(Rinteln) Der im Juli 2026 veröffentlichte „Masterplan Wasser“ der niedersächsischen Landesregierung stellt eine strategische Antwort auf die wachsenden wasserwirtschaftlichen Herausforderungen durch den Klimawandel dar.
Angesichts von zunehmenden Trockenperioden, sinkenden Grundwasserspiegeln und der Gefahr durch Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Hochwasser dient er als umfassender Orientierungsrahmen für Politik, Kommunen, Wirtschaft und Verbände.
Jetzt befasste sich der Bauausschuss der Stadt Rinteln mit dem Thema und Ulrich Karl stellte als Chef der Stadtwerke Rinteln fest, dass die Stadt bereits auf einem guten Weg sei. So sei die Devise „Rückhalt statt Abfluss“ durch Regenrückhaltebecken bereits weit fortgeschritten, die Stadtwerke werben für Wasserzisternen für Regenwasser auf Privatgrundstücken und man habe bereits erste Maßnahmen für das Schwammstadtkonzept in Arbeit. Auch in Sachen Trinkwasser sei Rinteln mit Gold gesegnet: „Hochpumpen, UV-Desinfektion, trinken! Das Wasser aus dem eigenen Hahn ist einfach prima bei uns!“
Im Rheinland, der Heimat Karls, müsse das Wasser aufwendig aufbereitet werden. Baudezernent Stefan Eggert-Edeler ergänzt: „Mit Renaturierungsarbeiten, beispielsweise an der Exter, und vielen weiteren Einzelmaßnahmen ist Rinteln schon gut aufgestellt!“ Damit sich Schmutzwasser nicht mit Hochwasser vermischt und ein Rückstau in Richtung Stadt entsteht, wird aktuell die Kläranlage höher eingedeicht. Ob in ihr allerdings zeitnah auch eine vierte Reinigungsstufe für Medikamentenrückstände eingebaut wird, das ließ Ulrich Karl offen: „Die Planungen dafür laufen jedoch!“
Kernziele des Masterplans
Das übergeordnete Ziel ist der Aufbau eines klimaresilienten Wassermanagements. Der Plan setzt auf einen integrativen Ansatz, der den Schutz des Wassers („vor dem Wasser“) mit einer nachhaltigen Nutzung („des Wassers“) verbindet. Dabei stehen insbesondere die Sicherung der Trinkwasserversorgung, die Wiederherstellung natürlicher Wasserkreisläufe und die ökologische Aufwertung von Gewässern im Vordergrund.
Nachhaltiges Wassermengenmanagement
Ein Schwerpunkt liegt auf der dauerhaften Sicherung des Wasserdargebots. Da Niedersachsen zunehmend trockener werde, soll das Gleichgewicht zwischen verfügbarem Wasserangebot und steigendem Bedarf gewahrt bleiben. Dies umfasst unter anderem Wasserrückhalt in der Fläche. Durch natürliche Maßnahmen in Böden und Wäldern soll Regenwasser länger in der Landschaft gespeichert werden, anstatt direkt abzufließen. Konzepte wie die „Schwammstadt“ sollen die Versiegelung reduzieren und Wasser in urbanen Räumen puffern. Die Niedrigwasservorsorge umfasst Strategien für Perioden mit geringer Wasserverfügbarkeit, inklusive eines effizienteren Managements. Um den Nutzungsdruck auf das Grundwasser zu senken, fördert das Land die Substitution durch alternative Wasserquellen (z. B. gereinigtes Abwasser, Kanalwasser oder gespeichertes Regenwasser) bei der Bewässerung.
Der Masterplan verzahnt klassische Strategien des Hochwasser- und Küstenschutzes mit moderner Klimaanpassung. Besonderes Augenmerk liegt auf der Starkregenvorsorge und dem Schutz kritischer Infrastrukturen. Die Nutzung natürlicher Rückhalteräume (Auen- und Gewässerentwicklung) soll das Risiko bei Extremereignissen minimieren. Thema Verbesserung der Wasserqualität: Ein wesentliches Ziel ist die Reduzierung von Schadstoffeinträgen in Grundwasser, Fließgewässer und die Nordsee. Dies geschieht durch eine Stärkung des Gewässerschutzes an der Quelle, ein verbessertes Monitoring sowie die konsequente Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie.
Zusammenfassend markiert der Masterplan eine Kursänderung hin zu einer proaktiven, vorausschauenden Wasserwirtschaft. Er erkennt an, dass Wasser keine unerschöpfliche Ressource ist, und legt den Grundstein, um Niedersachsen trotz Klimawandels zukunftsfähig aufzustellen. Der gesamte Plan sowie weiterführende Informationen sind über das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz zugänglich.
(ot/Archivfotos)
































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