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Samstags am Kirchplatz: Wir begleiten eine Familie bei ihrem Einkauf auf dem Wochenmarkt

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Der Wochenmarkt bleibt samstags am Kirchplatz – das hat die Stadt Rinteln vor wenigen Tagen beschlossen. Doch das heißt nicht, das man den Markt nicht attraktiver gestalten kann. Neue Besucher und Kunden gewinnen, das Angebot vergrößern, es gibt viele Stellschrauben an denen man drehen könnte.

Doch was ist mit denen, die jetzt schon regelmäßig auf dem Rintelner Wochenmarkt einkaufen? Die das Angebot schätzen und wissen, was sie an den frischen Waren und der Qualität haben? Wir haben uns am vergangenen Samstag mit einer jungen Familie aus Rinteln getroffen und sie bei ihrem Einkauf begleitet.

Familie Schulz ist warm gekleidet, das ist auch nötig an diesem frischen Wintermorgen. Kurz nach neun Uhr treffen wir uns mit Maja, Martin und dem kleinen Paul wie verabredet am Nachtwächter.

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Seit rund zwei Jahren kaufen Martin, Maja und Paul (von links) jeden Samstag auf dem Wochenmarkt ein.

„Wir holen hier den Großteil unserer Lebensmittel, die wir für die ganze Woche so brauchen“, sagt Vater Martin, „es gibt zwar immer noch Sachen, die wir im Supermarkt kaufen, aber das ist deutlich weniger geworden, seitdem wir jeden Samstag auf dem Wochenmarkt einkaufen!“ Der erste Abstecher führt die Familie zum Stand vom Biolandhof aus dem Extertal. Christiane Treviranus hat ihren Verkaufsstand am roten VW Caddy aufgebaut. Als sie den kleinen Paul sieht, schenkt sie ihm zuallererst ein Kartoffelbrötchen. „Das hat schon Tradition“, lacht Maja, „hier gehen wir als erstes hin und Paul bekommt von der freundlichen Standbetreiberin sein Brötchen, das er dann gleich an Ort und Stelle verputzt!“

Dank Planung für die ganze Woche einkaufen

Martin legt gemischten Salat in die Tüte, dazu gibt es Karotten und Brokkoli. Paul sucht die Gurken – sie haben sich heute hinter dem Sellerie versteckt. Weiterhin stehen verschiedene Brotsorten auf dem Einkaufszettel der Familie. „Das Brot ist klasse, es hält sich die ganze Woche über und wir essen es bis Freitag. Und am Samstag ist ja wieder der neue Wochenmarkt“, so Martin.

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Langsam füllen sich die Stoff-Einkaufstaschen mit allem, was die junge Familie für die ganze Woche so braucht.

Jetzt noch ein Besuch beim Verkaufsstand von Meyers Hofladen aus Engern. Dort wandern Eier und Wurstwaren über die Theke. Die Einkaufstaschen sind jetzt voll und schwer – und der Einkauf im Prinzip schon so gut wie beendet. „Mir gefällt der Wochenmarkt am Kirchplatz ehrlich gesagt auch deswegen, weil wir mit dem Auto direkt daneben parken können“, sagt Maja, „die Nähe ist einfach vorteilhaft.“ Martin sieht die Standortfrage gelassen: „Ganz ehrlich – es ist mir eigentlich egal, wo der Wochenmarkt ist. Ob ich nun an den Kirchplatz oder den Marktplatz gehe, Hauptsache er ist da und wir können einkaufen.“

„Der Standort ist uns eigentlich egal“

Neben der Frische und Qualität der Lebensmittel schätzen Maja und Martin auch den direkten Kontakt mit den Händlern. Auch trifft man jedes Mal jemanden zum Plaudern und Austauschen – viele ihrer Freude und Bekannten kaufen auch dort.

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„Qualitätsbewusst einkaufen an der frischen Luft, durch die Stadt spazieren und dabei Freunde treffen“: Darum setzt Familie Schulz auf den Wochenmarkt.

Der samstägliche Einkauf auf dem Rintelner Wochenmarkt ist für Familie Schulz neben dem Ritual, gleich morgens einen kleinen Spaziergang durch die Stadt mit dem Shoppen zu verbinden auch Teil der Lebenseinstellung geworden. Martin schätzt sehr, dass man genau die Menge kauft, die man auch wirklich benötigt: „Unterm Strich ist es vielleicht sogar noch günstiger als die Ware aus dem Supermarkt, weil man weniger einkauft und dann nur das, was man verbraucht. Wir schmeißen nichts mehr weg.“

Eine Ausweitung des Angebots würde er übrigens begrüßen: „Wir essen gerne Wild. Dazu muss ich dann zum Direktverkauf ins Industriegebiet fahren, oder auf den Markt nach Bückeburg. Diesen Händler aus Rinteln würde ich mir persönlich sehr gern hier auf dem Rintelner Wochenmarkt wünschen. Genau so den Verkauf von Galloway-Fleisch vom Eisberger Anbieter Matzeik.“

Gern mehr Anbieter auf dem Rintelner Wochenmarkt

Zum Abschluß treffen wir am Stand von Bäcker Hakenbeck durch Zufall auf Susanne Schulz aus Eisbergen. Der Bäcker hätte die Verlegung des Standortes auf den Rintelner Marktplatz sehr begrüßt. Schulz, die erst seit zwei Jahren hier lebt, kauft ebenfalls jeden Samstag auf dem Wochenmarkt ein und ist mit dem Angebot zufrieden. Allerdings regt sie eine bessere Kennzeichnung und Beschilderung, auch bei Verlegung, an.

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Das Thema Rintelner Wochenmarkt ist also trotz der geklärten Standortfrage noch immer aktuell. Dabei bedarf eine Verbesserung einer bewährten Einrichtung nicht immer eine Änderung mit der Brechstange. Manchmal können auch kleine Dinge Wunder bewirken.

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