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„Spektakulär aber gefährlich“

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(Rinteln) In der Rintelner Nordstadt, oberhalb des Bartelswegs, wurde offenbar vor einer Weile ein „Bike-Park“ im Wald errichtet. Zwischen stehenden und umgestürzten Bäumen und Ästen gibt es einen „Track“, also eine Strecke zum Fahren und Springen, selbst Rampen aus Erde und Hindernisse wurden dort angelegt. Das Problem: Es gibt dafür keine Genehmigung seitens der Stadt Rinteln.

Wie Klaus-Ulrich Hartmann, Leiter des städtischen Bau- und Betriebshofs, gestern in einem Telefongespräch mitteilte, sei man von Seiten des Forstamtes über die Mountainbike-Strecke informiert worden. Für das handwerkliche Geschick der Erbauer zeigt Hartmann Verständnis, auch für die Absicht dahinter: „Das ist im Grunde besser, als wenn die Jugendlichen ihre Freizeit nur vor den Handy oder Fernseher verbringen.“ Doch von der rechtlichen Seite gibt es weniger Spielraum. „Bei solchen Bauten muss immer zuerst der Eigentümer gefragt werden, hier geht es schließlich um die Haftung bei Stürzen oder Unfällen“, klärt Hartmann auf, „das ist spektakulär, aber gefährlich“. Weiterhin bestehe die Gefahr, dass durch das Befahren der Wurzelansätze von Bäumen diese Schaden nehmen könnten.

Bewirtschaftet wird der Wald durch die Landesforsten. Ein Streifen des Waldstücks, das sich bis zum „Waldkater“ erstreckt, gehört jedoch der Stadt. Und diese, so Hartmann weiter, stehe bei einer weiteren Duldung in Kenntnis der Mountainbike-Strecke in der Verkehrssicherungspflicht und könne bei Verletzungen in die Haftung genommen werden. Mit anderen Worten: Sobald die Strecke offiziell bekannt ist, haftet der Eigentümer. Daher blieb nur die Reaktion, die Strecke mit Absperrband und durch Entfernen der Rampen unbrauchbar zu machen.

Weiterhin wurden Hinweisschilder aufgestellt. „Radfahren außerhalb der Waldwege verboten“, steht auf den einlaminierten Tafeln. Für Bike-Fans hat die Stadt Rinteln im vergangenen Herbst einen eigens dafür eingerichteten Trail-Park am Heinekamp (in der Nähe des Alten Hafens) in Betrieb genommen, inklusive professioneller Herstellung durch eine Fachfirma, TÜV-Abnahme und Warnhinweisen.

Reaktionen auf den Eingriff der Stadt gab es bereits. Laut Hartmann hätten sich Eltern bei der Stadtverwaltung beschwert, warum man nicht zuerst Kontakt aufgenommen hätte, bevor alles zerstört wurde: „Dazu hätten wir aber wissen müssen, wer der Erbauer der Strecke ist.“ Der Rückbau sei nicht böse gemeint, so der Bauhof-Chef weiter, aber man habe keine andere Wahl gehabt.

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