(Rinteln) Der Bauausschuss des Kreises hatte seine letzte Sitzung unter der Leitung von Sandra Schauer-Bolte nach Rinteln verlegt.
Dabei informierten Kreisbaudezernent Fritz Klebe, Hochbauamtsleiter Steffen Mitschker und sein Stellvertreter Thomas Kreimeyer zum einen über die Bauarbeiten am Gymnasium Ernestinum, zum anderen aber auch über die erkannten Schäden und den mangelnden Brandschutz an der Kreissporthalle.

Im Anschluss trafen sich die Mitglieder zum nichtöffentlichen Teil in den Räumen der angrenzenden IGS. Zu zwei Dritteln also ein echter Wohlfühltermin, doch bei der Kreissporthalle stockte einigen der Mitglieder des Ausschusses dann doch der Atem.
Ursprünglich, so Thomas Kreimeyer, sei die Aula des Gymnasium Ernestinum nur für schulische Zwecke geplant gewesen, doch 2020 habe die Stadt Rinteln durch den Wegfall des Brückentorsaals einen Saal für Theateraufführungen und andere Veranstaltungen gesucht und sei mit der Bitte auf den Landkreis zugekommen, die Aula auch für solche Zwecke umzugestalten. Der Landkreis stockte die Mittel für die Sanierung auf 2,2 Millionen Euro auf und die „ErnA“ konnte mittlerweile schon einige Veranstaltungen abfeiern. Ganz aktuell werden der Eingangsbereich und das Foyer überarbeitet und die Brandschutztechnik soll noch aufgewertet werden.

Sporthalle von 1973 hat durchlöcherte Träger
Eine Vorlage zur Sanierung der Sechs-Feld-Kreissporthalle in Rinteln gibt es bereits. Doch Steffen Mitschker musste auch feststellen, dass der Zahn der Zeit an der 1973 gebauten Halle ordentlich genagt hat. Außerdem seien die Ansprüche an bauliche Gegebenheiten gestiegen – besonders beim Brandschutz. In Spitzenzeiten kommen in der Halle bis zu 1.000 Menschen zusammen um Sport zu treiben und dabei zuzuschauen. Und dabei hatte die Halle bereits um das Jahr 2000 herum ein neues Dach bekommen, das mit einer Stahlkonstruktion auf das vorhandene Flachdach aufgesetzt wurde.

Doch die Konstruktion berge im Brandfall Risiken, so Mitschker, denn eine Stahlkonstruktion könne zwar nicht brennen, verliere aber im Gegensatz zu Holzkonstruktionen auf den Schlag bei Feuer ihre statische Festigkeit. Dazu komme, dass durch Holzträger des alten Flachdachs Löcher gebohrt wurden, um Leitungen hindurch zu verlegen. Ein „No-Go“ im Baubereich. Deshalb stelle sich bei den Berechnungen der Kosten für eine Sanierung irgendwann auch die Frage, ob der Kipppunkt zu einem Neubau erreicht sei, so Mitschker.
Grundsubstanz erhalten hat erste Priorität
Doch noch geht man im Landkreis davon aus, dass die Grundsubstanz der Halle erhalten bleiben könne. Die Probleme eines Neubaus wären nämlich vielfältig. Es müsse eine geeignete Fläche dafür gefunden werden, es stelle sich die Frage, wo die Schüler während der Bauphase Sport treiben könnten und natürlich stellt sich auch die Kostenfrage. Außerdem würde ein Neubau mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Ein Neubau würde mehrere Jahre dauern
Dennoch: Der Landkreis prüft parallel zur Sanierung auch in Form einer Machbarkeitsstudie einen Neubau. Mitschker kündigte den Mitgliedern des Bauausschusses an, dass das Kreisbauamt im Sommer noch weitere Informationen zusammentragen werde und danach auch verlässliche Zahlen liefern könne.
(Text & Fotos: ot)



























Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.