(Rinteln) Die Wochenendmannschaft des Luftsportvereins Rinteln (LSV) war am vergangenen Wochenende hitzebedingt leicht ausgedünnt.
Die Prognosen für den Samstag ließen ein thermikarmes, wolkenloses Saunaerlebnis in der Luft erwarten. Unter der Plexiglasscheibe des Cockpits wird solches Wetter schnell zu einer kreislaufbelastenden Anstrengung. An Tagen mit hochreichender Thermik ist es im Flug oft angenehm, da die Temperatur pro 100 Meter um etwa ein Grad sinkt. Doch in 400 bis 600 Metern Höhe ist dieser Effekt noch kaum spürbar.

Die erste nutzbare Thermik setzte am Samstag erst nach 17 Uhr ein. Lukas und Bernd Konitz ließen sich davon nicht abschrecken und versuchten dennoch ihr Glück. Gleich mehrfach mussten sie den Hilfsmotor bemühen, um überhaupt von Rinteln wegzukommen. Auf ihrem mühsamen Weg bis Porta Westfalica wurde schließlich klar, dass die Bedingungen selbst am fast längsten Tag des Jahres nicht für einen Ligaflug reichen würden.
Der Sonntag startete in Rinteln außerordentlich früh, da das Sonnenaufgangsfliegen endlich einmal wieder auf einen Wochenendtag fiel. Der Wettergott zeigte sich gnädig und bescherte den Frühaufstehern eine faszinierende Optik, bevor dunkle Unwetterwolken den Himmel eroberten.
Die gut organisierte Frühsportler-Crew schaffte es, zwischen 4:18 Uhr und 6 Uhr acht Windenstarts durchzuführen und alle Flugzeuge rechtzeitig vor dem einsetzenden Gewitter wieder sicher im Hangar zu verstauen.

Die Spätschicht traf sich erst gegen Mittag, als der Himmel wieder aufklarte, und hoffte auf ein fliegbares Ligawetterfenster. Auf dem Satellitenbild waren zwar fliegbare Bedingungen zu erkennen, doch lagen sie so weit nördlich, dass sie Flugzeugschlepps bis weit hinter Uchte erfordert hätten.
Am Platz selbst gab es keine nutzbare Thermik, und die wenigen kleinen Kondenzen standen nur in rund 500 Metern Höhe. Der Tag zog sich zäh und heiß dahin. Gegen 15 Uhr hoffte man vom Tower aus, dass die Wolken inzwischen Minden erreicht hätten – und so entschieden die Enthusiasten Karsten Fahrenkamp, Reinhard Schramme und Christine Grote: Wir starten.
Nördlich von Minden waren die Bedingungen tatsächlich ausreichend für einen kleineren Überlandflug. Für die kompletten zwei Stunden Wertungszeit reichte das Wetterfenster jedoch nicht. So blieb es ein schöner Flug für die vom Wetter gebeutelten Weserpiloten, aber wertungstechnisch erneut nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Ganz anders sah es bei den Fliegerkameraden vom Segelflugzentrum Königsdorf aus, die diese Runde erneut für sich entschieden. Dort gelang es gleich zwei talentierten Junioren, über 1100 Kilometer zu fliegen. Auch die gewerteten 2-Stunden-Schnitte lagen jenseits der 130 km/h.
Fazit des Luftsportvereins: „Sie fliegen zwar in der gleichen Liga – aber aus Rintelner Sicht wirkt es in dieser Saison doch irgendwie wie eine andere Welt.“
(pr; Fotos: pr)



























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