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Sanierung der insolventen Firmen Knippschild und Sander: Arbeitszeit rauf, Geld runter, sechs Kündigungen

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(Rinteln) Die Mitarbeiter der insolventen Rintelner Unternehmen Knippschild und Sander Maschinenbau (wir berichteten) wurden jetzt im Rahmen einer Versammlung über die aktuellen Sanierungspläne informiert. Dabei wird ein Sanierungstarifvertrag nötig, wie ein mit der Unternehmenskommunikation beauftragtes Pressebüro mitteilt. Dieser sehe vor, dass die Mitarbeiter von Knippschild in den kommenden zwei Jahren auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten sollen. Zusätzlich verlieren sechs der ursprünglich fast 80 Mitarbeiter ihren Job. Den Schritt der Kündigung bedaure man sehr, so die Geschäftsführer Andreas Eder und Dirk Vogt in der Stellungnahme, jedoch sei eine Senkung der Personalkosten zur Sicherung der Arbeitsplätze trotz des Umsatzrückgangs „leider unumgänglich“.

Die Veränderungen sollen eng mit allen Verantwortlichen abgestimmt werden, heißt es weiter, dafür stehe die Geschäftsführung im Austausch mit Betriebsrat und Gewerkschaft.

Morgen findet eine erste Sitzung statt, in der dem Gläubigerausschuss erste Vereinbarungen aus dem Sanierungsplan erläutert werden. Der Sanierungsplan, der im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens erarbeitet wird, soll laut Meldung im April vorgestellt werden: „Darin werden sämtliche Vereinbarungen und konkrete Maßnahmen dargestellt, die zur Neuausrichtung des Unternehmens und zur Sicherung der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit nötig sind.“

Bei der Firma Sander Maschinenbau, die wirtschaftlich eng mit dem Unternehmen Knippschild zusammenarbeitet, ist nach aktuellem Stand der Dinge kein Stellenabbau geplant. Allerdings müssen dort die Arbeitszeiten erhöht werden.

Kostenreduktion aufgrund hoher Umsatzrückgänge

Im Geschäftsjahr 2019 verzeichnete das Unternehmen aufgrund der derzeitigen konjunkturellen Lage und der Branchenentwicklung einen hohen Umsatzrückgang. In den vergangenen Wochen seit der Antragstellung analysierte die Geschäftsführung die Kosten- und Umsatzstruktur zusammen mit den Sanierungsexperten. „Die aktuelle Situation ist nicht einfach. Doch Kunden und Lieferanten unterstützen unsere Neuausrichtung. Sie halten uns weiterhin die Treue. Das ist nicht selbstverständlich und eine gute Basis für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens“, sagen die Geschäftsführer Andreas Eder und Dirk Vogt.

Vorläufiges Verfahren in Eigenverwaltung

Die Gustav Knippschild GmbH aus Rinteln hat am 22. November 2019 beim Amtsgericht Bückeburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert von Eckert Rechtsanwälte, Hannover, zum vorläufigen Sachwalter. Er begleitet das Verfahren von Gustav Knippschild im Sinne der Gläubiger. Der PLUTA-Sanierungsexperte Torsten Gutmann unterstützt das Unternehmen in der Geschäftsführung. (pr)

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