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So wenig Wohnungseinbrüche wie seit Jahren nicht

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(Rinteln) Das Polizeikommissariat Rinteln hat jetzt die Kriminal- und Verkehrsstatistik fürs Jahr 2018 vorgestellt. Insgesamt wurden 1.625 Straftaten bearbeitet. Gegenüber dem Vorjahr mit 1.699 Fällen bedeutet dies einen leichten Rückgang von 74 Taten. Das entspricht dem Landestrend. Die Aufklärungsquote liegt 66,83 Prozent und damit über der niedersachsenweiten Quote von 62,8 Prozent.

Sogenannte „Rohheitsdelikte“, also Körperverletzungen (178 Fälle), Raub (12) und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (75), haben einen Anteil von 16,3 Prozent an den Gesamtstraftaten. Sie sind häufig Beziehungstaten. Täter und Opfer kennen sich oft, entsprechend hoch ist die Aufklärungsquote mit 92,08 Prozent. Die Anzahl der einfachen Diebstähle hat zugelegt, von 322 Fällen in 2017 auf 335 in 2018. Ebenso stieg die Zahl der Diebstähle unter erschwerenden Umständen, also beispielsweise das Knacken eines Fahrradschlosses von 209 (2017) auf 249 Fälle in 2018. Diebstähle machen 20,6 Prozent aller Straftaten aus, davon konnten über 66 Prozent aufgeklärt werden. Einen großen Erfolg konnte die Polizei bei Wohnungseinbrüchen verbuchen. Von 64 Einbrüchen in 2017 sank die Zahl der gemeldeten Fälle auf 26 in 2018, darunter waren 12 Versuche, bei denen es nicht zum erfolgreichen Einbruch kam. Hier scheint die Präventionsarbeit der Polizei Früchte zu tragen. Seit Jahren machen speziell geschulte Beamte bei Streifenfahrten zu Beginn der dunklen Jahreszeit auf die Gefahren von verlassen aussehenden Wohnungen und schlecht gesicherten Häusern aufmerksam und schärfen so offenbar erfolgreich die Sinne in der Bevölkerung. Der Polizei gelang weiterhin ein großer Ermittlungserfolg gegen eine Einbrecherbande aus dem Raum Hannover, der viele Taten angelastet werden. „Das sind Profis, die haben davon gelebt“, so Rintelns Polizeichef Wilfried Korte. Bei den 85 bearbeiteten Drogendelikten liegt die Aufklärungsquote bei hohen 98 Prozent.

Ein hohes Dunkelfeld, also viele Fälle, die nicht zur Anzeige gebracht werden, vermutet die Polizei im Bereich der Cyberkriminalität. Betroffene von Erpresser-Mails scheuen oft den Gang zur Polizei. Die Prozedur ist oft mühsam, da die Täter meistens unerreichbar im fernen Ausland sitzen. „Dennoch raten wir dazu, solche Mails sofort zu löschen und keinesfalls irgendwelche Bearbeitungsgebühren zu bezahlen“, sagt Korte. Unter den Straftaten befinden sich auch 240 Fälle, die von nichtdeutschen Tatverdächtigen begangen wurden, sowie rund 200 Fälle, an denen Flüchtlinge beteiligt sind, teilt die Polizei mit. Dazu gehören auch Straftaten, die untereinander begangen wurden.

Im Bereich der Verkehrsunfälle legt die Einsatz- und Streifendienstleiterin Tamara Ehrmantraut-Riechers ebenfalls leicht rückläufige Zahlen vor. Von 907 Unfällen in 2017 sank die Zahl auf 846 in 2018. Im aktuellen Jahr sind 170 Unfälle verzeichnet. Eine traurige Steigerung gibt es bei den Verkehrstoten zu verzeichnen. Kam im Jahr 2017 ein Mensch bei einem Verkehrsunfall ums Leben, starben in 2018 drei Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Ebenfalls leicht zugelegt haben die Fälle von Unfallflucht, von 215 (in 2017) auf 224 (in 2018). Allerdings sind Zeugen in diesen Fällen sensibler geworden, so Ehrmantraut-Riechers und appelliert an die Hilfsbereitschaft: „Sie sollen unbedingt weiterhin aufmerksam bleiben – ein Anruf bei uns tut nicht wehr, wegschauen schmerzt die Verletzten in solchen Fällen viel mehr.“ Entsprechend hoch ist die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten mit Verletzten. Sie liegt bei rund 70 Prozent.

Für die Zukunft kündigt die Polizei Geschwindigkeitsmessungen, auch im Auetal, an. „Das Thema Hohe Geschwindigkeit beschäftigt uns weiterhin“, bestätigt Ehrmantraut-Riechers, „aber wir sind dran. Manchmal sind es gottseidank aber auch nur gefühlte Werte.“ Auf der aktuell wieder für Motorräder freigegebenen K74 in Westendorf, der „Unabhängigkeitsstraße“, sind der Polizei derzeit noch keine Auffälligkeiten bekannt geworden. Dennoch wurde bereits eine Verkehrssicherheitswache mit gesonderter Motorradkontrolle angekündigt. Zumindest am Taubenberg könnte sich das Motorrad-Geschehen in diesem Jahr unfreiwillig etwas beruhigen – dann nämlich wenn die Kreisstraße 77 in Wennenkamp, wie angekündigt, zur Baustelle wird.

Von links: Polizeichef Wilfried Korte, Einsatz- und Streifendienstleiterin Tamara Ehrmantraut-Riechers, Kripo-Chef Wilhelm Meyer.

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