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Sasse zu fehlender Lüftungsanlage in neuer IGS: „Willkommen in der Steinzeit“

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(Rinteln) Die WGS hat den Antrag gestellt, in den Haushalt der Stadt Rinteln 80.000 Euro für Planung und Realisierung von Belüftungsanlagen der Schulen einzustellen. Im Haushalt des Landkreises werden von Kreistagsmitglied Heinrich Sasse 300.000 Euro für diesen Zweck beantragt. Gleichzeitig soll überprüft werden, ob beim IGS-Neubau in Rinteln eine Lüftungsanlage oder Lüftungsschächte integriert werden können. Hierzu sollen die jeweiligen Verwaltungen Lösungsansätze entwickeln und vorstellen.

Grund für die Anträge ist die aktuelle Corona-Pandemie und die damit veröffentlichten Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für ein möglichst regelmäßiges und vollständiges Belüften und einen Austausch der Raumluft.

Die älteren Schulgebäude würden diesen Anforderungen nicht gerecht, so Antragsteller Sasse und sein Parteikollege Prof. Dr. Gert Armin Neuhäuser: „Aber auch etwa der Neubau der integrierten Gesamtschule an der Burgfeldsweide in Rinteln sieht eine komplette Lüftungsanlage im Baukonzept nicht vor.

Beide weisen daraufhin, dass die WGS im Kreis-Bauausschuss eine solche Lüftungsanlage schon vor mehr als einem Jahr beantragt habe, „ohne dass dem Antrag eine Mehrheit beschieden war.“ Seinerzeit sei laut Sasse argumentiert worden, das wäre zu teuer und obendrein hätte man noch ein weiteres Stockwerk bauen müssen.

Heinrich Sasse (WGS) bescheinigte dem IGS-Neubau eine steinzeitliche Lüftungstechnik.

Weiter heißt es der Begründung des Antrags: „Sowohl Landkreis Schaumburg als auch Stadt Rinteln müssen Konzepte entwickeln und umsetzen, um über ein permanentes Belüfteten der Schulen in der jeweiligen Trägerschaft einen Beitrag zur Prävention zu leisten. Es handelt sich hierbei nicht um eine bloße Annehmlichkeit oder einen Luxus, sondern um eine medizinisch indizierte Notwendigkeit, die einen geregelten Schulbetrieb überhaupt erst wieder möglich machen soll.“

In der jüngsten Ratssitzung berichtete Sasse von einem privaten Besichtigungstermin der IGS-Baustelle. Eine Lüftungsanlage habe er dabei nicht entdecken können. Auf eine Anfrage an den Landkreis habe Sasse vom Kreisbaudezernenten Fritz Klebe die Antwort erhalten, am besten sei immer noch die Lüften nach der Regel „20-5-20“ (20 Minuten Unterricht, jeweils von fünf Minuten Stoßlüften unterbrochen). Eine Antwort, die bei Sasse wiederum die Frage aufwarf, ob dies wohl Standard für ein modernes Schulgebäude mit mehr als 1.000 Personen sei: „Das ist ein Armutszeugnis, willkommen in der Steinzeit.“

Kritik am WGS-Antrag kam von Seiten der SPD und CDU. Obwohl beide ihre Zustimmung signalisierten, wünschte sich Astrid Teigeler-Tegtmeier für die Sozialdemokraten, der Antrag wäre zunächst den Fraktionen und Fachausschüssen vorgelegt worden. Lüftungsanlagen würden nicht mal eben so gebaut, die 80.000 Euro reichen allenfalls für Planungskosten. Veit Rauch argumentierte, es gebe Nachrüstmöglichkeiten, auch ohne Wanddurchbrüche zu tätigen. Etwa eine Filteranlage in Ergänzung zum Lüften. Außerdem hätten Anträge von letztem Jahr eine andere Qualität als heute, mit dem Wissen ums Virus. Die Summe könne allenfalls ein Denkanstoß sein. An die Verwaltung erging der Auftrag, eine passende Beschlussvorlage zusammenzustellen, Rintelner Grundschulen und Kitas auf Belüftungsmöglichkeiten zu überprüfen. Die Zustimmung erfolgte einstimmig.

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