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„So gut waren wir noch nie aufgestellt!“: THW Ortsverband Rinteln feiert 60-jähriges Bestehen

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(Rinteln) Der THW-Ortsverband Rinteln verzeichnet einen guten Zulauf neuer Mitglieder, hat einen modernen Fuhrpark und eine Mannschaftsstärke, die bei 150 Prozent der erforderlichen Zahl liegt: „So gut waren wir noch nie aufgestellt“, stellte Ortsbeauftragter Sebastian Schmidt auf der Jubiläumsfeier anlässlich des 60. Geburtstags fest.

Das Führungsduo des THW Ortsverband Rinteln mit dem Ortsbeauftragten Sebastian Schmidt (li.) und Zugführer Stefan Frühmark wurde mit dem Ehrenzeichen des THW in Bronze ausgezeichnet.

Er definierte als Ziel für die Zukunft die Stationierung einer weiteren Einheit in Rinteln und bilanzierte: „Unser Erfolg beruht auch auf der guten Zusammenarbeit mit den beiden Ortsverbänden Bückeburg und Stadthagen!“ Deren Vertretungen sowie Gäste verschiedenster Organisationen und Institutionen begrüßte der Moderator der Geburtstagsfeier, Stefan Frühmark. Unter ihnen war auch der Landesbeauftragte des THW für Bremen und Niedersachsen, Manuel Almanzor.

Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote.

In seiner Festrede verwies Almanzor darauf, dass die Anforderungen an das THW noch nie so vielfältig waren wie zurzeit. Man habe sich anfangs der Pandemie auf eine große Zahl von technischen Hilfeleistungen eingerichtet, musste die größte Einsatzlage seit des 70-jährigen Bestehens des THW im Ahrtal und den anderen betroffenen Regionen der Hochwasserkatastrophe bewältigen und allein dabei waren es 3 Millionen Einsatzstunden, die die Helfer leisteten. Alle 668 Ortsverbände in Deutschland waren eingesetzt und noch immer gibt es beispielsweise Brückenbaustellen in den betroffenen Gebieten, die das THW betreut.

Albrecht Hoffmann wurde für 61 Jahre THW geehrt.

Auch der Krieg in der Ukraine mit seiner steigenden Eskalationsspirale lässt neue Aufgaben auf das THW zukommen: „Das THW ist die Zivilschutzorganisation des Bundes und man verlässt sich auf uns!“ Den 151 Mitgliedern des Ortsverbandes Rinteln, der auch im Bundesfreiwilligendienst Angebote vorhält, zollte Almanzor großen Respekt.

Mit Fußlappen und knochenharten Lederstiefeln

Wie mit dem THW in Rinteln vor 60 Jahren alles begann, stellte sehr anschaulich Helmut Kuhlmann vor. Er selbst war live dabei und man fand eine erste Bleibe in einem Holzschuppen am Kirchplatz. Es gab knochenharte Lederstiefel, Fußlappen, keine Klos. Dann der erste Borgward als Fahrzeug, Boote, Pontons, ein Wasserübungsplatz am Doktorsee. Beim Umzug in die Friedrichstraße gab es ein Novum: „Wir hatten einen eigenen Fahrstuhl direkt in die angesagte Diskothek „Pussycat“. Da habe man es aushalten können, zog allerdings vor 30 Jahren in die neue Unterkunft Heisterbreite.

Die Ausrüstung des THW erwies sich vor 60 Jahren noch als etwas „rustikal“.

Von da an entwickelte sich der Ortsverband rasant bis zu einer heute modernen und leistungsstarken Einrichtung für alle möglichen Einsatzlagen; insbesondere aber für Wassergefahren, für die die Helfer in Rinteln besonders ausgebildet sind. Axel Buhr, seit den späten 1970er Jahren dabei, stellte dann in seinem graublauen Drillichzeug vor, wie man bei seinem Eintritt ausgerüstet war als Helfer. In der Gegenwart sei das erheblich sicherer und moderner, wie Helferkamerad Helmut parallel zeigte.

Leistungsfähiger und lebendiger Ortsverband

Dem Rintelner THW bescheinigte Bürgermeisterin Andrea Lange: „Ihr seid ein leistungsfähiger und lebendiger Ortsverband mit einer vorbildlichen Helferschaft und exzellenter Leistungsbereitschaft!“ Das THW in Rinteln habe die Stadt bei allen Anfragen noch nie im Stich gelassen: „Ihr seid gute Botschafter der Stadt im ganzen Land!“

Tamara Ehrmantraut-Riechers von der Polizei Rinteln dankte dem Technischen Hilfswerk für kurze Kommunikationswege.

Landrat Jörg Farr stellte fest, dass das Gründungsjahr des Rintelner THW mit seinem Geburtsjahr übereinstimme: „Dabei muss ich feststellen, dass Menschen Abnutzungserscheinungen haben, das THW bleibt aber immer jung!“ Er lobte die gute Vernetzung der Schaumburger Hilfsorganisationen. Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote freute sich, dass am „Runden Tisch“ aller Rettungsorganisationen des Kreises ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch erfolge und lobte den gemeinsamen „Blaulichttag“ als vollen Erfolg. In der Höhenrettung sei man gemeinsam erfolgreich unterwegs.

Farr: „Menschen haben Abnutzungserscheinungen, das THW bleibt immer jung!“

Von der Polizei dankte Tamara Ehrmantraut-Riechers dem THW dafür, dass die Kommunikationswege kurz sind und auf Anfrage das THW immer der Polizei zur Seite steht. Unter anderem konnte man das erst in diesem Jahr erleben, als die Rintelner Polizei in der Weser eine Rettungsübung zusammen mit der DLRG und dem THW durchführte. Aus dem Deutschen Bundestag hatte Marja-Liisa Völlers den Weg aus Berlin mit der Deutschen Bundesbahn nach Rinteln geschafft: „In sechs Stunden!“ Die Verteidigungsexpertin weiß, dass der Katastrophenschutz und Bevölkerungsschutz aufgrund der aktuellen Entwicklungen noch einmal neu diskutiert werden muss: „Es gibt Ereignisse, die man sich nicht hätte vorstellen können!“

Ehrungen für das Führungsduo

Manuel Almanzor konnte dann noch Albrecht Hoffmann für mittlerweile 61 Jahre THW-Treue ehren. Der Schirrmeister des Rintelner Ortsverbandes stand aber nicht alleine auf der Ehrungsliste. Auch Stefan Frühmark, sichtlich überrascht, wurde als Zugführer für sein besonderes Engagement mit dem Ehrenzeichen in Bronze ausgezeichnet. Die gleiche Ehrung erhielt auch Ortsbeauftragter Sebastian Schmidt. (ssw)

Der neue „Patch“ des THW deutet schon auf die gute Zusammenarbeit der Ortsverbände in Schaumburg hin.

 

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