurück. Bei der Auswertung historischer Luftaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg stießen Experten auf vage Unregelmäßigkeiten im Bodenprofil.
Warum am Weserpegel Rinteln jetzt nach Kampfmitteln gesucht wird
Wie WSA-Pressesprecher Jens Köhne betont, geht die Schifffahrtsverwaltung nach ersten Analysen zwar von eher unkritischen Hinterlassenschaften aus, dennoch hat eine lückenlose Überprüfung oberste Priorität.
Erst wenn die Sondierungsarbeiten abgeschlossen sind und die Fachexperten grünes Licht geben, starten die eigentlichen Tiefbauarbeiten am Flussufer.
(Text & Foto: ot)

























Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.