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IGS-Neubau: „Ich traue diesem Verein nicht von der Wand bis zur Tapete“

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Zufriedenheit sieht anders aus. Mit „Bauchschmerzen“ (und einer Gegenstimme) stimmten die Ratsmitglieder für den Aufstellungsbeschluss und gaben grünes Licht für die Planung des IGS-Neubaus an der Burgfeldsweide durch den Landkreis. Nicht ohne vorherige Diskussion und gegenseitige Abrechnung unter den Fraktionen, versteht sich. Das Thema war in den Monaten zuvor heftig debattiert worden und von den Rintelner Ausschüssen an den Landkreis zurückgeschickt worden, da man sich mit den vorliegenden Planungsentwürfen alles andere als zufrieden zeigte (wir berichteten). Inzwischen habe man erreicht, fasste Joachim von Meien (CDU) zusammen, dass die Planungsfläche um ein Drittel vergrößert wurde. Eine größere Flexibilität werde so möglich gemacht. Die gesamte Parkfläche soll nun auf die Nordseite des Geländes verlegt werden.

„Deal“ oder „Kröte“?

In der Wahrnehmung des Erreichten gibt es nach wie vor gewaltige Unterschiede. Während man seitens der SPD mit der Übernahme des Hallenbads vom Landkreis, dem Schulneubau und der Übernahme des Kollegienplatzes für einen symbolischen Euro von einem „Deal“ spricht, sieht die CDU im Hallenbad eher eine „Kröte“, die es zu schlucken galt. Anfangs sei bei den Kosten für die neue IGS von 18 Millionen Euro die Rede gewesen, so Veit Rauch (CDU), jetzt liege man bei 24 Millionen. Am Ende, prognostizierte Rauch, könnte die Schule 30 Millionen Euro kosten.

An der Eigenständigkeit beider Schulen bestehe nach wie vor kein Zweifel, betonten alle Parteien. So legte von Meien Wert darauf, es gehe hier nicht darum, Schulformen gegeneinander auszuspielen. Dieter Horn (SPD) befand, es seien im Vorfeld Ängste geschürt worden, für die es aber keinen Grund gebe. So verfüge die IGS beispielsweise über keine gymnasiale Oberstufe. Angesichts der Kosten von einer „Billiglösung“ zu sprechen, hielt er allerdings für „verdammt abenteuerlich“. Mit „Entsetzen“, so Horn, habe er weiterhin feststellen müssen, dass das einzige verbindende Element, nämlich der überdachte Verbindungsweg zwischen den Gebäuden, inzwischen weggefallen sei.

Heinrich Sasse (WGS) erinnerte an den 2016 im Kreistag gefassten „Paketbeschluss“ (Übernahme Hallenbad, Neubau IGS, Kollegienplatz geschenkt). Damals hätten Christoph Ochs (Grüne) und er bereits Bedenken angesichts der räumlichen Enge beider Schulgebäude und der Eigenständigkeit der Schulen geäußert. Per Erklärung habe Sasse den Landrat Jörg Farr dazu bewegen wollen, eine Zusage zum Erhalt der Eigenständigkeit abzugeben. Darauf erhielt er ein Fax mit einem Vorschlag für solch eine Erklärung, wie sie der Landrat abgeben könnte. In der Kreistagssitzung sei diese Erklärung aber gerade NICHT abgegeben worden. Aus der Planungsänderung, das IGS-Gebäude um fünf Meter nach Norden zu verschieben, sei inzwischen ein „maximal um fünf Meter“ geworden. „Ich traue diesem Verein nicht von der Wand bis zur Tapete“, fasste Sasse zusammen. Weiterhin, so Sasse, würde der Landkreis gerade die Botschaft propagieren „was beschwert Ihr Euch in Rinteln ständig, es wird nur noch teurer“. Zuerst würde man eine Holz-IGS planen und den Entwurf in höchsten Tönen loben, konstatierte Sasse, dann habe man festgestellt dass die Wände zu dünn seien und man aus Brandschutzgründen dickere Wände benötige. Dickere Wände bedeuteten – Überraschung – aber kleinere Räume.

„Egal, ob der Nordkreis kocht“

„Feintuning ist gut, spät aber gut“, fasste Veit Rauch die ausufernde Diskussion zusammen, in der „rauf und runter“ über die IGS debattiert wurde. Jetzt gehe es darum, „das Ding nach vorne zu bringen“. Auch Christoph Ochs mahnte angesichts der enormen Bedeutung für die Stadt und der Attraktivitätssteigerung für junge Familien eine zügige Vorgehensweise an, bereits jetzt liege man im Zeitplan zurück. Dr. Gert-Armin Neuhäuser (WGS) ließ sich nicht durch den Strudel zeitweiliger Euphorie mitreißen und unter Druck setzen. Man werde, so der WGS-Fraktionsvorsitzende, die weitere Planung sehr genau und kritisch im Auge behalten und genau darauf achten, dass alle Zusagen und Vorgaben eingehalten würden. Ohne sich „den Teufel der weiteren Verzögerung“ an die Wand malen zu lassen: „Da ist es mir egal, ob der Nordkreis kocht.“

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