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Sekunden, die entscheiden: Interessante Fakten und Vorführungen zum Thema Einbruchschutz

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Es dauert nur wenige Sekunden. Mit einem simplen Schraubendreher, zwischen Rahmen und Fenster reingezwängt und gehebelt, kracht die Plastikkonstruktion auseinander – das Fenster ist offen. Was Jürgen Hoppe von der Tischlerei Hoppe hier so eindrucksvoll demonstriert, ist für Einbrecher der simple Weg ins Haus ihrer Opfer. „So ein Fenster ist in rund 80 Prozent der Häuser verbaut“, weiß Hoppe. Dass es auch anders geht, zeigt der anschließende „Einbruchsversuch“ an einem einbruchhemmenden Fenster mit neun Sicherheitsschließbeschlägen: Wirkungsvoll leistet das Fenster, es gehört zur Sicherheitsklasse RC 2, Widerstand. Ein Einbrecher gibt hier in der Regel auf, weil es zu lange dauert, ins Haus zu gelangen. Schnell soll der „Bruch“ gelingen, damit es niemand bemerkt. Da können Sekunden über Erfolg oder Misserfolg der Tat entscheiden. Der Täter könnte natürlich auch die Scheibe einschlagen, dafür gibt es Sicherheitsfolien, die das Glas zäh und schwer durchdringbar machen. Und dass der Täter nicht durch die zerschlagene Scheibe greifen und den Fenstergriff einfach herumdrehen kann, verhindern abschließbare Fenstergriffe.

Jürgen Hoppe zeigt, wie einfach Einbrecher durch ein Standardfenster ins Haus gelangen können.

Bei Neubau oder Hausrenovierung machen sich die Immobilienbesitzer Gedanken um Fliesenfarbe und Bodenbelag, aber immer noch viel zu selten ums Thema Einbruchschutz. Die Ausstellung in den ehemaligen Geschäftsräumen von Tabakwaren Exner am Marktplatz 11 will Menschen die Augen öffnen. Die Polizei Rinteln ist vor Ort und informiert, ebenso Eisen Niemeyer, Tischlerei Hoppe, der Weisse Ring und die Firmen AGT und Comp Pro aus Drakenburg. Ebenfalls mit dabei: Sicherheitsberater Dietmar Scholz. Der ehemalige Polizeibeamte der Inspektion Nienburg/Schaumburg kennt sich von Berufs wegen mit dem Thema Einbruch aus, berät Häuslebauer und Mieter, wie das Eigenheim optimal gegen unbefugten Zugriff gesichert werden kann. Dabei arbeitet er mit den ausstellenden Unternehmen zusammen, erarbeitet Konzepte und ein Protokoll, wenn er zu Hausbesuchen bestellt wird. 98,50 Euro kostet die Inanspruchnahme seiner mehrstündigen Dienste. Pauschal. „Und wer bei den kooperierenden Unternehmen Arbeiten in Auftrag gibt, bekommt den Betrag angerechnet“, erklärt Scholz.

Einbruchschutz dank Sicherheitsbeschlägen. Neun Stück besitzt dieses Fenster und erschwert so deutlich den unbefugten Zugang.

Renovieren und Umbauen mit Weitblick dank Beratung durch zertifizierte Fachleute

Dabei geht es gar nicht immer darum, ein großes Sicherheitspaket zu empfehlen und installieren. Vielfach macht es Sinn, bei Renovierungsarbeiten schon mal Kabel für spätere Gegensprechanlagen und Sensoren zu verlegen. Ein modulares Vorgehen, das ineinander greift. Zu einem späteren Zeitpunkt kann die Technik dank installierter Leitungen einfach eingebaut werden. Und es sind Dinge wie diese, mit denen Scholz seine Gesprächspartner aufhorchen lässt: Einbruchswerkzeuge sind simpel, aber effektiv. Ein Schraubendreher mit 35 Zentimeter Klingenlänge kann, von einer entsprechend starken Person bedient, bis zu 800 Kilogramm Hebelkraft entfalten.

Die eingangs erwähnten Sicherheitsbeschläge lassen sich übrigens bei 90 Prozent der eingebauten Fenster nachrüsten, weiß Hoppe. Mit rund 350 bis 400 Euro an Kosten pro Fensterflügel ist zu rechnen, inklusive abschließbarem Griff. Eine Investition in die Sicherheit, die bei der KfW mit Zuschüssen gefördert wird: Bis 1.000 Euro Kosten werden mit 20 Prozent bezuschusst, ab 1.000 Euro gibt es 10 Prozent der Investitionssumme als Förderung. Maximal 15.000 Euro können Hausbesitzer förderfähig investieren, ergibt einen höchstmöglichen Zuschuss von 1.600 Euro. Die Abwicklung und Antragstellung inklusive Zusage erledigt das eingespielte Team aus Fachleuten online binnen weniger Minuten, ergänzt Michael Linkersdörfer von der Firma AGT. Die Unternehmen sind spezialisiert und zertifiziert und verfügen über eine jahrelange Erfahrung im Sicherheitsbereich. Die ist bei der Vielfalt an Angeboten am Markt auch vonnöten, will man seinen Kunden das individuell abgestimmte Paket anbieten können. Die Palette ist groß und vielfältig. Von Thermokameras bis hin zum 180-Grad-Türspion oder der Überwachungskamera, die bei Alarm ein Foto vom Täter aufs Smartphone schickt, reicht das Angebot.

Die Polizei, vertreten durch Britta Steffen-Melchin und Michael Elbing, kann übrigens trotz der Einbrüche der vergangenen Wochen keine gestiegene Tendenz bestätigen. Es gebe nicht mehr Einbrüche als sonst zu der dunklen Jahreszeit auch, bestätigen beide. Und entgegen aller Unsicherheit, die bei der gehäuften Berichterstattung in der Presse entstehen mag: „In Rinteln lebt man sehr sicher.“ Um Straftaten wie Einbrüche zu verhindern, arbeitet die Polizei bekanntermaßen stark am Thema Prävention. Ansprechen, aufmerksam machen und immer wieder auf Gefahren hinweisen. Das kann ein verlassen wirkendes Haus, die leer stehende aber offene Garage oder auch der volle Briefkasten sein. Solche Signale deuten Einbrecher als Einladung „hier ist niemand zu Hause“. In bewohnte und belebt wirkende Häuser steigen sie nicht ein. „Und wenn, dann ist es die absolute Ausnahme wenn sich Täter und Hausbewohner begegnen“, weiß Steffen-Melchin. Falls es doch zur Konfrontation kommen sollte, auf keinen Fall den Helden spielen, raten beide. Wenn möglich, die Polizei rufen und sich entfernen. Ersteres gilt übrigens auch für verdächtige Fahrzeuge in Wohngebieten oder unbekannte Personen, die immer wieder die selbe Straße auf- und ab gehen: „In so einem Fall unbedingt bei der Polizei anrufen, wir kümmern uns darum. Lieber zu oft melden, als einmal zu wenig.“

Für Informationen ist noch ausreichend Zeit: Die Ausstellung zum Thema Einbruchschutz ist am heutigen Freitag, 12. Januar, in der Zeit von 11:00 bis 18:00 Uhr, sowie am Samstag, 13. Januar, in der Zeit von 9:00 bis 16:00 Uhr, geöffnet.


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