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Sieben neue Familienpaten für Rinteln und Umgebung

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Damit ein Projekt wie die Familienpaten im Kinderschutzbund Rinteln über acht Jahre erfolgreich bestehen kann, braucht es eine Vielzahl an Komponenten, die ineinander greifen. Den Löwenanteil macht das ehrenamtliche Engagement der freiwilligen Helfer aus, die sich in einer siebenteiligen Qualifizierungsreihe schulen und ausbilden lassen. Doch auch tatkräftige finanzielle Unterstützung von Institutionen und Organisationen ist notwendig.

Wenn jemand Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit als Familienpate zeigt, werden in einem persönlichen Gespräch mit Mitarbeitern des Projekts die Voraussetzungen für die Begleitungen von Familien geklärt. Dazu gehören Freude am Umgang mit Menschen, Einfühlungsvermögen, Geduld, Toleranz anderer Kulturen, eine gute Selbstorganisation und als wichtigster Faktor: vor allem Zeit.

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Von links: Joachim Steinbeck, Petra Rabbe-Hartinger und Albrecht Schäffer gratulieren den neuen Familienpaten und überreichen die Urkunden.

Jetzt war für zwei Männer und fünf Frauen aus Rinteln und Umgebung der große Moment gekommen. Am Dienstagabend endete die 10. Familienpatenschulung mit Übergabe der Urkunden im Familienzentrum. Die Schulung richtete sich dieses Mal erstmals auch an Ehrenamtliche, die als Flüchtlingslotsen gezielt Familien aus anderen Ländern begleiten und unterstüzen möchten. Ein Teilnehmer aus dieser Gruppe leistet derzeit einen Freiwilligendienst bei der Integrationsbeauftragten der Stadt Rinteln ab und nutzte die Schulungsreihe zur persönlichen Fortbildung. Die Schulungen fanden abwechselnd im Familienzentrum Rinteln und in der Räumen des Kinderschutzbundes statt.

Bei der kleinen Feierstunde dankte die Vorsitzende des Kinderschutzbundes, Petra Rabbe-Hartinger, allen beteiligten Institutionen für ihre Unterstützung des Familienpaten-Projekts. Peter Bekricht von der Bürgerstiftung Schaumburg lobte das hohe ehrenamtliche Engagement der Familienpaten und die stets optimal beschriebenen Förder-Anträge von Kinderschutzbund-Mitarbeiter Albrecht Schäffer: „Herr Schäffer ist ein Weltmeister im Formulieren der Anträge, da können wir nicht anders, als ´ja´zu sagen!“. Auch Kay Steding vom Lions Club Rinteln betonte, man gebe gern finanzielle Unterstützung fürs Familienpaten-Projekt. Frei nach dem Lions-Motto „we serve“ (wir dienen, Anm. d. Red.) werde ein Antrag des Kinderschutzbundes nicht erst diskutiert: „Da herrscht volle Zustimmung und wir sind auch 2017 wieder gerne dabei.“ Steding wies dabei auch auf den Advents-Los-Kalender hin, von dem noch Exemplare für fünf Euro pro Stück in den Geschäften erhältlich seien: „Mit dem Verkaufspreis kann jeder das Familienpaten-Projekt unterstützen“. Joachim Steinbeck als Vertreter des Bürgermeisters ergänzte, wie froh man seitens der Stadt Rinteln sei, dass es die Familienpaten gebe und wünschte allen frischgebackenen Paten viel Freude und Erfolg bei ihrer zukünftigen Arbeit. Zum Abschluss gab es ein Glas alkoholfreien Sekt und die Teilnahmebescheinigungen für alle.

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Hintergrund: Seit September 2008 haben 140 Rintelner Familien und etwa 260 Kinder von der Begleitung und Entlastung durch den regelmäßigen Besuch einer Patin oder eines Paten profitiert. Da die Nachfrage von Alleinerziehenden und Familien stetig anhielt, hat der Kinderschutzbund in Rinteln inzwischen bereits zehn Schulungsreihen für interessierte Ehrenamtliche durchgeführt. Anfang des Jahres 2016 wurden zusätzlich ehrenamtliche Flüchtlingslotsen qualifiziert und an Flüchtlingsfamilien vermittelt.

Die Erfahrung der letzten sechs Jahre zeigt: Die ehrenamtlichen Familienpatinnen und -paten sowie die Flüchtlingslotsen meistern ihre Aufgabe gut. In vielen Familien beruhigt sich die familiäre Situation, Belastungen können Stück für Stück abgebaut werden, die Mütter und Väter fassen wieder Mut. Viele Kinder freuen sich auf den wöchentlichen Besuch „ihrer“ Patin oder „ihres“ Paten. Sie spüren, dass die Ehrenamtlichen gerne kommen und Zeit und Aufmerksamkeit mitbringen. Die begleiteten Flüchtlingsfamilien erfahren die regelmäßigen Besuche ihrer Lotsen ebenfalls als hilfreich. Sie finden sich schneller mit den Gegebenheiten, Abläufen und Regeln vor Ort zurecht und gewinnen so an Sicherheit im Alltag.

Auch die Patinnen, Paten und Lotsen profitieren von ihrer Tätigkeit. Eine erfahrene Patin formulierte es einmal so: „Früher, als meine Kinder klein waren, habe ich Unterstützung im Alltag erfahren. Nun sind meine Kinder erwachsen und aus dem Haus. Da ist es für mich selbstverständlich, dass ich jetzt andere Eltern mit kleinen Kindern unterstütze, die bisher keine Hilfe haben. Das macht mich zufrieden.“

Beim Kinderschutzbund Rinteln ist Albrecht Schäffer Ansprechpartner für die ehrenamtlichen Patinnen, Paten und Lotsen. Er begleitet den ersten Kontakt zwischen den Familien und den Familienpaten und steht über den gesamten Verlauf der Patenschaft zur Verfügung, wenn Fragen oder Probleme auftauchen sollten. Monatlich führt er für alle Ehrenamtlichen Austauschtreffen durch, bei denen die Patinnen und Paten über ihre Erfahrungen sprechen können. Außerdem organisiert er regelmäßig Fortbildungen für die derzeit 35 Aktiven, die nun sechs Engagierte dazu bekommen.

Finanziert wird diese niederschwellige, familienentlastende Maßnahme durch Zuschüsse des Landkreises Schaumburg, des Landes Niedersachsen, der Stadt Rinteln und durch Eigenmittel des Kinderschutzbundes. Dazu kommen Spenden und projektgebundene Gelder des Rintelner Lions Clubs, der Stiftung für Rinteln, der Bürgerstiftung Schaumburg und der Klosterkammer Hannover.

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