(Rinteln) Sauberes und hygienisch einwandfreies Trinkwasser aus dem Hahn und eine verlässliche Abwasserentsorgung sind für Verbraucherinnen und Verbraucher selbstverständlich.
Der Tag der Daseinsvorsorge am 23. Juni erinnert daran, dass kommunale Betriebe im Hintergrund dafür sorgen, dass die Infrastruktur intakt bleibt. Dass der Einsatz für eine kontinuierliche Erneuerung der Netze durch die Stadtwerke Rinteln und den Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Wasserverbandstags: Ein Großteil der Trinkwasser- und Abwassernetze in Deutschland stammen aus den 1960er bis 1980er Jahren und erreichen zunehmend das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer.
Um die stabile Funktionsweise der Netze vor diesem Hintergrund langfristig zu sichern, braucht es ein Gleichgewicht zwischen Instandhaltungsmaßnahmen und Erneuerungen der Systeme. An vielen Orten in Deutschland reichen laut der Studie die Erneuerungsraten der vergangenen Jahrzehnte nicht aus. Die Verbände warnen deshalb vor einem wachsenden Erneuerungs- und Investitionsbedarf und fordern einen kontinuierlichen und planbaren Substanzerhalt. Auf Rinteln treffen diese Befürchtungen nicht zu. Denn die Stadtwerke und der Abwasserbetrieb haben schon seit vielen Jahren im Blick, was Verbände jetzt bundesweit beanstanden. Die Stadtwerke und der Abwasserbetrieb erfassen den Zustand ihrer Netze systematisch, planen Investitionen über mehrere Jahre im Voraus und erneuern Leitungen und Kanäle konsequent und kontinuierlich.
„Bei den Stadtwerken setzen wir schon seit vielen Jahren auf eine planbare und kontinuierliche Instandhaltungs- und Erneuerungsstrategie mit festen Investitionsvolumen. So können wir Störungen verhindern, bevor sie auftreten“, erklärt Jan-Philipp Giltmann, technischer Leiter der Stadtwerke Rinteln. „Unser Ziel ist es, jederzeit die sichere und zuverlässige Versorgung der Menschen in Rinteln mit Trinkwasser zu gewährleisten – heute und in Zukunft“. Auch der Abwasserbetrieb setzt auf regelmäßige Kontrollen und eine vorausschauende Planung. „Wer ein Kanalnetz betreibt, muss dessen Zustand dauerhaft im Blick behalten. Deshalb untersuchen wir unsere Kanäle regelmäßig mit modernster Kameratechnik und leiten daraus konkrete Maßnahmen ab“, erklärt Grit Seemann, Leiterin des Abwasserbetriebs der Stadt Rinteln.

Stadtwerke erneuern Trinkwassernetz vorausschauend
In Rinteln erfassen die Stadtwerke den Zustand ihres rund 260 Kilometer langen Trinkwasserhauptleitungsnetzes zuzüglich der Netzanschlüsse von rund 145 Kilometern sowie ihrer Anlagen in einem digitalen Kataster. Dort sind unter anderem Alter, Material, Nutzungsdauer und Zustand der Infrastruktur hinterlegt. Auf dieser Grundlage plant das Unternehmen seine Erneuerungsmaßnahmen frühzeitig und legt das Investitionsbudget für jeweils mindestens 5 Jahre fest. Die Maßnahmen orientieren sich an einer langfristigen Instandhaltungsstrategie, die im Betriebshandbuch der Stadtwerke fest verankert ist und darauf abzielt, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und Ausfälle möglichst zu verhindern.
So planen die Stadtwerke im derzeit laufenden Turnus bis 2031 für Investitionen jährlich insgesamt rund 1,3 Millionen Euro. Davon werden planmäßig 500.000 Euro für Wassergewinnung und Speicherung und 800.000 Euro für das Netz bereitstehen. Die langfristig angelegte Strategie zeigt Wirkung: Das Trinkwassernetz in Rinteln ist in einem guten Zustand. Die aufgrund ihres Materials besonders störanfälligen Leitungen aus den 1960er- und 1970er-Jahren hat der kommunale Versorger in seinem Netz bereits größtenteils ersetzt. Die Schadensrate im Hauptleitungsnetz liegt mit rund 0,05 Schäden je Kilometer auf einem niedrigen Niveau und unter dem bundesweiten Durchschnitt von 0,07 Schäden je Kilometer. Durch kontinuierliche Erneuerungen gewährleisten die Stadtwerke die einwandfreie Funktion ihres Trinkwassernetzes.
Abwasserbetrieb untersucht Kanalnetz regelmäßig
Für die Erneuerung und Sanierung des Kanalnetzes sind beim Abwasserbetrieb jährlich rund 200.000 Euro Investitionskosten vorgesehen. Ergänzt wird dies durch größere Einzelprojekte im jährlichen Investitionsplan sowie eine mittelfristige Planung über fünf Jahre. Das Kanalnetz im Stadtgebiet umfasst insgesamt 267 Kilometer. In den vergangenen 5 Jahren hat der Abwasserbetrieb gut 2,5 Kilometer seines Kanalnetzes saniert. Jedes Jahr untersucht der Betrieb etwa 15 Kilometer Kanal mit Kameratechnik auf mögliche Schäden. Seit 2016 verfügt der Abwasserbetrieb über eine eigene Schiebekamera sowie eine hochauflösende Spülkamera, mit der sich Kanalreinigung und -inspektion in einem Schwung erledigen lassen. Dadurch kann ein Großteil der Kanalinspektionen in Eigenregie erfolgen. Das spart Kosten und ermöglicht eine flexible Planung. Bei den jährlichen Befahrungen stellt der Abwasserbetrieb im Durchschnitt nur bei rund 1,5 Prozent der untersuchten Strecken größere Mängel fest. „Seit 2018 haben wir etwa 120 Kilometer des Kanalnetzes mit unserer Kamera befahren. Die Kamerabefahrungen ermöglichen es uns, in vergleichsweise kurzer Zeit den Zustand unserer Kanäle zu erfassen und zu analysieren“, erklärt Grit Seemann.
Die Ergebnisse der Befahrungen werden in einer Datenbank dokumentiert und fließen direkt in die weitere Investitions- und Maßnahmenplanung. Häufig betreffen die Schäden nicht die Kanalrohre selbst, sondern Verbindungsstellen zwischen einzelnen Rohrabschnitten und Schächten. Diese können heute vielfach mit sogenannten Kurzlinern saniert werden, ohne die gesamte Leitung austauschen zu müssen. Darüber hinaus verbindet der Betrieb Sanierungsmaßnahmen nach Möglichkeit mit Straßen- und Tiefbauprojekten der Stadt.
(pr)
























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